Erlangen
Berg-Regeln

Tradition und Innovation beim Frühschoppen

Es gibt immer wieder Menschen, die schimpfen, dass der Berg früher viel ruhiger war, viel traditioneller, viel schöner. "Alles Quatsch", winken die Festwirte ab. "Alles Quatsch", sagen auch die eingefleischten Fans, die Jahr für Jahr auf den Berg gehen.
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Die Aurachtaler Jugendkapelle spielte am Pfingstmontag beim Entlas auf.  Fotos: Michael Busch
Die Aurachtaler Jugendkapelle spielte am Pfingstmontag beim Entlas auf. Fotos: Michael Busch
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So wie der Höchstadter Ralph Bernder. Gerade an Pfingsten zeige sich der Berg von seiner charmanten Seite. An den Kellern spielen Volksmusikkapellen. Die Auracher Jugendkapelle zum Beispiel am Pfingstmontag auf dem Entlaskeller, die Zillertaler füllten das Schächtners Zelt am Sonntagmorgen. Es erklingen Lieder wie "Rosamunde" oder andere Ernst-Mosch-Hits. Bernder erklärt, wie der Bergbesuch auszusehen hat: "Dein Essen bringst Du im Normalfall von Zuhause mit - hier oben ist es schon ein wenig teurer. Wobei die Brezen und die Maßen, die musst Du hier oben kaufen - diese zwei Dinge sind einzigartig."

Ein wichtiger Punkt ist das frühe Aufstehen - angesichts eines eventuellen Vorabends in der Stadt nicht einfach umzusetzen. Denn wenn der Berg um 9.30 Uhr öffnet, sind die meisten Tische innerhalb einer halben Stunde alle belegt. Echte Bergfreunde pilgern schon gegen acht Uhr auf den Berg.


Echte Berg-Fans hassen Reservierungen



Die echten Fans hassen im Übrigen die "Reservierungen". Bernder moniert diese Unsitte. "Das sind Firmen wie Siemens oder die Uni, die meinen alles reservieren zu müssen. Wenn sie halt einen Tisch wollen, sollen sie rechtzeitig kommen." So kommt es auch immer wieder zur Diskussion, ob die Kreidezeichnungen auf dem Tisch versehentlich weggewischt wurden oder mit Vorsatz.

Tradition heißt im Übrigen nicht, dass es nichts Neues am Berg gibt. So tragen immer mehr Damen eine Innovation, die es vor allem den Taschendieben schwer machen soll, an das Berggeld zu kommen. Am Handgelenk wird das modische Accessoire getragen. "Das ist nicht nur für Geld, da sind auch andere wichtige Utensilien sicher unterzubringen", erklärt Lutz Posse, Standbetreiber am Bergaufgang.

Eine echte Verbindung zwischen Tradition und Innovation ist dann der Bergkrug. Der wurde in kleiner Runde ebenfalls der Öffentlichkeit vorgestellt. Fünf der sieben offiziellen Partnerstädte Erlangens haben nun ihren eigenen Bierkrug. Diesen 257. Berg war Stoke-on-Trent an der Reihe. Seit 1989 ist die Stadt Partnerstadt, nun gibt es auch einen eigenen Krug. Der diesjährige Sammlerkrug der Privatbrauerei Kitzmann trägt beide Städtewappen und einen kurzen Text über die Besonderheiten der Städtepartnerschaft.
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