Herzogenaurach
Verkehr

Tempo 30: Bürgermeister Hacker drückt seinen eigenen Vorschlag durch

Bürgermeister German Hacker (SPD) konnte sich auf die Mitglieder seiner Fraktion am Mittwochabend verlassen. In einem Punkt der Bauausschusssitzung ging es zwar nur um das scheinbar banale Thema, auf einem Teilstück der Dr.-Dassler-Straße Tempo 30 einzurichten. Aber genau das hatte schon in einer früheren Sitzung für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.
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Aus dem Herzogenauracher Bauausschuss: Zu Boller und Zebrastreifen kommen Tempo-30-Schilder. Foto: Bernhard Panzer
Aus dem Herzogenauracher Bauausschuss: Zu Boller und Zebrastreifen kommen Tempo-30-Schilder. Foto: Bernhard Panzer
Damals hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Curd Blank beantragt, am Zebrastreifen an der Einmündung der Kärntner Straße und ganz in der Nähe des Schulzentrums gelegen, eine Ampel anzubringen. Das wurde abgelehnt, auch durch Bürgermeister German Hacker (SPD). Der wiederum brachte seine eigene Meinung ins Spiel und ließ in der Zwischenzeit daraus einen Verwaltungsantrag basteln. Und der lag dem Bauausschuss jetzt vor. In dem dortigen Bereich sollten Schilder aufgestellt werden, die Tempo 30 verlangen und mit dem Zusatz "Kinder" verbunden werden. Gelten solle das aber nur zeitlich und räumlich begrenzt, also nur in der Nähe des Zebrastreifens und werktags zu Schulzeiten.

CSU gegen Schilder

Die CSU-Stadträte wischten das als unnötig vom Tisch.
Fraktionschef Bernhard Schwab meinte, dass dort eh keiner schneller fahren könne, auch weil die drei Boller schon eine gewisse Verkehrsberuhigung mit sich bringen. Die Autos fahren dort "zivil", meinte Schwab. Und den Zebrastreifen würde auch kaum jemand nutzen.
Sein Fraktionskollege Konrad Körner verwies darauf, dass diese Straße generell keine 30er Straße sei, weil sie das Wohngebiet dort erschließe und breit genug ausgebaut sei. Dennoch würde niemand schneller fahren, weil das gar nicht möglich sei.

Auch Kurt Zollhöfer meinte, dass der Zebrastreifen dort genüge. Zusammen mit den Bollern sei der Fingerzeig deutlich genug, man brauche keine weiteren Schilder der Beruhigung.

Mit Bürgermeister German Hacker stimmten die vier SPD-Räte. Peter Prokop hielt die Lösung für einen "guten und vernünftigen Kompromiss", gleichwohl er zumindest ein durchgehendes Tempo 30 dort ablehnte, weil die Akzeptanz in der Bevölkerung fehlen würde. Dieses Dauerlimit hatte zuvor die grüne Stadträtin Retta Müller-Schimmel mit einem Spontanantrag gefordert.

Auch Siegbert Sendner (SPD) stimmte mit, hielt aber die Boller für problematisch. Man sollte sagen, wer nun Vorfahrt habe. Denn sonst wirken diese Aufsteller seiner Meinung nach nicht nur bremsend, sondern auch beschleunigend. Jeder wolle noch schnell durch, solange die Vorfahrt durch Pfeile nicht geregelt sei, meinte Sendner.

Zu Wort kam auch Curd Blank, der Fraktionsvorsitzende der SPD. Er hielt den Vorschlag der Verwaltung für "überflüssig und falsch" . Ihm sei auch die Art und Weise aufgestoßen, wie sein Ampelantrag nun umfunktioniert worden sei, ergänzte er.

Mit abstimmen durfte Blank aber nicht, da er dem Ausschuss nicht angehört. Wohl aber SPD-Kollege Holger Auernheimer, der in der Juli-Debatte eine Beschränkung auf Tempo 30 noch abgelehnt hatte, und das vorübergehend sogar drastisch als Blödsinn abgetan hatte. In der Sitzung am Mittwoch hielt er sich zurück und stimmte gar gegen seine ursprünglichen Haltungsweise. Damit hatte Hacker die erforderliche Mehrheit. Denn es stimmten alle vier SPD-Räte, die Grüne und er selbst für seinen Antrag. Dagegen waren die drei CSUler und der Freie Wähler. Die Anstimmung endete demnach sechs zu vier. Stimmengleichheit hätte Ablehnung bedeutet.
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