Klebheim
Autogramm

Treffen der Legenden

Der Rennfahrer Walter Röhrl signierte das Ford-Modell aus dem Jahr 1982.
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Das Auto war das eine, das sich Jürgen Hendel von Walter Röhrl signieren ließ. Der Autofan nutzte die Gunst der Stunde und nahm ein paar Autogramme mehr mit, die Röhrl gerne unterzeichnete.  Fotos: Petra Hendel
Das Auto war das eine, das sich Jürgen Hendel von Walter Röhrl signieren ließ. Der Autofan nutzte die Gunst der Stunde und nahm ein paar Autogramme mehr mit, die Röhrl gerne unterzeichnete. Fotos: Petra Hendel
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Stolz ist er schon ein wenig. Der Klebheimer Jürgen Hendel steht vor seinem Ford Capri und mag es gar nicht glauben, dass ein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. An sich nichts Großes, ein im Grunde sehr kleiner Wunsch. "Ich wollte einfach nur eine Unterschrift der Rallye-Legende Walter Röhrl auf diesem Auto haben."

Der Grund ist einfach. Hendel erzählt, wie es zu der Verbindung kommt. "Ich bin als junger Erwachsener schon Capri gefahren. Das war auf den Dörfern einfach das Auto schlechthin!" Doch mit der Familie kam auch der Platzmangel. "In den Kofferraum hast Du nichts reinbekommen, so dass der Capri einer Familienkutsche weichen musste." Doch der Wunsch eines Tages wieder Capri zu fahren blieb.

Das Idol besuchen

Ein Wunsch, der 2008 in Erfüllung ging. Eine Anzeige gesehen, angerufen und nach kurzer Zeit stolzer Besitzer des Capris Baujahr 1982 gewesen. Ein Auto, das zwei Jahre später seine "Werksform" verlor und vom damaligen Besitzer um- und aufgerüstet wurde. Irgendwie war dann auch mal im Gespräch, dass dieser Wagen auch im Eigentum von Walter Röhrl gewesen sei, was sich aber nicht bestätigt hat. Aber die Verbindung zu Röhrl existiert durch dessen Aktivität und dessen Rennstart auf diesem Auto.

Klar, Hendel selber Jahrgang 1962 ist in der Zeit der schnellen Autos und Röhrl groß geworden. Als kleiner Bub kann er mitbekommen haben, dass der damalige Nobody aus der Oberpfalz sensationell an der Weltspitze des Rallye-Sportes mithielt. Und zwar mit einem Ford Capri RS mischte der damalige 24-Jähirge bei der Olympia-Rallye die "Großen der Szene" auf.

Um das Ganze zu realisieren, plante Jürgen Hendel die Adresse von Röhrl herauszufinden, um diesen zu kontaktieren. Der Zufall war dann auch ein wenig dabei. Einem Bekannten erzählte er von seinem Wunsch. Der wiederum überraschte mit einer Verbindung zu Röhrl. "Dessen Schwester Dagmar und sein Schwager Axel Ehrlich wurden vor Jahren am Nürburgring, auf dem Standesamt in Adenau, getraut. Und wie es der Zufall so will: Walter Röhrl war deren Trauzeuge." Die autoverrückten Verwandten des Bekannten verrieten dann auch den Trick, wie es mit Röhrl klappen könnte. "Selbstverständlich waren da die Grüße ein kleiner Türöffner", grinst Hendel. "Insofern von hier aus ein Dank an die Beiden."

In Sankt Engelmar ist Hendel dann einem unkomplizierten Menschen begegnet. Dessen Körpergröße von über zwei Metern machte auch schnell klar, warum Röhrl den Spitznamen "Der Lange" trug. "Es war gar keine Frage, dass es die Unterschrift gibt", sagt Hendel. Das sei bereits bei dem Anschreiben der Fall gewesen, denn im Grunde ging alles sehr schnell.

Spontaner Star

"Am Montag angeschrieben, am Dienstag die unterschriebenen Autogrammkarten in der Hand, und die Handynummer." Ein Anruf und bereits am Freitag dieser ereignisreichen Woche ging es in den Bayerischen Wald.

"Ich habe allerdings ganz schön geschwitzt", gibt Hendel zu. Nicht wegen der Aufregung der Motorsportlegende gegenüber zu stehen. "Es regnete wie verrückt. Und der Capri hat die Schwäche, dass der Vergaser, wenn er nass wurde, gerne seinen Geist aufgibt." Doch zusammen mit seiner Frau Petra hielt der Oldtimer durch und stand vor der Röhrlschen Villa, bereit zur Unterschrift.

Mit der Startnummer 23 fuhr Röhrl im Jahr 1972 die Bestzeit in Mölln. Mit 133 km/h im Schnitt, was die damaligen Wertungsrichter gar nicht glauben mochten. Ganz so schnell ist Hendel heute nicht mehr unterwegs. Der Oldtimer muss gut gepflegt werden. Allein das Oldtimerkennzeichen weist darauf hin, dass der Besitzer den Wagen hegt und pflegt. "Bei gutem Wetter geht es nochmals raus", sagt Hendel. Und bei schlechtem nur, wenn es zu Walter Röhrl geht.



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