Erlangen
Erinnerung

Vertriebene pflegen ihre Traditionen

Der Tag der Heimat stand heuer unter dem Motto "Menschenrechte und Verständigung für Frieden in Europa".
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Die Frauen des Tanz- und Späldeels "Leba" traten in bunten Trachten auf.    Foto: Manfred Welker
Die Frauen des Tanz- und Späldeels "Leba" traten in bunten Trachten auf. Foto: Manfred Welker
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Zum Tag der Heimat hatte am Sonntag der Bund der Vertriebenen, Kreisverband Erlangen-Höchstadt, in den Redoutensaal in Erlangen eingeladen. In diesem Jahr stand er unter dem Motto: "Menschenrechte und Verständigung für Frieden in Europa".

Für Farbtupfer mit ihren Trachten sorgten die Mitglieder der Tanz- und Späldeel "Leba" sowie des Tanz- und Folkloreensembles "Ihna". Beide Gruppen sind nach Flüssen in Pommern benannt.

Im Juli war die Gruppe "Ihna" mit dem Brückenbauerpreis der SPD-Landtagsfraktion für ihre guten Kontakte mit Osteuropa ausgezeichnet worden. Einen Monat zuvor, im Juni, waren die Kinderturngruppe und die Akrobatikgruppe zur Partnergruppe Ina nach Gollnow in Pommern (jetzt Goleniów in Polen) gefahren, das am Namensgebenden Fluss Ihna liegt. Beide Gruppen sorgten mit ihren akrobatischen Tanzdarbietungen für Staunen und Bewunderung bei den Anwesenden.

Anderer Blick auf Flüchtlinge

Die Moderation der Veranstaltung hatte Christoph Lippert übernommen, der seine Beiträge unter dem Leitfaden "So geht Verständigung" verstand. Unter diesem Motto wurde im August im Foyer des Erlanger Rathauses auch eine Ausstellung, erstellt vom Sudetendeutschen Rat, präsentiert. Lippert erinnerte in diesem Zusammenhang auch an Erlangens Partner-Heimatkreis Komotau und die Stadt Brüx, die mit den "Heimatstuben" in Erlangen präsent waren. Er hoffte, dass diese Einrichtung auch in Zukunft ihren Platz in Erlangen haben werde.

Für Lippert ist es auch selbstverständlich, dass Heimatvertriebene die Probleme der Flüchtlinge in unserer Zeit durch ihr eigenes Schicksal aus einem anderen Blickwinkel sehen.

Für die musikalische Umrahmung zeichneten das Flötenquintett des Herzogenauracher Spielmannszugs "Grenzmark", gegründet 1956, und die Egerländer Geigenbauerkapelle aus Bubenreuth mit ihren Blechbläsern verantwortlich.

Beiträge in ihrer heimischen Mundart steuerten Erna Braun (Schlesien) sowie Barbara Hehn (Banat) bei. Die Anwesenden wurden auch beim gemeinsamen Singen mit einbezogen, beim "Böhmerwaldlied", "Mein Schlesierland", aber auch "Kein schöner Land" und dem Deutschlandlied.

Der Kreisheimatpfleger des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Manfred Welker, beleuchtete in einem Vortrag die Ankunft und die Integration der Vertriebenen im ehemaligen Landkreis Höchstadt.

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