Uehlfeld

Veit-vom-Berg als Holzskulptur enthüllt

Die Holzfigur des "Helden im Kirchenrock" steht im Hof der Uehlfelder Jakobskirche. Am Mittwoch wurde das Werk der Künstlerin Birgit Jönsson enthüllt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Skulptur des Veit vom Berg. Fotos: Sonja Werner
Die Skulptur des Veit vom Berg. Fotos: Sonja Werner
+3 Bilder
Ihren endgültigen Platz gefunden hat die Figurenbeute des Veit-vom-Berg seit Mittwoch im Kirchhof der St.-Jakobus-Kirche in Uehlfeld.
Die Holzfigur des "Helden im Kirchenrock" wurde unter großem Interesse der Bevölkerung im Beisein zahlreicher Ehrengäste, von LAG-Ehrenvorsitzendem Helmut Praus über deren Vorstandschaft, zahlreichen Bürgermeistern aus den Nachbargemeinden, stellvertretendem Landrat Bernd Schnizlein und vielen anderen enthüllt. Dafür war die Künstlerin Birgit Jönsson zuständig, die ihn geschaffen hat, unterstützt von Kirchenvorstandsmitglied Daniela Seren.
"So was sieht man wahrscheinlich nur einmal im Leben. Da bin ich natürlich neugierig", meinte Martin Löblein, der sich trotz der vormittäglichen Stunde um 11 Uhr an einem Mittwoch aufgemacht hatte, der Aktion beizuwohnen. Hans Schorr fügt hinzu: "Ich habe das Buch über Veit-vom-Berg gelesen. Der Mann hat mich beeindruckt.
Da wollte ich das hier natürlich sehen."
Die rund zwei Meter große Figur ist die erste von dreien ihrer Art, die im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der Lokalen Aktionsgruppe Aischgrund am landkreisübergreifenden Kräuterrundweg entlang von Lonnerstadt, Uehlfeld und Vestenbergsgreuth aufgestellt werden. Eine vierte, die den Firmengründer Martin Bauer darstellt, beruht auf Initiative der ortsansässigen Teefirma und steht bereits seit Sommer 2012 im Kräutergarten in Vestenbergsgreuth.
Alle diese Figuren sind alter Volkskunst nachempfunden und beherbergen ein Innenleben, das es Bienen möglich macht, sich dort anzusiedeln. Durch ein Flugloch - bei Veit-vom-Berg sinnträchtig am Gebetbuch angebracht - können sie ins Innere gelangen. Das Gebetbuch des einstmaligen Pfarrers, der von Uehlfeld aus nach dem 30-jährigen Krieg im fast entvölkerten Aischgrund unerschrocken seiner seelsorgerischen Aufgabe von Emskirchen bis Kairlindach nachging - wenn es sein musste, auch zu Fuß - soll nämlich eine feindliche Kugel abgehalten und ihm so das Leben gerettet haben.
Einen kurzen Überblick über das Leben des Namensgebers für Schule, Gemeindehalle und Straße in Uehlfeld gaben Seren und der ländliche Gästeführer Konrad Knöchlein.
Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) ließ in seiner Ansprache das Anliegen des Kräuterwegs noch einmal Revue passieren. Das Projekt hat 2005 im bayernweiten Wettbewerb "Zukunftsfähige Landnutzung" einen mit 15 000 Euro dotierten Hauptpreis gewonnen. Ein Teil dieses Geldes wird nun für die Figurenbeuten verwendet Die Hälfte der Kosten von rund 36 000 Euro insgesamt trägt das europäische Leader-Programm. Spenden der Kreissparkasse Höchstadt und der Firma Martin Bauer taten ihr übriges.
Ziel und Zweck der Figuren ist nach Stöckers Worten, "neben der althergebrachten Aufgabe, Honigdiebe abzuhalten, Einwohner und Gäste neugierig zu machen und der Geschichte die Erinnerung zu bewahren".
Auch die Einbeziehung von Jugend und Kindern ist ein Anliegen des Gemeinschaftsprojekts. Schon bei der Herstellung konnten Kinder der Künstlerin über die Schulter schauen und teilweise sogar mitwirken. Auch bei der Feierstunde fehlte die Jugend nicht. Die "Großen" aus den beiden Regelgruppen des Kindergartens waren da und zwei Klassen von der Veit-vom-Berg-Schule sangen ein eigens getextetes Lied zu Ehren des nunmehr figürlich Verewigten.
Rund zwei Monate dauert es, bis aus einem Eichenstamm eine farbige Figur wird. Motorsäge, Schnitzwerkzeuge, Farbe und Pinsel - da war schon einiges zu tun. Der Hopfenbauer, der am Kräuterrundweg in Lonnerstadt seinen Platz finden wird, soll im Mai enthüllt werden. Die historische Kräuterfrau von Vestenbergsgreuth ist im Moment im Entstehen.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren