Herzogenaurach
Aktion

Umweltminister Thorsten Glauber stellt sich beim Earth Day Herzogenaurach den Fragen der Grundschüler

Beim Earth Day Herzogenaurach unter dem Motto "Natur pur" stellte sich der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber kritischen Fragen der Grundschüler.
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Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Mitte) und Bürgermeister German Hacker (rechts) halfen den Schülern beim Ansäen einer Blühfläche auf dem Schulgelände. Foto: Mirjam Stumpf
Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Mitte) und Bürgermeister German Hacker (rechts) halfen den Schülern beim Ansäen einer Blühfläche auf dem Schulgelände. Foto: Mirjam Stumpf
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Der bayerische Staatsminister für Umwelt- und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, musste sich am Mittwoch einem besonders kritischen Publikum stellen: Den Dritt- und Viertklässlern der Grundschule Herzogenaurach.

Die Jüngsten interviewten im Rahmen des neunten Earth Days Herzogenaurach den Minister, unter dessen Schirmherrschaft die Aktion in diesem Jahr stand, und löcherten ihn mit ihren Fragen zum Umweltschutz.

Der Earth Day in Herzogenaurach stand in diesem Jahr zum zweiten Mal unter dem Motto "Natur pur". Er soll als symbolischer Tag für die Erde gelten und findet in Herzogenaurach unter enger Zusammenarbeit der Stadt mit den Firmen Schaeffler, Adidas, Puma, Fachklinik Herzogenaurach, Yaskawa Vipa Controls, Proleit sowie der Carl-Platz-Schule statt. Vertreter dieser, sowie Mitarbeiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten waren deshalb ebenfalls mit anwesend.

In den Händen der Politik

"Die Erde hat Fieber. Das müssen wir stoppen", machte Thorsten Glauber den Schülern der Grundschule Herzogenaurach den Klimawandel und die steigenden Temperaturen deutlich. Dadurch werde es für die Insekten immer schwieriger, einen geeigneten Lebensraum zu finden.

Aber auch den Häuser- und Straßenbau sprach der Minister an. Die Frage sei, wie viel wir selbst durch Bebauung den Insekten an Fläche nehmen. In diesem Zug appellierte der Minister an das eigene Handeln. "Im Garten müssen wir uns an die eigene Brust klopfen", so Glauber, und weniger Spritzmittel einsetzen. Diese Einsicht müsse vom Kopf übers Herz in die Hand gehen, so Glauber weiter. Damit könne man nicht früh genug beginnen. "Es ist euer Tag", bedankte er sich zudem beim Engagement der Kinder.

Anschließend an den kurzen Vortrag waren die Kinder an der Reihe. "Herr Umweltminister, tun wir genug für den Umweltschutz?" war eine der Fragen eines Schülers an den Politiker. Glauber zählte daraufhin einzelne Punkte auf, die die Politik in Bayern in der nahen Zukunft umsetzen will. Beispielsweise sollen entlang der Flüsse im Freistaat blühende Flächen entstehen, ebenso an vielen Straßen. "So entsteht ein Spinnennetz an Blühflächen in ganz Bayern", erklärte er.

Trotzdem hätten die vielen Unterschriften, die für das "Volksbegehren Artenvielfalt" im Februar zusammengekommen sind, gezeigt, dass die Politik bisher zu wenig mache.

Aktiv im Passivhaus

"Wer den Klimanotstand erst 2019 verkündet, hat 20 Jahre geschlafen", sagte Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD). Die Stadt Herzogenaurach bemühe sich bereits seit Jahren, dem Klimawandel selbst entgegenzusteuern. "Das ist unsere Leitlinie seit zehn Jahren", so Hacker. Ebenso merkt er an, dass die Veranstaltung an diesem Tag beispielhaft in einem Passivhaus stattfinde, das durch seine Energieeffizienz sehr umweltfreundlich ist.

Auch er schenkte den Anliegen der Grundschüler sein Ohr. Auf die Frage einer Schülerin, ob man "nicht mal alles wachsen lassen könne" statt große Flächen in der Stadt zu mähen, ertönte spontaner Applaus bei den Anwesenden. Hacker gab ihr recht. "Wir lassen manches länger stehen, das verspreche ich", versicherte er.

Die Worte in die Tat umsetzen

Nach der Fragerunde, zu dessen Abschluss alle Teilnehmer fair gehandelte Stoffbeutel sowie eine Holzmedaille erhielten, säten die Grundschüler gemeinsam mit dem Minister und Bürgermeister Hacker eine Blühfläche auf dem Schulgelände an. Monika Preinl, Umweltbeauftragte der Stadt Herzogenaurach, zeigte den Schülern dabei, wie sie die Saatkörner am effektivsten über die Erde streuen sollen.

Als eine "Eh-Da-Fläche" bezeichnete sie den Streifen - eine Grünfläche, die bisher zwar da war, aber nicht weiter genutzt worden ist. Nun sollen an der Stelle bald verschiedene Blumen blühen und damit den Insekten ein bisschen mehr Lebensraum bieten.

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