Weisendorf

"Unhaltbare Zustände" in den Weisendorfer Schulbussen?

Die Weisendorfer Grünen klagen über großes Gedrängel in den Bussen zu den weiterführenden Schulen. Bürgermeister Süß zeigt eine mögliche Lösung auf.
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Zahlreiche Schüler müssen morgens nach Herzogenaurach fahren. Laut Bürgermeister Heinrich Süß würde sich die Lage entspannen, wenn sich nicht alle in den ersten Bus drängen würden, sondern auf einen der Folgebusse warten.   Foto: Richard Sänger
Zahlreiche Schüler müssen morgens nach Herzogenaurach fahren. Laut Bürgermeister Heinrich Süß würde sich die Lage entspannen, wenn sich nicht alle in den ersten Bus drängen würden, sondern auf einen der Folgebusse warten. Foto: Richard Sänger

Gleich drei Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen standen in der Sitzung des Weisendorfer Gemeinderats am Montagabend auf der Tagesordnung: zur Unterstützung des Volksbegehrens "Artenvielfalt in Bayern - Rettet die Bienen", zur Ortsrandeingrünung südlich des Wohngebietes Gerbersleithe sowie zur Situation in den Bussen der Linie 204 zu den weiterführenden Schulen.

Der Antrag zur Ortsrandeingrünung wurde während der Sitzung von Christiane Kolbet zurückgezogen, dafür wurde über die Linie 204 umso emotionaler diskutiert. Im Antrag wurde gefordert: Die Verwaltung lädt alle Weisendorfer Schüler, die weiterführende Schulen in Herzogenaurach und Höchstadt besuchen, zu einer Anhörung zur aktuellen Situation in den Bussen der Linie 204 ein.

Kolbet begründete den Antrag damit, dass auf die Fraktion der Grünen immer mehr Eltern und Schüler zukämen und sich über die unhaltbaren Zustände im Bus beklagten. Sie verglich die Linie von und zur Schule mit einem "Viehtransport" und berichtete, dass sich in einem 51-sitzigen Bus über 100 Schüler drängen würden. Das seien dramatische Zustände. Außerdem stelle das Busunternehmen nicht die angekündigten Busse zur Verfügung, teilweise würden sie überhaupt nicht kommen, kritisierte die Marktgemeinderätin.

Die Folgebusse sind fast leer

"Das ist wieder einmal ein Schaumschlägerantrag und hilft uns aber auch nicht weiter", erklärte CSU-Gemeinderat Karl-Heinz Hertlein. Denn es seien genügend Busse unterwegs, aber wenn sich die Leute gleich in den ersten Bus drängen, könne es nicht funktionieren. Auch Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) verwies darauf, dass dem ersten Bus meist einer oder mehrere Busse folgen, aber wegen der Aufstellfläche vor den Schulen nicht alle Busse gleichzeitig losfahren könnten. So wäre es kein Problem, eben zehn Minuten später zu fahren, aber der oder die Folgebusse seien meist nahezu leer.

Diese Klagen seien so alt wie der Schulbusverkehr, meinte der Bürgermeister. Auch Günther Vogel (BWG) erklärte, dass alle Generationen das gleiche Problem haben, trotzdem sei es eine "Sauerei", wie mit den Schülern umgegangen werde. Er sieht aber wenig Sinn darin, Schüler und Eltern einzuladen, denn zuständig sei das Landratsamt.

Der Bürgermeister zeigte sich auch etwas verwundert, denn bei der Gemeinde liege nur eine Beschwerde per E-Mail vor. Der Markt Weisendorf sei selbstverständlich um eine Lösung bemüht, sollten die Vorwürfe zutreffen. Außerdem werde er die betreffenden Schulen kontaktieren, um nachzufragen, ob dort Beschwerden von Schülern und Eltern vorliegen.

Manfred Schmidt fährt mit

Süß sprach sich allerdings gegen eine Einladung der Schüler und Eltern aus. Denn dies sei organisatorisch nicht ganz einfach, alle Betroffenen zu einem gewissen Zeitpunkt einzuladen. In der Diskussion erklärte sich Manfred Schmidt (FW) bereit, an einem freien Tag im Bus mitzufahren, um sich selbst ein Bild machen zu können.

Der Antrag der Grünen wurde mit 17 gegen die zwei Stimmen der Grünen abgelehnt. In einem weiteren Beschluss ließ sich Bürgermeister Süß bestätigen, dass er die gesammelten Beschwerden der Grünen-Fraktion anonymisiert an das Landratsamt weitergeben darf. Auch die Kontaktaufnahme mit den Schulen ließ sich Bürgermeister Süß vom Gremium genehmigen. Er könne sich auch vorstellen, mittels eines Fragebogens die Beschwerden von Schülern und Eltern zu erfassen.

Keine Öffnung am Sonntag

Auch beim Antrag auf Unterstützung des Volksbegehrens "Artenvielfalt in Bayern - Rettet die Bienen" hatte die Fraktion der Grünen nicht den gewünschten Erfolg. Im Antrag hieß es, dass die Eintragung in die Unterschriftenlisten zusätzlich zu den gesetzlichen Mindestbestimmungen auch noch Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag durchgehend von 8 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 8 bis 20 Uhr und an allen Samstagen und Sonntagen im Eintragungszeitraum jeweils drei Stunden möglich sein sollte. "Wir würden uns wünschen, dass das Rathaus über die gesetzlichen Zeiten hinaus geöffnet ist und sich als bürgerfreundliche Verwaltung zeigt", erklärte Christiane Kolbet.

Bürgermeister Süß wies in seiner Antwort auf die bereits geänderten Öffnungszeiten hin, erklärte, dass genügend Stunden zur Eintragung angeboten würden, und erteilte einer Öffnung an Sonntagen eine Absage. Auch Friedrich Mümmler (FW) sprach sich gegen eine Öffnung an Sonntagen aus. "Wenn man will, ist genügend Zeit zur Eintragung." Der Antrag wurde mit zwei gegen 17 Stimmen abgelehnt.

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