Herzogenaurach

Tanzende Bären im Stadtmuseum

Die Werbewelt von gestern faszinierte die Besucher der Vernissage am Kirchenplatz. Ob Bärenmarke oder Maggiwürze - unwiderstehlich wie die Artikel selbst einmal waren, sind die Exponate für den Betrachter.
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Alexandra Völkl alias Fräulein Cilly sang von ihrer Werbewunderwelt. Fotos: Manfred Welker
Alexandra Völkl alias Fräulein Cilly sang von ihrer Werbewunderwelt. Fotos: Manfred Welker
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Im Stadtmuseum wurde die Ausstellung "Unwiderstehlich! Ein Blick in die Werbewelt von gestern" eröffnet. Besucher können sich bis zum Februar an ihre Jugend und Kindheit erinnern, als noch auf Papier- oder Emaille-Schildern die Werbebotschaft an die Kundschaft vermittelt wurde.

Im Museum empfängt eine kleine Armada tanzender Bären die Besucher und macht Werbung für die Dosenmilch "Bären-Marke", die früher auf keinem Kaffeetisch fehlen durfte. Wer konnte schon dem kleinen pelzigen und knuddeligen Burschen widerstehen, der später auch im Fernsehen mit einer Milchkanne über grüne Alpenwiesen lief und die gute Milch für die Kaffeetafel der Wirtschaftwunderbürger sammelte?

Inzwischen hat sich die Werbewelt gewandelt, aber Marken wie Miele und Esso, Tempo, Erdal und Schreibmaterial von Faber-Castell sind immer noch bekannte Namen. In der Ausstellung ist zu sehen, wie Werbung auch für Sekt wie Kupferberg Gold und Zigaretten gemacht wurde, in ihrer Form heute kaum mehr vorstellbar.

"Sieh mein Kleid! So wäscht Persil" scheint eine Damen ganz in Weiß dem Interessenten zuzurufen. Werbung wurde auch für Maggis Fleischbrühe und Maggis Würze zum Nachfüllen gemacht. Dazu passend ist ein Emailleschild aus Herzogenaurach in der Ausstellung, das aus einem ehemaligen Geschäft in der Hauptstraße stammt, wo die "Bitters Aschl", eigentlich Ursula Bitter, nachmals Schramm, mit dem Slogan warb: "Altbewährt Maggi-Suppen-Artikel hier zu haben."

Werbung ist Zeitgeist

Für die musikalische Umrahmung wurde Alexandra Völkl alias "Fräulein Cilly" aus Fürth engagiert, die mit Unterstützung von Budde Thiem am Piano Teile aus ihrem Programm "Fräulein Cillys Werbewunderwelt" den Anwesenden nahebrachte. Sie wusste es ganz genau: "Guten Morgen Sonnenschein, nur wer aufsteht, kauft auch ein!" Für sie gibt jede Werbung den Zeitgeist wieder und zeigt die Hoffnung, die in die Produkte gesetzt werden.

Treffsicher waren ihre Darstellungen einer möglichen Werbung für Zucker, wie sie sich wohl in den Jahren 1907, 1957 und 2017 angehört hätte. Passend ihre Persiflage auf "Frauengold", basierend auf der Melodie des Liedes Babicka von Karel Gott. Abgerundet wurde ihre Darbietung durch "Die Kleptomanin" von Friedrich Holländer und "Männer im Baumarkt", beobachtet von Reinhard Mey.

In der Ausstellung ist außerdem Kinowerbung für Firmen aus Herzogenaurach zu sehen, aufbereitet von Dieter Hagen.

Die überwiegende Zahl der Leihgaben stammt von Gerhard Pretzl, der seit rund 40 Jahren Werbemittel sammelt, vermittelt wurden sie von Thomas Dotzauer. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Irene Lederer und Christian Hoyer, die Eröffnung nahm Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker vor.

Öffnungszeiten Die Ausstellung "Unwiderstehlich!" bis zum 23.Februar im Stadtmuseum Herzogenaurach zu besichtigen. Die Öffnungszeiten sind: Donnerstag 17 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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