Herzogenaurach
Gesang

Von Schöpfung bis Requiem: 25 Jahre philharmonischer Chor

Der Philharmonische Chor Herzogenaurach vereint seit 25 Jahren Stimmgewalt mit großen Werken. Geleitet von Ronald Scheuer gab's nun die Abschlussprobe für Händels Oratorium "Joshua", das zum Jubiläum aufgeführt wird.
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Ronald Scheuer stimmt die ersten Töne auf dem Flügel an , der Chor beginnt zu singen und letztlich gibt es das "Daumen hoch" des Chorleiters.
Ronald Scheuer stimmt die ersten Töne auf dem Flügel an , der Chor beginnt zu singen und letztlich gibt es das "Daumen hoch" des Chorleiters.
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Vor 25 Jahren wurde der "projektchor herzogenaurach" von Ronald Scheuer gegründet. Daraus wurde 2008 der "Philharmonische Chor Herzogenaurach" und von Beginn setzte sich der reine Konzertchor das Ziel: Chorliteratur vom Barock bis zu Moderne aufzuführen. So ein Jubiläum muss natürlich gebührend gefeiert werden, und das geschieht am besten mit einem Konzert.

Deshalb laden der Philharmonische Chor und die Stadt Herzogenaurach zu einem großen Chor- und Orchesterkonzert am kommenden Samstag in die Stadtpfarrkirche St. Magdalena ein. Aufgeführt wird das stimmgewaltige Oratorium "Joshua" von Georg Friedrich Händel in bester Barockmanier.

An der Aufführung in der Stadtpfarrkirche wirken neben dem Philharmonischen Chor unter der Leitung von Ronald Scheuer auch das Orchester "La Banda" mit, das sich speziell der historischen Aufführungspraxis auf historischen Instrumenten verschrieben hat. Die Solisten sind Katrin Küsswetter (Sopran), Franz Vitzthum (Altus), Philip Farmand (Tenor) und Julian Orlishausen (Bass).

Beginn mit einem Warm up

Schlagartig wird es still im großen Musiksaal des Gymnasiums, als Chorleiter Ronald Scheuer die ersten Töne auf dem Flügel anstimmt und seinen Blick über die rund 80 Sängerinnen und Sänger schweifen lässt. Die Chorprobe beginnt pünktlich mit einem "Warm up", also mit Atemübungen und dem Einsingen, denn die Stimmbildung im Chor hat viele Facetten und die Atmung ist Grundlage des Singens. Dazu lässt Ronald Scheuer den Chor aufstehen und gibt Atmung und Töne vor, erst dann wird das Notenheft aufgeschlagen. Nach einigen Anweisungen geht es los, der Chorleiter macht auf bestimmte Stellen des Werkes aufmerksam, bricht immer mal ab und lässt wiederholen.

"Immer vorwärts singen", ermahnt er dazwischen, wenn die Passagen etwas schleppend werden. Konzentriert folgen ihm die Chormitglieder und auch die Haltung des Chorleiters entspannt sich zusehends. Ein Heben des Daumens bedeutet: Gut gemacht, ich bin zufrieden.

Dies war auch in den letzten 25 Jahren der Fall, als der Chor die bedeutendsten Meisterwerke der Oratorienliteratur aufführte und bei allen Konzerten "Klassik am See" mit Chorbeteiligung mitwirkte. Man trat bei zwei Opernproduktionen unter Ljubka Biagioni zu Guttenberg auch als Opernchor auf. Der Chor profilierte sich in all den Jahren als anspruchsvolles Laienensemble, das in Herzogenaurach und darüber hinaus einen guten hervorragenden Ruf erlangte und von Ronald Scheuer mit Leidenschaft geführt wird, der die Entwicklung des Chores entscheidend prägte. Die hohe musikalische und sängerische Qualität des Chors zeigt sich insbesondere bei der Aufführung großer Werke, bei denen er sich durchaus mit Profi-Chören messen kann.

Auftakt mit Bach

Nach der Gründung 1995 trat der "projektchor herzogenaurach" mit der Aufführung des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Mit Unterstützung der Stadt Herzogenaurach unter der Schirmherrschaft des Altbürgermeisters Hans Lang konnte der Chor schon damals mit den "Hofer Sinfonikern" ein Berufsorchester in die Stadt holen. Von da an ging es unaufhaltsam aufwärts, die Erfolgsgeschichte begann.

So wurde bereits ein Jahr nach der Gründung anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Herzogenaurach im Weihersbachgelände in einer fast schon legendären Aufführung die "Carmina Burana" von Carl Orff zusammen mit dem Jugendchor von St. Magdalena unter freiem Himmel aufgeführt.

Vielzahl von Projekten

In den darauffolgenden Jahren wurde unter Ronald Scheuers Leitung eine Vielzahl von Projekten realisiert, so zum Beispiel J. S. Bachs Weihnachtsoratorium, die Johannespassion, Händels Messias Haydns Schöpfung oder Mozarts Requiem. Als Orchester fungierten die Hofer Sinfoniker, die Nürnberger Sinfoniker, die Vogtland Philharmonie, das Bayerische Kammerorchester, das Barockorchester La Banda sowie Mitglieder der Nürnberger Philharmoniker und die Bamberger Symphoniker. Bei "Klassik am See" konzertierte der Philharmonische Chor Herzogenaurach sowohl alleine als auch zusammen mit dem Philharmonischen Chor Nürnberg, der Kantorei St. Matthäus sowie im letzten Jahr in einer umjubelten Aufführung der Carmina Burana zusammen mit dem Siemenschor Erlangen und den Nürnberger Meistersingern.

Händel schuf eine neue große Form des musikalischen Dramas

Einen ausführlichen Bericht über den Inhalt des Konzerts , die Solisten und Informationen zum Kartenverkauf gibt es hier:

Zu einem großen Chor- und Orchesterkonzert laden die Stadt Herzogenaurach und der philharmonische Chor am Samstag, 23. November, um 20 Uhr in die Stadtpfarrkirche St. Magdalena ein. Auf dem Programm steht "Joshua", ein stimmgewaltiges Oratorium von Georg Friedrich Händel in bester Barockmanier, teilt das Kulturamt der Stadt mit.

An der Aufführung unter der Leitung von Ronald Scheuer wirkt neben dem philharmonischen Chor das Orchester "La Banda" mit, das sich speziell der historischen Aufführungspraxis auf historischen Instrumenten verschrieben hat. Die Solisten sind Katrin Küsswetter (Sopran), Franz Vitzthum (Altus), Philip Farmand (Tenor) und Julian Orlishausen (Bass).

Schon während seiner Zeit als Komponist italienischer Opern entwickelte Händel eine neue Kunstform: das englische Oratorium. In England war das Oratorium bis dahin unbekannt. Er schuf damit eine neue große Form des musikalischen Dramas, die von der Bühne losgelöst ist.

Durch den Verzicht auf szenisches Spiel, Kostüme und Masken wird der Handlungsablauf nun ausschließlich in die Fantasie des Zuhörers verlagert, dementsprechend wird der ideelle und sinnliche Gehalt eines Werkes intensiviert. Der Chor ist jetzt nicht nur integriert, sondern er wird zum wesentlichen Glied und Träger der Handlung. Händel führte seine Oratorien in eigener Regie auf und öffnete einem neuen Publikum, dem bürgerlichen, die Pforten.

Das dreiteilige Oratorium "Joshua" komponierte Georg Friedrich Händel innerhalb von nur vier Wochen im Sommer des Jahres 1747. Das Libretto basiert auf dem Buch Josua. Es greift wie bei "Samson", "Judas Maccabaeus", "Joseph and his Brethren" und anderen eine Kerngeschichte des Alten Testaments auf, die Eroberung des gelobten Landes Kanaan durch die Israeliten nach der Belagerung und Einnahme der Stadt Jericho. Joshua führte dabei als Nachfolger des Moses die Israeliten an. Am siebten Tag der Belagerung Jerichos lässt Joshua die Bundeslade um die Stadt tragen. Danach brachte der Klang von sieben Trompeten (Schofaren) die Stadtmauern zum Einsturz. Mit Gottes Hilfe lässt Joshua die Sonne stillstehen, um den Ausgang einer Schlacht zu beeinflussen, und vollbringt weitere Wunder. Das Oratorium beschließt der Chor mit einem mächtigen Lobgesang auf den Gott Israels.

Die Uraufführung fand am 1748 im Theatre Royal in Covent Garden statt. Das Werk wurde 1752, 1754 und 1756 auch in anderen englischen Städten wiederholt. Es entwickelte sich bald zu einem der erfolgreichsten Oratorien Händels. Wie im Original wird "Joshua" in Herzogenaurach in englischer Sprache aufgeführt.

Eintrittskarten für das Konzert sind im preisgünstigeren Vorverkauf in der Tourist-Information, Hauptstraße 34, bei jeder Reservix-Vorverkaufsstelle und online im Internet unter www.herzogenaurach.de erhältlich. Restkarten können an der Abendkasse ab 19 Uhr erworben werden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.herzogenaurach.de und im Kulturamt unter der Telefonnummer 09132/901120.

https://www.infranken.de/regional/artikel_fuer_gemeinden/stimmgewaltiges-oratorium;art154303,4567328

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