Förtschwind
Shuttle-Bus

Unterwegs mit dem ersten Kerwabus nach Förtschwind

Erstmals organisierten die Förtschwinder Kerwasleut' einen Bus-Shuttle über die Dörfer. Der Fränkische Tag ist mitgefahren.
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"Chefbusfahrer" Alfons Brehm brachte die Nachtschwärmer sicher zur Kerwa in Förtschwind und wieder heim.   Fotos: Johanna Blum
"Chefbusfahrer" Alfons Brehm brachte die Nachtschwärmer sicher zur Kerwa in Förtschwind und wieder heim. Fotos: Johanna Blum
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Kerwastimmung herrschte im Bus nach Förtschwind am Samstagabend. Auch wenn es mehr Mitreisende hätten sein können, war es doch ein kleiner Erfolg. "Ich finde die Idee sehr gut", so Landrat Alexander Tritthart (CSU), der mit seiner Familie zur leckeren Schlachtschüssel nach Förtschwind gekommen war und die Ankunft des Kerwabusses miterlebte.

Ausgehend von Jungenhofen über Schnaid, Hallerndorf, Stiebarlimbach, Willersdorf, Haid und Lauf hielt der Bus in Uttstadt, wo die Fränkischer Tag-Mitarbeiterin zustieg.

Im Bus saßen bereits einige Damen. Sie hatten schon ihr Schnäpschen getrunken und waren guter Laune. Weiter ging es nach Adelsdorf.

In Aisch stiegen wieder einige Gäste zu, ebenfalls in Schweinbach. Nach einer kurzen Raucherpause ging es über Zentbechhofen und Greuth nach Förtschwind. Vor dem Festzelt wurde der Bus schon neugierig erwartet.

Sicherheit auf den Straßen

Alfons Brehm, der "Chef-Busfahrer", hatte mehr Mitreisende erwartet. "Ich fand die Idee gut und hab sofort Ja gesagt", erklärt er dem Fränkischen Tag. "Ich will für mehr Sicherheit auf der Straße sorgen", fügt er noch an. Beschwingte Kerwamusik klang aus dem Buslautsprecher und die Stimmung war gut.

Sandra und Karin kommen aus Förtschwind. Sie sind die Hostessen im Bus. "Uns ist es wichtig, dass die Gäste sicher ankommen und vor allem wieder unbeschadet zu Hause landen", meint Sandra. Zusammenhalt sei in Förtschwind groß geschrieben. "Wir halten zamm wie Pech und Schwefel!" Beide sind im Verein der Kerwafreunde und da sei die super Adelsdorfer Idee aufgenommen worden. "Wir wollen einfach, dass die kleinen Feste in den kleinen Dörfern mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die sind familiärer und eigentlich schöner - aber es kommen halt immer weniger. Wenn wir nicht mit solchen Angeboten aufwarten, sterben diese Kerwas sonst noch aus."

Denise ist aus Lonnerstadt und hatte das Angebot in der Zeitung gelesen. Sie kam nach Aisch, um von dort aus den Shuttleservice zu nutzen. "Ich finde es mal was anderes. Man muss nicht fahren, man ist sicher unterwegs und außerdem finde ich es toll, dass man nichts bezahlen muss." Man müsse einfach die kleinen Dörfer unterstützen und Förtschwind sei so ein schönes Fleckla! Ihr dauerte die Fahrt auch nicht zu lange. "Das ist einfach die richtige Einstimmung auf einen schönen Kerwaabend!"

Bianca und Christopher sowie Nadine und Michael stiegen gut gelaunt in Schweinbach zu. "Wir wollen ja schließlich was trinken und dann muss keiner von uns fahren", findet Christopher. Auch dass sie bis 1.30 Uhr bleiben müssen, macht ihnen nichts aus. "Wir haben Zeit, außerdem ist morgen Sonntag", meint Michael zufrieden. Dass der Förtschwinder Shuttlebetrieb kostenlos ist, finden sie einwandfrei.

Hedi und Wolfgang sind Aischer. Sie nehmen den Bus, weil sie so unbeschwert etwas trinken können und nicht den ganzen Abend an einem Glas Wein sitzen müssen. "Der Stammtisch Zentbechhofen trifft sich in Förtschwind geschlossen und da gehören wir dazu", sagen sie. Die Fahrt von mehr als einer Stunde dauere schon etwas lang, aber mit einem Schnäpsla sei es leichter. Sie hätten auch eine Kleinigkeit gezahlt. "Das lassen wir dann einfach im Festzelt in Förtschwind", meint Wolfgang augenzwinkernd. "Wir halten auch locker bis 1.30 Uhr durch, bis der Bus uns wieder heimbringt."

Aus Greuth und Zentbechhofen sah man auch Kerwagäste zu Fuß kommen. "Das ist doch wirklich net weit", meinte ein Ehepaar. "Das schaffen wir locker."

Ein Adelsdorfer Paar war mit dem Fahrrad gekommen. "So können wir kommen und gehen wann wir wollen." Das hat natürlich auch seine Vorzüge - vor allem bei schönem Wetter. Das Festzelt war gut gefüllt und es herrschte Bombenstimmung als "Die Stadelhofner" am Abend aufspielten.

Abschließend kann man sagen, dass es eine super Idee ist und es wäre einfach schön, wenn mehr Leute in Zukunft solch ein Angebot nutzen würden. In Förtschwind säumten ganz viele parkende Autos die Straße. Etliche von ihnen hätten sicher auch das Busangebot nutzen können. Bei der Rückfahrt hat die "Individualität" dann doch stärker zugeschlagen und nur wenige Nachschwärmer hatten das super Angebot genutzt. Schade! Aber dann nächstes Jahr.



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