Adelsdorf
Probelauf

Ungewöhnlicher Test bei Adelsdorfer Metzger

Nürnberger Wissenschaftler testen ihren neuen 3-D-Scanner an einer Rinderkeule in Adelsdorf.
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Jürgen Fleischmann quittierte Michael Jostmeiers wissenschaftliche Arbeit mit einem Schmunzeln.    Foto: Johanna Blum
Jürgen Fleischmann quittierte Michael Jostmeiers wissenschaftliche Arbeit mit einem Schmunzeln. Foto: Johanna Blum

Um Kunstwerke untersuchen und Daten sammeln zu können, hat die Technische Hochschule (TH) Nürnberg einen rechnerungebundenen 3-D-Scanner angeschafft. "Es existieren in Deutschland nur zwei Scanner der Firma Artec. Einer ist in Wolfsburg und seit drei Wochen besitzt unsere Hochschule den zweiten, der einen Wert von 22 000 Euro hat", erzählt Michael Jostmeier, Professor für Fotografie und Mediendesign von der Fakultät Design an der TH.

Getestet wurde das wertvolle Gerät am Montag in Adelsdorf, aber nicht an einem Kunstwerk im Schloss oder in der Kirche, sondern in der Metzgerei Fleischmann. "Scannt ihr nun tote Kühe, so wie Rembrandt ein Bild gemalt hat?", fragte Jostmeier damals ein Kollege scherzhaft, als der Scanner eingetroffen war.

Und das war dann eigentlich der Anstoß für diesen Ausflug in den Aischgrund. Der Professor erklärt: "Ein Lehrbeauftragter an unserer TH ist gebürtiger Adelsdorfer und seine Eltern leben in Aisch. Der meinte, dass es in Adelsdorf so einen verrückten Metzger gäbe, der bestimmt bei diesem Versuch mitmachen würde."

70 Kilo schweres Testobjekt

Und so war es dann auch. Jürgen Fleischmann sagte sofort zu und hatte auch ganz frisch das richtige Teil besorgt, eine 70 Kilogramm schwere Rinderkeule. Natürlich wird diese im Anschluss vom Metzgermeister fachgerecht zerlegt und für den Verkauf aufbereitet. Die Keule diente dem Professor nur als Testobjekt, erwies sich aber dafür als bestens geeignet.

Immer wieder musste der Adelsdorfer Metzgermeister die Keule abreiben, denn die Oberfläche darf beim Einscannen nicht glänzen. "Da ist dann sonst ein Loch im Bild", erklärte Jostmeier, während er mit dem zwei Kilogramm schweren Hightech-Gerät die Rinderkeule aus allen Blickrichtungen einscannte. Der 3-D-Scanner wird bestimmt nicht mehr so schnell in einer Metzgerei eingesetzt. In Zukunft braucht ihn die Fachrichtung Design der TH Nürnberg.

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