Mühlhausen
Geschichte

Viele kleine Bausteine sind noch nötig

Das Forum Alte Synagoge will das Gebäude erwerben und restaurieren und sammelt dafür Spenden.
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Gästeführerin Christiane Kolbet (Mitte) bei der Spendenübergabe an die Vereinsvorsitzenden Christian Plätzer und Irina Gerschmann Evi Seeger
Gästeführerin Christiane Kolbet (Mitte) bei der Spendenübergabe an die Vereinsvorsitzenden Christian Plätzer und Irina Gerschmann Evi Seeger
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Es ist ein Baustein, wenn auch ein kleiner. Für die Vorsitzenden des Vereins "Forum Alte Synagoge Mühlhausen" ist jeder Baustein wichtig und sie würden sich viele davon wünschen. Denn der im September 2018 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die alte Synagoge in Mühlhausen zu erwerben und zu restaurieren. Das geschichtsträchtige Gebäude soll zu einem Erinnerungs- und Lernort mit späterer kultureller Nutzung werden.

Gästeführerin Christiane Kolbet hat bei Führungen in Adelsdorf und Uehlfeld anstelle von Eintrittsgeld um Spenden gebeten. Einige Hundert Euro sind so zusammen gekommen, die Kolbet nun Christian Plätzer und Irina Gerschmann, den Vorsitzenden des Synagogen-Vereins, für ihr Vorhaben übergab.

Etwa 40 Mitglieder

Zum Jahrestag des November-Pogroms galt Kolbets Führung der Geschichte der Juden von Adelsdorf. Beim "Weltgästeführertag" erreichte sie über die Broschüre des Bundesverbands Besucher von überall her. Ihnen vermittelte sie die Geschichte der 1818 errichteten Synagoge von Uehlfeld. Es sei die erste Synagoge in Deutschland gewesen, in der durch einen sehr liberalen Rabbiner auf Deutsch gepredigt und gesungen wurde.

Noch ist die Synagoge in Mühlhausen nicht Eigentum des mittlerweile eingetragenen Vereins Forum Alte Synagoge. Seit der Gründung sind die Mitgliederzahlen auf etwa 40 gestiegen. Vorsitzender Plätzer freut sich, dass die Marktgemeinde Mühlhausen das Vorhaben unterstützt: Die Gemeinde sei Mitglied im Verein und Bürgermeister Faatz sei sehr kooperativ.

"Antrags-Dschungel"

Nach der Vereinsgründung galt es zuerst, die bürokratischen Hürden - die Eintragung bei Amtsgericht und Finanzamt, dann Kontoeröffnung, Sepa-Verfahren und anderes mehr - zu bewältigen. Jetzt wollen die Vorsitzenden Gelder generieren und Denkmalschützer, Unterstützer und Mäzene - auch auf internationaler Ebene - ansprechen. Dazu war eine Baubeschreibung in Englisch notwendig, die in diesen Tagen eingetroffen sei, so Irina Gerschmann. Die ersten Schreiben konnten bereits auf den Weg gebracht werden.

Beim "Kulturerbe Bayern", einer Stiftung, die sich dem Erhalt gefährdeter Kunstschätze widmet, sei man schon einen Schritt weiter, berichtet Plätzer. Es werde eine Kooperation geben, um das Netzwerk der Kulturerbe-Stiftung nutzen zu können. Denn dort gebe es Denkmalsachverständige wie auch "Leute, die von Finanzierung eine Ahnung haben und uns eine Bresche durch diesen Antrags-Dschungel schlagen können".

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