Etzelskirchen
Prozess

Unfallfahrer von Etzelskirchen muss ins Gefängnis

Ein Etzelskirchener hat im Januar betrunken einen Fußgänger angefahren. Weil er danach noch versuchte, seine Schuld zu vertuschen, muss er ins Gefängnis.
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Auf diesem Sträßchen wurde im Januar ein Fußgänger von einem Betrunkenen angefahren, der jetzt vor Gericht stand.Waltraud Enkert
Auf diesem Sträßchen wurde im Januar ein Fußgänger von einem Betrunkenen angefahren, der jetzt vor Gericht stand.Waltraud Enkert
Zu einem Jahr Haft ohne Bewährung hat das Amtsgericht Erlangen den Etzelskirchener Markus B. (Name von der Redaktion geändert) am Dienstagvormittag verurteilt. Dieser hatte im Januar nicht nur den Etzelskirchener Fritz S. (Name von der Redaktion geändert) mit dem Auto angefahren, als dieser mit seinem Hund Gassi ging, sondern auch versucht, die Tat zu vereiteln.
Bevor er den augenscheinlich nur leicht verletzten Fußgänger vom Unfallort auf dem Buchenweg, einer Verbindungsstraße zwischen Etzelskirchen und Kieferndorf, nach Hause brachte, verständigte der Angeklagte seine Lebensgefährtin, die vorgeben sollte, dass sie am Steuer des Wagens gesessen hatte. B. selbst war nach dem Konsum von drei Maß Bier nämlich alkoholisiert, zudem war er bei der Polizei wegen mehrfacher Missachtung der Straßenverkehrsordnung bereits bekannt.
Womöglich beschädigte der Angeklagte die Frontscheibe seines Autos mit einer mitgeführten Axt, um vorzutäuschen, dass der Spaziergänger ihm vors Auto gelaufen sei. Laut Polizei könne der Schaden nicht durch den Zusammenprall mit dem Fußgänger entstanden sein.
Was sich zwischen dem Unfallzeitpunkt und der Ankunft des Opfers zu Hause wirklich ereignete, bleibt im Dunkeln, da S. keine Erinnerungen an diese Zeitspanne besitzt. B.'s Lebensgefährtin hatte bereits vor der Gerichtsverhandlung gestanden, dass sie nicht im Auto gesessen hatte und durch ihre Falschaussage den Angeklagten schützen wollte. Aufgrund ihres Geständnisses wurde das Verfahren gegen sie gegen eine Geldauflage von einem Monatsgehalt eingestellt.
Das Unfallopfer, das sich seiner Aussage zufolge mehrmals bemüht hatte, das heranfahrende Auto mithilfe einer Taschenlampe auf sich aufmerksam zu machen, hatte noch versucht auszuweichen, bevor dieses direkt auf ihn zu steuerte. Um nicht unters Auto zu kommen, sprang der Spaziergänger spontan hoch.


Schmerzen und Schwindel

Neben mehreren Prellungen und einem Schädel-Hirn-Trauma trug er einen Riss in der Schulter davon, die operiert werden musste. Aufgrund von Schmerzen und ungeklärtem Schwindel war der Kaufmann rund acht Monate arbeitsunfähig. Laut eigener Aussage fühlt er sich seit dem Unfall "zehn Jahre älter".
Während die Verteidigung versuchte, sich mit Richter und Staatsanwalt auf sechs Monate Haft mit Bewährung zu einigen, bestand die Staatsanwaltschaft aufgrund der lang andauernden Leidensgeschichte des Opfers auf eine Haftstrafe von einem Jahr ohne Bewährung sowie den Entzug der Fahrerlaubnis für weitere zwei Jahre.
Bei der Urteilssprechung schloss sich der Richter der Meinung der Staatsanwaltschaft an, da insbesondere das Verhalten des Angeklagten im Nachgang der Tat, das versuchte Vertuschen der eigenen Schuld, keine Bewährung rechtfertige. Der Anwalt des Angeklagten kündigte daraufhin an, dass er das Urteil anfechten werde.

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