Adelsdorf
Fliegen

Vom Aischgrund in den Himmel

Bei der Adelsdorfer Gleitschirmschule wird mittels Auto und Seilwinde auch aus der Ebene gestartet.
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Gestartet und gelandet wird im Aischgrund bei Adelsdorf.  Foto: privat
Gestartet und gelandet wird im Aischgrund bei Adelsdorf. Foto: privat
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Immer wieder mal waren in diesem Sommer Gleitschirmflieger hoch über dem Aischgrund bei Adelsdorf zu sehen. Wo kommen die denn her?, hat sich so mancher aufmerksame Beobachter gefragt. Brauchen Gleitschirmflieger für den Start nicht einen Berg in einer Dimension, wie er in der Umgebung von Adelsdorf nicht zu finden ist?

Nein, in die Luft kommt man mit dem Gleitschirm auch von der Ebene aus. Ähnlich wie bei Segelflugzeugen funktioniert das mit einer Seilwinde. Einer, der es perfekt beherrscht, ist Thomas Holzbeierlein. Der 51-Jährige hat heuer in Adelsdorf eine Gleitschirmschule eröffnet. Seit 1993 ist er staatlich geprüfter Fluglehrer und bringt abenteuerlustigen Menschen auch im Flachland des Aischgrunds das Fliegen bei.

Für Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) ist die Gleitschirmschule eine interessante Bereicherung des Geschäftsangebots in seiner Gemeinde und macht Adelsdorf auch attraktiver. Von der Faszination des Gleitschirmfliegens ließ sich Fischkal bei einem ersten Tandemflug auch schon überzeugen.

Der Aischgrund zwischen Nainsdorf und dem Aischer Sportplatz ist inzwischen eingetragenes Fluggelände und als Schleppgelände für Gleitschirmflieger zugelassen. Gleitschirmfliegen ist für Thomas Holzbeierlein "die günstigste Art, in die Luft zu kommen". Wer sich im Gleitschirmfliegen bis zum Luftfahrerschein ausbilden lassen möchte, ist mit 1200 Euro dabei. Für Ausbildung, einen eigenen Schirm und die komplette Ausrüstung müssen rund 4000 Euro veranschlagt werden. Starten und landen können die Piloten im Aischgrund theoretisch das ganze Jahr über, nur das Wetter muss mitspielen.

"Neben dem Wetter darf sich der Mensch selbst beim Gleitschirmfliegen nicht überschätzen", sagt der Fluglehrer. Es gibt zwei Arten zu starten, am Hang und an der Winde. Für jede Startart ist eine spezielle Ausbildung nötig, die beide an der Adelsdorfer Schule erworben werden können.

Beim Start mit der Winde läuft der Pilot zwei bis drei Meter, hebt ab, wird auf 150 bis 400 Höhenmeter geschleppt, klinkt das Seil aus und kann dann den Aischgrund von oben genießen. Dabei hat er ständig Funkkontakt mit dem Boden.

Wer in den Sport erst einmal reinschnuppern möchte, kann einen Tandemflug buchen. Voraussetzungen sind hier ein Nacktgewicht von unter hundert Kilo und eine Mindestgröße von 1,40 Meter.



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