Vestenbergsgreuth
Umwelt

Vom Samen zur Pasta mit Pesto

Im Jugendcamp Vestenbergsgreuth gärtnern und kochen die Schüler der Montessori-Schule Herzogenaurach. Wichtige Frage: Wie entstehen unsere Lebensmittel und wie koche ich regional und saisonal?
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Erst bepflanzen die Kinder der Herzogenauracher Montessori-Schule ihre kleinen Hochbeete, die sie sich dann mit in ihre Klasse nehmen dürfen. Foto: Theresa Schiffl
Erst bepflanzen die Kinder der Herzogenauracher Montessori-Schule ihre kleinen Hochbeete, die sie sich dann mit in ihre Klasse nehmen dürfen. Foto: Theresa Schiffl

Eifrig und sehr ordentlich schaufeln die Schüler der Montessori-Schule in Herzogenaurach Erde in ihre kleinen Hochbeete. "Passt das so?", möchte der eine Junge von Jasmin Siegfried wissen. Die pädagogische Mitarbeiterin des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt drückt die Erde noch etwas in die rechteckige Holzkiste und meint: "Ein bisschen Erde darfst du da schon noch rein machen."

Erst gärtnern und dann kochen

Bei dem Projekt "Gärtnerst du noch - oder kochst du schon" lernen die Mädchen und Jungen der Grundschule, wie Lebensmittel entstehen, wie lange es dauert, bis Gemüse wächst, und wie sie regional und saisonal kochen können. Neben der Wertschätzung von Lebensmitteln sei auch das Thema Nachhaltigkeit ein sehr wichtiger Aspekt innerhalb des Schüler-Projekts.

Dieses entstand im Rahmen des Naschgartens, der von der Regierung Mittelfranken über das Programm "Förderung der Intensivierung der Umweltbildung in Bayern" gefördert wurde.

"Die Schulen sind bei uns im Jugendcamp ganz alleine für sich und sehr nahe an der Natur", sagt Heike Schwabe, die sich um die Verwaltung des Camps kümmert. Speziell Klassen der Jahrgangsstufen eins bis acht aus dem Landkreis, aber mittlerweile auch aus Bamberg nutzten das natürliche "Klassenzimmer".

"Wir bieten ihnen hier lehrplanbezogene Projekte und die Schüler können einfach mal zu sich und zusammen finden. Und das alles ohne ständig präsente Medien", sagt Schwabe.

Im Bereich der nachhaltigen Entwicklung thematisiert das Kreisjugendring-Team in Vestenbergsgreuth neben dem Naschgarten auch noch Wege zum nachhaltigen Konsum, Wasser und Geocaching.

Zurück bei den Montessori-Schülern geht es jetzt endlich ans Eingemachte oder Gepflanzte: Neben Gartenkresse und Spinat pflanzen sie auch noch Radieschen in ihre Hochbeete. "Das ist jetzt vielleicht etwas gemogelt, aber die sind schon etwas größer", sagt Jasmin Siegfried und verteilt die kleinen Pflänzchen.

Sie zeigt den Mädchen und Jungen, wie sie die Gartenkresse säen sollen, und zieht mit ihrem Finger eine kleine Rille in die weiche Erde, in die sie dann einige der kleinen Samen streut. Die Kresse hat hier ihren Platz vor allem, weil die Kinder hier den Wachstumsprozess sehr schnell beobachten können und, ob sie ihr Hochbeet auch genügend pflegen, erklärt Siegfried den Kindern. So soll ihr Bewusstsein geschärft werden, wie lange es dauert, bis Lebensmittel im Supermarkt landen.

Wertschätzung der Lebensmittel

Während sie weiter ihre Beete bepflanzen, ist die zweite Gruppe in der Küche, um Nudeln mit Pesto zu kochen. So sollen die Kinder sehen, wie regional und saisonal gekocht wird und wie lange es dauert, bis aus Lebensmitteln ein fertiges Gericht entsteht. "Sie sollen die Wertschätzung der Lebensmittel lernen. Deswegen ,sammeln' wir die Essensreste auf den Tellern, um ihnen einmal zu zeigen, wie viel Lebensmittel auf dem Müll landen", erklärt Siegfried.

Das Projekt dauere zwei Tage, damit beide Gruppen einmal vor der Aufgabe stehen, ein Hochbeet anzulegen und in der Küche zu kochen. "Mir macht das sehr viel Spaß", meint eines der Mädchen. "Spinat mag ich besonders gerne, sagt es während es die Samen in die kleine Rille fallen lässt.

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