LKR Erlangen-Höchstadt
Mobilität

Umfrage: Busse sind zu teuer

Die Freien Wähler aus dem Landkreis haben im Februar eine Online-Befragung zum Ein-Euro-Ticket gestartet. Die Ergebnisse und wie es weitergehen soll haben sie jetzt vorgestellt.
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Die Umfrage zum Ein-Euro-Ticket war laut den Freien Wählern ein voller Erfolg: Jetzt wollen sie an der Planung für eine dreimonatige Test-Phase arbeiten. Andere Kommunalpolitiker verweisen darauf, dass das Projekt nur im gesamten VGN realistisch wäre. Foto: Franziska Rieger
Die Umfrage zum Ein-Euro-Ticket war laut den Freien Wählern ein voller Erfolg: Jetzt wollen sie an der Planung für eine dreimonatige Test-Phase arbeiten. Andere Kommunalpolitiker verweisen darauf, dass das Projekt nur im gesamten VGN realistisch wäre. Foto: Franziska Rieger

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" - das ist der Grundtenor der Freien Wähler aus dem Landkreis zum Thema Ein-Euro-Ticket. Sie führten eine Online-Umfrage dazu durch. Mit dem Ergebnis sind sie sehr zufrieden: Insgesamt 792 Bürger nahmen daran teil und fast 92 Prozent von ihnen sprachen sich für das Ticket aus. 96 Prozent wären sogar für die Einführung eines dreimonatigen Probebetriebs. "Das ist ein Arbeitsauftrag, den man bearbeiten muss", sagt Ludwig Wahl, Bürgermeister von Röttenbach und Kreisrat. "Der Bus ist einfach vielen zu teuer", sagt er. Das wird auch in den Kommentaren der Umfrageteilnehmer deutlich (siehe unten).

Gerald Brehm, Bürgermeister von Höchstadt und Kreisfraktionssprecher sagt, es müsse noch vieles abgeklärt werden, bis das Pilotprojekt beginnen könne. "Eine Linie die sich gut anbieten würde haben wir jedoch schon: Die Linie 203 oder 205."

In der Test-Phase würde sich zeigen, wer das Angebot wirklich nutzt. Karsten Fischkal, Bürgermeister von Adelsdorf und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, ist überzeugt: "Von heute auf morgen geht das nicht. Das ist ein Projekt, das man Step-by-step aufbauen muss."

Kommentare zur Umfrage

"Die Busse sind sehr oft überfüllt und momentan auch sehr teuer." - "Die Busfahrer könnten netter sein." - "Superschnell und umweltschonend um in die Stadt zu kommen!" - "WLAN wäre super." - "Fahre mit dem Auto, da mir das Busfahren zu teuer ist." - "Dichtere Taktung." - "Die Dörfer brauchen eine bessere Anbindung."

Ein-Euro-Ticket nur im gesamten VGN realisierbar

Landrat Alexander Tritthart (CSU) teilt auf Anfrage mit, dass er das 365-Euro-Ticket für interessant halte, allerdings nur verbundweit, also innerhalb des VGN. Das führe jedoch zu erheblichen finanziellen Lücken bei den Einnahmen, die letztlich durch den Freistaat Bayern auszugleichen wären.

"Ich begrüße, dass die Einführung eines 365-Euro-Tickets im Koalitionsvertrag grundsätzlich als Ziel formuliert wurde. Ich finde, dass ein 365-Euro-Ticket keinesfalls nur in den großen Städten kommen darf", sagt Tritthart. Manfred Bachmayer, Kreisrat der Grünen, findet es "wünschenswert", dass die Freien Wähler ihren Antrag für ein solches Ein-Euro-Ticket einbringen. Kostenloser ÖPNV sei schließlich eine Grundforderung der Grünen. Eine Lösung allein für den Landkreis Erlangen-Höchstadt werde aber nicht realisierbar sein, so Bachmayer.

"Insellösung" wenig sinnvoll

"Ich halte nichts von einer Insellösung", sagt er. Wenn, dann müsste ein solches Ein-Euro-Ticket im gesamten VGN eingeführt werden. Dann wäre es an der VGN-Versammlung, einen solchen Beschluss zu fassen. Der Landkreis könne sich dazu einbringen. Um den ÖPNV im gesamten Landkreis zu stärken, brauche es günstigere Preise. Die Taktung der Busse sei mittlerweile "sehr vernünftig". "Es scheitert beim Preis", meint Bachmayer.

Auch wenn es Zukunftsmusik sei: Der Staat müsse den ÖPNV bezahlen, meint Andreas Hänjes, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. "Eine Ermäßigung ist realisierbar", meint er. Dafür brauche es aber eine neue Preisgestaltung. Außerdem sei es nicht nachvollziehbar, warum sich die Kommunen um den ÖPNV kümmern müssen.

Der VGN selbst bezog vor kurzem Stellung zu einem möglichen Ein-Euro-Ticket im Landkreis. Auf FT-Anfrage teilte die Pressestelle mit, dass eine "Insellösung" nur für Erlangen-Höchstadt "kontraproduktiv" sei: "Wenn jede Stadt oder jeder Landkreis besonders günstige Tarifangebote einführen möchte, ohne Rücksicht darauf, welche Auswirkungen das auf die anderen Partner im Verbundgebiet hat, steht das dem Verbundgedanken entgegen."

Wenn, dann müsse ein Ein-Euro-Ticket im gesamten VGN eingeführt werden. Die Pressestelle erklärt weiter, dass es für solch ein Vorhaben die Zustimmung der Regierung von Mittelfranken brauche. Die sei die Genehmigungsbehörde, der Landkreis der Aufgabenträger. Er könne "solche Tarifmaßnahmen grundsätzlich initiieren." Die Verluste, die entstehen, müsste dann aber ebenfalls der Landkreis tragen.

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