Herzogenaurach
Herzo-Krimi

Toter sollte vom Fehnturm fallen

Mehrere Tote, eine Suche nach dem Mörder und viele Verdächtige - alles, was zu einem guten Krimi gehört.
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In der Buchhandlung von Bernd Greber (links) fing alles an. Mit Henning Mützlitz entwickelte er im Angesicht der Hauptstraße und dem dortigen Fehnturm entwickelten die beiden eine grausame Idee.  Foto: Michael Busch
In der Buchhandlung von Bernd Greber (links) fing alles an. Mit Henning Mützlitz entwickelte er im Angesicht der Hauptstraße und dem dortigen Fehnturm entwickelten die beiden eine grausame Idee. Foto: Michael Busch
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Wie entsteht eigentlich so ein Buch? Im Grunde ganz einfach, wenn man den Autoren Henning Mützlitz und Bernd Greber glauben darf. "Wir saßen hier am Tisch, schauten auf die Hauptstraße und den Fehnturm und stellten fest, dass dies ein Tatort ist", sagte Greber. "Aus dem Fehnturm fällt ein Toter, der auf der Hauptstraße liegenbleibt", ergänzte Mützlitz. Beide erklären, dass es eher ein Flachs war, den man gemeinsam dort beim Kaffeetrinken machte. Bei dem sollte es aber nicht bleiben, denn Mützlitz fand die Idee dann doch spannend.
Der aus dem Hessischen stammende Schriftsteller, wohnt seit zwei Jahren in Herzogenaurach. Die damalige Idee eines Mordes in Herzogenaurach gefiel dem 1980 geborenem, zugezogenem "Preußen", wie er selber grinsend einbringt, sehr gut. Die Schriftstellerei war und ist nichts Neues. "Seit meiner Kindheit verfasse ich Geschichten", steht auf seiner Homepage. Krimis zunächst für die Familie, dann irgendwann der erste Roman "Das Zepter des Horas" gefolgt von mehreren Werken. Sein Metier eigentlich der Bereich Fantasy, aber auch Sachbücher und journalistisches Wirken sind mehr als nur eine Grundlage für diese neue Aufgabe.


Eine Idee wird fallengelassen

In Greber findet er einen Co-Autor, der vor allem im Bereich der fränkischen Empfindlichkeiten, der fränkischen Eigenarten, der fränkischen Sprache und natürlich der Herzogenauracher Spezialitäten einen wichtigen Part einnimmt. Eine Kombination, die laut der beiden hervorragend funktioniert, weil man sich versteht und ergänzt. Doch mit dem Start zu dem Buch, mussten erst einmal Abstriche gemacht werden und im Grunde die Anfangsidee über den Haufen geschmissen werden. "Das mit dem Fehnturm funktionierte einfach nicht", sagt Mützlitz. "Zum einen sind die Fenster dort oben zu klein und außerdem haben nur zwei Menschen den Schlüssel zu dem Turm, so dass dieser nur an bestimmten Tagen zu besuchen ist."
Kleinigkeiten, die aber für eine Authentizität für solch einen Krimi, der eben auch einen wichtigen Part Lokalkolorit beinhaltet, wichtig sind. "Der Leser bemerkt so etwas", sagt der Autor. "Da müssen die Orte stimmen, da müssen die Zusammenhänge stimmen", ergänzt Gerber. Ein solches Beispiel der Stimmigkeit sei zum Beispiel das Lokal, indem der Protagonist, Hajo Schröck, immer regelmäßig zu seinem Stammtisch und zum Karteln geht. "Das konnte nur der Heller sein", sagt Mützlitz. "Wo sonst?", schiebt er hinterher. "Wir haben bewusst keine falschen Namen oder Umschreibungen genommen", stellt er klar. Es tauchen also Puma und Adidas auf, nicht die Umschreibung "Ein Sportartikelhersteller". Das Einzige, was letztlich Fiktion ist, seien die Namen der Handelnden.


Jeder kann den Krimi lesen

"Wobei wir uns sicher sind, dass der eine oder andere bei den Beschreibungen schon weiß, um wen es sich handeln könnte", sagt Gerber. Dadurch, dass es aber nie despektierlich sei, wäre das aber auch kein Problem. Wie im Gesamtwerk die Darstellung des Franken nicht im "Tatort-Style" stattgefunden habe. Es werde niemand lächerlich gemacht, dennoch gebe es auch "typisch fränkisches", wie beide betonen. Was wiederum aber nicht heiße, dass nur der Franke oder gar der Herzogenauracher den Krimi verstehe - "Jeder kann diesen Krimi lesen", ist Mützlitz überzeugt.
Was geblieben ist von der anfänglichen Idee, ist der Mord an sich. Bereits im Prolog wird der Leser die unheilvolle Tat miterleben, um dann in kriminalistischer Manier der Hauptperson auf den Fersen zu bleiben, um an falschen Fährten entlang schrubbend, irgendwann eine überraschende Lösung dargeboten zu bekommen. "Dieser Krimi ist ganz anders - ganz anders", betont Gerber. Bereits bei der Entstehung haben beide ihren Spaß gehabt. "Klar lacht man da auch mal beim Schreiben, gerade, wenn es darum ginge, auch die Eigenarten der Handelnden herauszuheben", sagt Mützlitz. "Ich bin sogar davon überzeugt, dass eine der Nebendarsteller eine der Hauptpersonen beim Leser sein wird", meint Gerber.
Bereits der Titel lässt einiges erwarten: "Der Schlitzer vom Aurachtal" verspricht Spannung. Das Buch gibt es ab dem 26. April bei Emons. Am 3. Mai findet die Premierenlesung im Bücher, Medien & mehr statt. Weitere Lesungen folgen.


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