Herzogenaurach
Martinikirchweih

Viel Tradition, kein Autoscooter und ein volles Programm am Montag

Am Freitagabend um 17 Uhr wird die so genannte kalte Kirchweih in Herzogenaurach offiziell eröffnet.
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Der Aufbau der Martinikirchweih hat am Mittwoch begonnen.  Foto: Bernhard Panzer
Der Aufbau der Martinikirchweih hat am Mittwoch begonnen. Foto: Bernhard Panzer
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Seit 1764 wird im November die Herzogenauracher Martinikirchweih gefeiert. Die "kalte Kerwa" ist die ursprüngliche Kirchweih der Stadt, denn das Aurachgründer Volksfest respektive die Sommerkirchweih folgten erst viel später. Damals wollten die feierfreudigen Herzogenauracher eben auch in der warmen Sommerszeit feiern. Die kalte Kerwa im November haben sie dennoch niemals vergessen und sie wird auch nach 255 Jahren noch gepflegt.

Kalt darf's dann traditionell auch sein, wenn sich die Bevölkerung im November ein letztes Mal in der Innenstadt versammelt, bevor zum Advent dann der Lebendige Adventskalender und der Weihnachtsmarkt locken. Nur regnen sollte es besser nicht, meinten am Mittwoch auch die Helfer der Schaustellerfamilie Jäckel, als sie den Babyflug am Marktplatz montierten. Dieses Fahrgeschäft zählt wie die meisten anderen auch zur festen Bestückung der Martinikirchweih. Demnach ändert sich von Jahr zu Jahr nicht viel. Tradition wird großgeschrieben.

Und dennoch ist es heuer, und auch in den kommenden Jahren anders. Denn der Hubmann-Parkplatz steht ebenso wenig zur Verfügung wie der Schlosshof respektive der Weg dorthin. Denn hier ist angesichts des bevorstehenden Rathaus-Neubaus über Jahre hinweg Großbaustelle. Deshalb gibt es vorerst keinen Autoscooter, der seinen Standort immer am Hubmann-Parkplatz hatte. "Wir haben keinen anderen passenden Stellplatz", sagte Bürgermeister German Hacker gemeinsam mit Heike Kraus vom Ordnungsamt beim Vorgespräch im Rathaus. Auch die Ponyreitbahn wird es nicht geben. Ebenso habe, wie die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin anführte, der Süßigkeitenstand am Eingang zum Schlosshof abgesagt. Da fehlt schlicht der Durchgangsverkehr.

Dafür ist der Rest bewährt, am Sonntag wird auch wieder ein Krämermarkt aufgebaut. Der ist mit fünf Ständen allerdings erneut übersichtlich. Es ist halt doch schon ein später Zeitpunkt. Außerdem lädt der verkaufsoffene Sonntag von 13 bis 18 Uhr zum gemütlichen Bummeln im gesamten Stadtgebiet ein. Erstmals hat die Touristinfo an ihrem neuen Platz in der Hauptstraße geöffnet und bietet städtische Souvenirs an, übrigens auch am Sonntag.

Die offizielle Eröffnung ist am morgigen Freitag um 17 Uhr, diesmal an der Schiffschaukel von Yvonne Störzer in der Hauptstraße. Und zum Abschluss am Montag ist noch einmal volles Programm angesagt. Denn dieser Termin fällt auf den 11.11., der nicht nur Martinstag ist, sondern auch Narrentag. Am Abend wird sich um 17 Uhr am Kirchenplatz der traditionelle zentrale Martiniritt mit Laternenumzug formieren und durch die Stadt ziehen. Und um 18.11 Uhr stürmen dann die Narren des Karnevalsclubs das Herzogenauracher Interimsrathaus, um die Faschingszeit zu eröffnen. Dabei ist das Rathaus noch nicht mal geöffnet, denn am Kirchweihmontag ist es Brauch, dass sich die städtischen Bediensteten im Vereinshaus treffen. Bürgermeister German Hacker muss das Rathaus also extra aufschließen, um es vor dem KCH-Ansturm dann wenigstens symbolisch wieder zu versperren - ganz schön närrisch. German Hacker kommentiert's mit einem Schmunzeln: "Kaum ist der heilige Martin weg, schon kommen die Narren."

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