Pommersfelden
Gemeinderat

Umstrittenes Kriegerdenkmal im Kreis Bamberg unter der Lupe

Vor Jahren war es immer wieder mal Stein des Anstoßes: Das Kriegerdenkmal nahe der Kirche und des Rathauses von Pommersfelden.
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Die Gemeinde Pommersfelden hat dem umstrittenen Kriegerdenkmal bereits 2013 eine "Erläuterungstafel" hinzugefügt.    Foto: Evi Seeger
Die Gemeinde Pommersfelden hat dem umstrittenen Kriegerdenkmal bereits 2013 eine "Erläuterungstafel" hinzugefügt. Foto: Evi Seeger
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Vor allem die Inschrift "lernt glauben, lernt kämpfen, lernt sterben" wurde von vielen Betrachtern und Besuchern der Gemeinde als problematisch eingeordnet. Bereits im Jahr 2013 hat sich daher die Gemeinde Pommersfelden zusammen mit den Kirchen entschlossen, dem historischen Denkmal eine "Erläuterungstafel" hinzuzufügen. Seitdem sei Ruhe eingekehrt, berichtete Bürgermeister Hans Beck (WB Sambach) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Marc Ryszkowski, der an der Uni Bamberg Denkmalpflege studierte, hatte das umstrittene Denkmal als Thema seiner Masterarbeit gewählt. Darauf gestoßen ist der aus Heidelberg stammende Student durch einen Vortrag, den er in Berlin über das Kriegerdenkmal von Pommersfelden gehört hatte.

Ein Propaganda-Bauwerk

Seine Arbeit und Erkenntnisse stellte Ryszkowski in der Sitzung dem Ratsgremium vor. Er beleuchtete den geschichtlichen Hintergrund und legte dar, wie es zur Errichtung des Monuments in den Jahren 1934 und 1935 gekommen ist. Fakten zu Entwurf, Planung, Finanzierung und Bau werden in der Masterarbeit beleuchtet. Entworfen hat das Denkmal der Erlanger Architekt Adalbert Bischoff, auf den auch die Inschrift zurück geht. Der damalige Pfarrer von Pommersfelden, Karl Geuder, der an der Errichtung maßgeblich beteiligt war, hatte Bischoff vermutlich bereits während seiner Studienzeit kennengelernt.

Wie das Denkmal einzuordnen ist und wie die Gemeinde damit umgehen kann, legte Ryszkowski in der Sitzung dar. Es sei unter keinem Gesichtspunkt als christliches Gefallenendenkmal einzuordnen. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg sieht er es als "Bestandteil der nationalsozialistischen Kriegspropaganda", um Deutschland auf einen neuen Krieg vorzubereiten. Dies spiegle sich auch im Motiv der "marschierenden Einheit" wider.

Die von der Gemeinde angebrachte Tafel sei ein guter Schritt gewesen, fand Ryszkowski, gibt aber einen weiteren "Denkanstoß". Er schlägt vor, das Kriegerdenkmal zu einem historischen Denkmal zu machen und als solches unter (Denkmal-)Schutz zu stellen. "Wenn man nichts macht, hat es noch die gleiche Funktion wie in den 30er Jahren." Die Räte wollen das in Ruhe diskutieren und abwägen, ob eine Aufnahme in die Denkmalliste beantragt wird.

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