Herzogenaurach
Wirtschaft

Von Henkel zu Adidas: Rorsted wechselt den Chefsessel

Acht Jahre lang hat Kasper Rorsted den Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel auf Erfolg getrimmt und den Börsenwert verdreifacht. Jetzt soll er dem Sportartikelhersteller Adidas zusätzlichen Schwung geben.
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Der scheidende Henkel-Chef Kasper Rorsted wird neuer Vorstandsvorsitzender von Adidas. Dieses Bild zeigt Kasper Rorsted im April 2014. Archivfoto: Federico Gambarini/dpa
Der scheidende Henkel-Chef Kasper Rorsted wird neuer Vorstandsvorsitzender von Adidas. Dieses Bild zeigt Kasper Rorsted im April 2014. Archivfoto: Federico Gambarini/dpa
Überraschender Wechsel: Henkel-Chef Kasper Rorsted verlässt nach acht Jahren den Düsseldorfer Konsumgüterhersteller und übernimmt die Leitung von Europas größtem Sportartikel-Hersteller Adidas. Bereits Anfang Oktober soll Rorsted den Chefsessel in Herzogenaurach übernehmen, wie Adidas am Montag mitteilte. Seinen Posten bei Henkel übergibt er Ende April an den bisherigen Chef der Kosmetiksparte Hans Van Bylen, wie Henkel ankündigte.

Der 53-jährige Däne Rorsted hatte die Leitung des Henkel-Konzerns 2008 in einem schwierigen Marktumfeld übernommen und Umsatz und Profitabilität deutlich gesteigert. Der Börsenwert des Konzerns sei seit seinem Amtsantritt "um mehr als das Dreifache" gestiegen, lobte die Henkel-Chefaufseherin Simone Bagel-Trah die Verdienste des scheidenden Managers.



Vertrag bei Henkel ging eigentlich bis 2017

Rorsteds Vertrag bei Henkel lief eigentlich noch bis Ende 2017. Doch war dem Dänen schon seit längerer Zeit nachgesagt worden, er suche neue Aufgaben. Die Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah hatte dies kürzlich noch mit den Worten kommentiert: "Dass er auf Wunschlisten anderer Aufsichtsratschefs auftaucht, kann ich nicht verhindern aber nachvollziehen. Das ist ein Kompliment für seine Leistung."

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Henkel einerseits mit Rekordzahlen glänzt, andererseits aber durchaus Baustellen im Unternehmen vorhanden sind. Die Russland-Krise belastet den Konsumgüterhersteller. Im US-Geschäft musste Rorsted nach Problemen hart durchgreifen. Außerdem schwächelte zuletzt das Wachstum in der wichtigen Klebstoffsparte. Im Oktober kündigte der Konzern den Abbau von 1200 Stellen in diesem Bereich an. Auch im Übernahmekampf um die Friseurmarke Wella, die vom US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble zum Verkauf gestellt wurde, zog Henkel den Kürzeren.


Hainer verlässt die Adidas-Spitze im Herbst 2016

Für Adidas beendet die Berufung von Rorsted unerwartet schnell die Nachfolgediskussion. Firmenchef Herbert Hainer hatte erst kürzlich seinen Vertrag um eineinhalb Jahre bis zum Frühjahr 2017 verlängert, "damit der Aufsichtsrat genügend Zeit hat, um den besten Kandidaten fürs Unternehmen zu finden". Nun soll es allerdings schneller gehen. In einer außerordentlichen Sitzung berief der Aufsichtsrat Rorstedt mit Wirkung zum 1. August in den Vorstand. Ab dem 1. Oktober soll Rorsted dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Hainer scheidet dann aus der Führungsspitze aus.

Bei Henkel ermöglicht es der überraschend kurzfristige Wechsel dem designierten neuen Vorstandsvorsitzenden Van Bylen, bereits der anstehenden Entwicklung der Strategie für die Jahre 2017 bis 2020 seinen Stempel aufzudrücken. Der Konzern will diese Pläne Ende des Jahres vorstellen.

Der neue Henkel-Chef ist Belgier, verheiratet und hat drei Kinder. Er ist ein Jahr älter als Rorsted und arbeitet bereits seit 1984 für das Unternehmen. Seit 2005 steht der Manager an der Spitze der Kosmetiksparte.

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