Herzogenaurach
Kunst

Sven Renners Bilder: bunt, knallig, großformatig

Sven Renner zeigt erstmals eine größere Auswahl seiner Werke in der Öffentlichkeit. Er benutzt auf seinen Bildern gerne geometrische Formen, aber auch überraschende Elemente wie Rosenblüten.
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Sven Renner malt, was ihm gerade einfällt. Foto: Richard Sänger
Sven Renner malt, was ihm gerade einfällt. Foto: Richard Sänger
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Der 51-jährige Herzogenauracher Sven Renner bezeichnet sich als "Autodidakten", dem immer tausend Bilder im Kopf herumschwirren. Beschäftige sich Renner bis vor etwa zehn Jahren noch mit Collagen, malt er jetzt seine ab-strakten Bilder großformatig auf Leinwand und Papier. In seinem kleinen Atelier stapeln sich seine Kunstwerke, die hinsichtlich der Gestaltung viel mehr Möglichkeit als gegenständliche Kunst bietet.

Eigentlich kam Renner, der sein Geld als Gastronom verdiente und inzwischen bei einer großen Firma in Herzogenaurach arbeitet, mehr durch gutes Zureden von Freunden und Bekannten zu seinen über hundert Bildern in seinem Atelier. Für sie fertigte er immer wieder Collagen, dann malte Renner. Seine Freunde ermunterten ihn auch zu einer Einzelausstellung. Seit Herbst des vergangenen Jahres ist Sven Renner Mitglied des Kunst- und Kulturvereins, und seine Bilder werden bei der Kunstausstellung "Different Art by Sven Renner" den Kunstraum in der Langenzenner Straße füllen.

Wurden früher nur Landschaften, Häuser, Menschen und Tiere dargestellt, herrscht in der abstrakten Kunst von Sven Renner eine deutlich größere Freiheit. Bei dieser modernen Ausdrucksweise geht es dem Künstler um die Darstellung von Innenwelten, die facettenreicher sind als die visuell wahrnehmbare Außenwelt. Unter der Hand von Sven Renner entsteht ein individueller Stil, der meist einen Mix verschiedener Richtungen beinhaltet. So ist Surrealismus ebenso zu sehen wie Pop Art und Abstraktes, dazwischen gibt es auch mal fließende Linien.

"Ich schätze das Kreative, das Hier und Jetzt, und meine Darstellungen können nicht groß genug sein", erklärt der Künstler seine Werke. Die wie er sagt, eigentlich fast nie fertig werden. "Das ist ein fortlaufender Prozess", erzählt er. Und nennt sein kleines Atelier, das er sich mit dem Schlagzeug des Sohnes und dem Klavier der Tochter teilt, "Grotte des Grauens." In die Grotte hinab steigt Renner meist am Sonntag. "Manchmal kann ich dann stundenlang nicht aufhören, weil ich ein Bild im Kopf habe, und urplötzlich fällt mir was anderes ein", beschreibt er seine Stunden im Untergeschoss. Die Familie toleriert sein Hobby, auch wenn es nicht immer einfach ist. "Zwei pubertierende Kinder, ein Hund, und verheiratet bin ich ja auch, da muss man halt Kompromisse machen", meint Renner schmunzelnd.

Seine Bilder - "eigentlich kann ich gar nicht malen" - zeigen Formen, klare Linien, teils knallige Farben, geometrische Formen, Schlünde oder Augen und dann überraschender Weise wieder Rosenblüten und Hände. Bei den Werken von Renner, der geometrische Formen und Knalliges liebt, muss es krachen. Deswegen auch sein Hang zu großformatigen Bildern.

Aber Renner versucht sich auch an fließenden Bewegungen, in seinem Atelier zeigt ein Bild die Silhouette eines Frauenkörpers, ohne obszön zu wirken, mit einer roten Rose in der Hand. Die Bilder spiegeln die Spannweite und Polarität der Ausdrucksmöglichkeiten von Sven Renner wider. Seine erste Einzelausstellung verursacht ihm etwas Magenschmerzen. "Ich bin gespannt und aufgeregt und frage mich ständig, wie meine Bilder auf die Leute wirken", beschreibt Renner seine derzeitigen Gefühle. Bei der Vernissage am 13. Februar um 19 Uhr kann er sich davon selbst überzeugen. Die Bilder sind vom 13. bis 22. Februar zu sehen. Geöffnet ist der Kunstraum in der Langenzenner Straße donnerstags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr.



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