Herzogenaurach
Umzug

Vier bis sechs Jahre im "neuen" Rathaus

Die Stadtverwaltung ist aus dem Rathaus am Marktplatz ausgezogen. Jetzt richten sich die Mitarbeiter an neuer Stätte ein, am Dienstag beginnt der Betrieb.
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Manche Gegenstände und Kartons wurden über ein Förderband aus dem Fenster transportiert.  Fotos: Bernhard Panzer
Manche Gegenstände und Kartons wurden über ein Förderband aus dem Fenster transportiert. Fotos: Bernhard Panzer
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Sie sind mittendrin im Umzug und sie sind gut gelaunt. Zumindest war das der Eindruck am Freitag, als es für die Mitarbeiter des Rathauses laufend hin und her ging. Das alte Gebäude am Marktplatz wurde geräumt, das neue in der Würzburger Straße mit der Adresse Wiesengrund wird jetzt bezogen. Bis einschließlich Montag soll der Umzug bewerkstelligt sein, am Dienstag will das neue Rathaus bereits eröffnen.

Tatkräftig unterstützt werden die städtischen Bediensteten durch die Umzugsfirma Lauer aus Nürnberg, die seit Tagen emsig zugange ist. Allein am Freitag waren 63 Personen im Einsatz, wie Judith Jochmann vom Stadtmarketing berichtete. Ihre Abteilung hatte an neuer Wirkungsstätte spontan eine Verpflegungsstation eingerichtet, damit die fleißigen Helfer sich mit Kaffee und Kuchen stärken konnten.

Gut im Zeitplan

Zwei Stunden Vorlauf, so wurde es Bürgermeister German Hacker am Freitag mitgeteilt, habe man bisher geschafft. Der Umzug liegt also gut im Zeitplan. Leger mit Pulli und Jeans, also im Umzugs-Outfit, sah er sich am Vormittag im alten Rathaus um. Da hatte die Behörde bereits offiziell geschlossen. Ein paar (Neu-)Bürger, die noch einen Gang absolvieren wollten und den Umzug offensichtlich noch nicht mitbekommen hatten, mussten auf die kommende Woche vertröstet werden. Zumeist geschah das dann in englischer Sprache.

Viele Möbel wurden mit umgezogen. Sie alle sind mit Aufklebern versehen worden, damit die Firma auch weiß, wohin sie geliefert werden müssen. Manches allerdings war sperrig und schwer. Und zu massiv zum Tragen. Ein Stahlschrank aus dem Ordnungsamt zum Beispiel. Der wurde über ein Förderband durch das Fenster transportiert. Das nutzte man dann auch gleich für Umzugskartons.

Anderes Inventar, wie zum Beispiel Einbauschränke, bleiben im alten Rathaus. Diese Dinge werden laut Hacker bei einer Versteigerung unter den Mitarbeitern an den Mann respektive die Frau gebracht. Der Erlös kommt dann einem karitativen Zweck zugute.

Zum Jahresende eine Baugrube

Voraussichtlich in der Haushaltssitzung am 31. Januar soll die Vergabe für den Abbruch des Rathauses erfolgen. Beginn könnte dann im März sein, sagte Hacker. Geplant ist, dass zum Jahresende der Abbruch erledigt ist und man anstelle des Gebäudes eine Baugrube vorfindet.

Für den Mietvertrag im Interimsgebäude, also dem neueren Trakt der ehemaligen Puma-Verwaltung, gilt "vier plus eins plus eins". Er dauert also vier Jahre, mit zweimaliger Option auf eine jeweils einjährige Verlängerung.

Laut Zeitplan sollte ein Auszug in den Neubau nach vier Jahren erfolgen können, meint Bürgermeister Hacker. Jedoch gebe es "viele offene Flanken", wie er es formulierte. Bei einem Projekt in dieser Größenordnung könne es immer Verzögerungen geben, von etwaigen weiteren archäologischen Entdeckungen rund ums Schloss abgesehen.

Jetzt freut sich Hacker erst einmal auf die vorübergehende Unterkunft bei "Puma". Auch wenn man Kompromisse eingehen müsse, könne ein Rathaus dort für einige Zeit gut bestehen. Das alte Gebäude verlässt er "ohne ein Stück Wehmut". Es sei an der Zeit.

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