Gremsdorf
Bürgerversammlung

Trassenplanung für die Gremsdorfer Umgehung kommt langsam voran

Die Diskussion über eine Ortsumgehung nahm großen Raum in der Gremsdorfer Bürgerversammlung ein.
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Laut Staatlichem Bauamt fahren täglich im Schnitt 12.000 Fahrzeuge durch Gremsdorf.    Foto: Dorsch (Archiv)
Laut Staatlichem Bauamt fahren täglich im Schnitt 12.000 Fahrzeuge durch Gremsdorf. Foto: Dorsch (Archiv)

"Wenn es keine andere Variante gibt, würden wir selbstverständlich auch die Südvariante unterstützen", legte sich Gremsdorfs Zweiter Bürgermeister Markus Franke (Bürgerblock Gremsdorf) gegen Ende der Bürgerversammlung am Montagabend im Sportheim des SC Gremsdorf fest. Man müsse dann eben das Beste für die Gemeinde herausholen, denn mit der B 470 durch den Ort habe dieser keine Zukunft. Mit der letzten Aussage konnten sicherlich alle der rund 70 Anwesenden mitgehen.

Klagen über die hohe Verkehrsbelastung verbunden mit dem rücksichtslosen Verhalten zahlreicher Autofahrer bestimmten viele Beiträge in der Diskussion über eine Umgehungsstraße. Diese würden sich die meisten aber wohl im Norden der Gemeinde wünschen. Am Ende der rund zweistündigen Versammlung war jedoch nur eines klar: eine einfache Lösung wird es nicht geben.

Das war zumindest das Ergebnis aus den Vorträgen von Anatol Kiesel-Peiker und Lutz Engelhardt vom Staatlichen Bauamt Nürnberg. Kiesel-Peiker stellte zunächst fest, dass die Ortsumgehung seit 2016 als vordringlich, mit der höchsten Priorität, im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben sei. Er bestätigte mit seiner Begründung auch die Erfahrungen der Gremsdorfer Bürger. Nach aktuellen Verkehrsdaten durchfahren 12 000 Fahrzeuge pro Tag den Ort, 2000 mehr als der bayerische Durchschnitt. Nicht zuletzt deshalb sei eine Umgehung notwendig.

Tunnel wäre sehr teuer

Für diese gibt es aktuell drei mögliche Varianten, die von anfangs neun übrig geblieben sind. Diese werden derzeit in einer Vorplanung geprüft. Die Variante im Süden würde dort zwischen den Weihergebieten und dem Ortsrand von Gremsdorf verlaufen. Eine Nord-Variante würde durch den Aischgrund führen. Die dritte Möglichkeit wäre eine Tunnel-Lösung.

Alle drei Varianten wären mit Problemen verbunden. Im Süden würde die Trasse Naturschutzgebiete betreffen und weiterhin Anwohner, zum Beispiel im Wohngebiet am Mau-ernwald, belasten. Ein neues Baugebiet auf Höchstadter Flur am Galgenberg findet laut Kiesel-Peiker ebenfalls Beachtung. Dieses Problem wäre aber lösbar.

Eine Trassierung durch den Aischgrund würde wiederum diesen sensiblen Naturraum mit einem Vogelschutzgebiet stören und Überflutungsgebiete beeinflussen. Auch wären die Kosten aufgrund größerer Brücken über die Aisch höher. Die noch höheren Kosten bei Bau und Unterhalt sind wiederum das größte Hindernis für eine Untertunnelung. Diese könnten schnell einmal das fünf- bis zehnfache einer normalen Straßenvariante betragen, so die Experten vom Bauamt.

Aus der Versammlung heraus wurde der Vorwurf laut, dass das Bauamt sich bereits für die Süd-Variante entschieden habe, da diese auch einzig im Bundesverkehrswegeplan verzeichnet sei. "Hier gibt es noch keine Entscheidung", betonte jedoch Kiesel-Peiker. Man befinde sich in einer sehr frühen Planungsphase, und alle drei Varianten würden gleichberechtigt geprüft. Dies bestätigte auch Umweltexperte Engelhardt. Derzeit würden noch Daten für eine Umweltverträglichkeitsstudie erhoben. "Der Planungsraum ist mit 440 Hektar vergleichsweise groß", so Engelhardt. Gleichwohl ließen die Aussagen durchblicken, dass eine Süd-Variante wohl am wahrscheinlichsten ist.

Die Vorplanungen sollen Mitte 2019 abgeschlossen werden, um dann eine Vorzugsvariante festzulegen und weiterzuentwickeln. Dann können sowohl die Gemeinde Gremsdorf als auch die Stadt Höchstadt noch Einwände vorbringen. Im Anschluss geht es in das Planfeststellungsverfahren. Letztendlich könnte eine Ortsumgehung wohl erst in rund zehn Jahren Realität werden.

Nicht zuletzt, weil die Planungen sich noch in einem frühen Stadium befinden, lehnte Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (Bürgerblock Gremsdorf) eine stärkere Positionierung der Gemeinde ab: "Dies wäre einfach unverantwortlich". Man werde nun die Ergebnisse der Vorplanung abwarten und die Bürger bei einer weiteren Versammlung selbstverständlich informieren.

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