Herzogenaurach
Stadt-Umland-Bahn

Vorschlag: Ein Park+Ride-Parkhaus an der A3-Raststätte Aurach für die StUB

Eine interessante Idee: Ein Parkhaus an der A3 mit Direktzustieg der Fahrgäste in die Stadt-Umland-Bahn. Im Ministerium fand's Gefallen.
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Die Verantwortlichen des Zweckverbandes Stadt-Umland-Bahn haben am Dienstag in München an Staatsministerin Ilse Aigner einen Vorschlag des Dialog-Forums zur Stadt-Umland-Bahn übergeben. Darin geht es um eine Verknüpfung der Bahn mit der Autobahn A3. So heißt es in einer Pressemitteilung des Zweckverbands.

Die Idee ist die Schaffung einer Park+Ride-Möglichkeit im Bereich der Autobahnraststätte Aurach mit einem direkten Zugang zu einem Haltepunkt der Stadt-Umland-Bahn an der Stadtgrenze zwischen Erlangen und Herzogenaurach. Der besondere Clou: Die Autos müssten die Autobahn nicht verlassen, um auf den Parkplatz zu gelangen. Aufwändige zusätzliche Bauwerke wären somit nicht notwendig, heißt es.
Am Rande der Landtagssitzung haben der Verbandsvorsitzende, Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik, sein Stellvertreter im Zweckverband, Herzogenaurachs Erster Bürgermeister German Hacker, und die beiden Leiter des Zweckverbandes Florian Gräf und Daniel Große-Verspohl die Gelegenheit bekommen, ein erstes Kennenlerngespräch mit der neuen bayerischen Verkehrsministerin Ilse Aigner zu führen. Mit dabei war auch Erlangens Stimmkreisabgeordneter, Staatsminister Joachim Herrmann. Ilse Aigner hat mit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Söder die Bereiche Bau und Verkehr von Herrmann übernommen.


Rückenwind für die StUB

Auch Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) zog ein positives Fazit des München-Besuchs. Er erkannte deutlichen Rückenwind für das Projekt Stadt-Umland-Bahn. Wie er im Gespräch mit dem FT sagte, werde es wohl auch mehr Mittel aus dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG) hierfür geben. Besonders erfreulich wertet auch das Herzogenauracher Stadtoberhaupt das Interesse des Staatsministeriums, seine Unterstützung für das Pilotprojekt P+R-Parkhaus zu geben.

Weil die StUB dort vorbeifahre, könnte man direkt vom Parkhaus in die Bahn einsteigen. Eine Brücke über die Autobahn respektive ein Tunnel würden dafür sorgen, dass die Autofahrer von beiden Fahrtrichtungen problemlos dorthin gelangen.
Am gestrigen Abend beriet auch der Herzogenauracher Stadtrat über das Thema Schiene. Es lag ein Antrag der CSU vor, der eine separate Prüfung einer S-Bahn auf der Aurachtaltrasse wünschte. Davon betroffen wären freilich auch die Planungen für die StUB. Die beiden Geschäftsführer waren zur Sitzung eingeladen, um ausgiebig darüber zu referieren, in welchem Kontext die Aurachtalbahn und die Stadt-Umland-Bahn stehen (Bericht folgt).


Konkretes Anliegen

Neben einer allgemeinen Vorstellung des Projektes hatten die Mittelfranken beim Besuch in München auch ein konkretes Anliegen im Gepäck. So wurde mehrfach die Idee an den Zweckverband herangetragen, an den drei Autobahn-Querungen der StUB Möglichkeiten für Park+Ride vorzusehen. Während es an der A 73 mit dem Erlanger Großparkplatz bereits einen großen Park+Ride-Parkplatz gibt und an der A3-Querung zwischen Tennenlohe und Reutles zumindest eine Autobahnabfahrt in unmittelbarer Nähe ist, befindet sich im Bereich der A3-Querung zwischen Erlangen und Herzogenaurach, zumindest an der bislang vorgesehenen Trasse, nur die Raststätte Aurach. Mehrere Vorschlagende haben daraus die Idee gemacht, die Autos im System der Autobahn zu belassen.


Bundesweites Pilotprojekt

Zur weiteren Konkretisierung der Machbarkeit dieser Idee hat sich der Zweckverband nun an Ilse Aigner als zuständige Staatsministerin gewandt, denn die Planung einer solchen Anlage kann nur in Zusammenarbeit von Autobahndirektion und Zweckverband erfolgen. Da eine P+R-Anlage direkt im Straßennetz der Autobahn ein bundesweites Pilotprojekt wäre, muss mit der Machbarkeitsstudie die
grundsätzliche Zustimmung des Bundesministeriums für Verkehr eingeholt werden, berichten Gräf und Große-Verspohl.

Ilse Aigner hat laut Pressemitteilung diesen Vorschlag positiv aufgenommen und dem Zweckverband den Beteiligten ein baldiges Gespräch mit der Autobahndirektion in Aussicht gestellt.
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