Nackendorf

Treff für alle Nackendorfer hat breite Basis

Die Bürgerversammlung steht bis auf einen einzigen Anlieger hinter einem Gemeinschaftshaus im Höchstadter Ortsteil. Solarpark statt Gewerbegebiet.
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Die Bürgerversammlung für den Höchstadter Ortsteil Nackendorf war gut besucht.  Foto: Andreas Dorsch
Die Bürgerversammlung für den Höchstadter Ortsteil Nackendorf war gut besucht. Foto: Andreas Dorsch
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Im Höchstadter Ortsteil Nackendorf tut sich was in nächster Zeit. Das geplante und zumindest in der Standortfrage anfangs umstrittene Gemeinschaftshaus kann kommen. Endgültig vom Tisch ist dagegen das Vorhaben, nördlich des Ortes an der Autobahn ein Gewerbegebiet auszuweisen. Dafür soll jetzt auf diesem Gelände ein Solarpark entstehen.

Näheres zu diesen Themen gab es in der Bürgerversammlung für Nackendorf, zu der Bürgermeister Gerald Brehm (JL) am Mittwochabend in die Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt geladen hatte. Im großen Saal waren alle Stühle besetzt.

Plan ist genehmigt

"Beim Gemeinschaftshaus haben wir einen genehmigten Plan und können mit der Ausschreibung beginnen", sagte der Bürgermeister. Gegen den Standort auf dem Dorfplatz neben der Kirche ist nur noch ein unmittelbarer Anwohner. Er drohte damit, mit einer Klage einen Baustopp zu erwirken, hält das geplante Haus für überdimensioniert und kündigte an, dass das Gemeinschaftshaus das Zusammenleben im Ort nicht erleichtern werde.

Die Kritik des Gemeinschaftshaus-Nachbarn, das Projekt wäre auch eine Konkurrenz für das letzte verbliebene Gasthaus in Nackendorf, ließ dessen betroffener Gastronom sofort verpuffen: "Ich sehe kein Problem damit, wir sind ein Beherbergungsbetrieb."

Das L-förmige Gebäude soll 283 Quadratmeter Nutzfläche bekommen, eine kleine Küche, einen Versammlungsraum für 60 Menschen und eine überdachte Terrasse. Das Management könne aber später nicht durch die Stadt erfolgen, erklärte Bürgermeister Brehm. Die Trägerschaft müsse die Dorfgemeinschaft übernehmen, die Betriebskosten die Nutzer tragen.

Der planende Ingenieur Gerald Reinhardt, der den Bau in der Versammlung vorstellte, geht von 440 000 Euro Kosten für das komplett ausgebaute Gemeinschaftshaus aus, wobei man am Dachausbau sparen könnte. Die Neugestaltung des Umgriffs um das Gebäude ist auf 280 000 Euro veranschlagt.

Die Nackendorfer Bürger werden dafür nicht speziell zur Kasse gebeten, auf die Anlieger wird auch nichts umgelegt, versicherte der Bürgermeister. Im Zuge der Dorferneuerung werden dagegen 60 Prozent Zuschüsse erwartet.

Brehm forderte die Nackendorfer auf, unter die innerörtlichen Streitigkeiten der Vergangenheit einen Strich zu ziehen und sich in der Dorfgemeinschaft um einen Neubeginn zu bemühen. "Sind wir froh, dass uns Höchstadt ein Gemeinschaftshaus spendiert", stellte schließlich ein Nackendorfer Neubürger fest.

Weitgehend einig sind sich die Bewohner des Ortsteils über das Vorhaben der Nürnberger Firma Greenovative, auf einer zwölf Hektar großen Fläche an der Autobahn einen Solarpark zu errichten. Wie Firmenvertreterin Kerstin Schuster erläuterte, soll in frühestens neun Monaten mit dem Bau begonnen werden. Die Anlage sei von Wäldern und der Autobahn umrahmt und vom Ort nicht einsehbar.

500 000 Euro von den Bürgern

Die Betreiber aus Nürnberg möchten dabei auch 500 000 Euro über Bürgerbeteiligungen finanzieren. Vorrangig sollen Nackendorfer die Möglichkeit bekommen, Anteile an der Anlage zu erwerben. Als Mindesteinsatz sollen 1000 Euro eingebracht werden.

Kritik an den Photovoltaikplänen kam von zwei Bürgern aus Höchstadt. Einem Bund-Naturschutz-Vertreter ist zumindest ein Teil der Fläche ökologisch zu wertvoll, um sie mit Solarmodulen zuzupflastern. Ein Vertreter der Grünen kann nicht nachvollziehen, "die schöne Landschaft zu verbauen". Er sähe Solarmodule lieber auf den 3000 Dächern in der Stadt. Entscheiden über den Solarpark muss der Stadtrat.

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