Herzogenaurach
Verkehr

Stub-Trasse: CSU lehnt Rathgeberstraße ab

Noch immer sind sich die Herzogenauracher Politiker nicht einig, auf welcher Trasse die Stadt-Umland-Bahn einmal durch die Stadt fahren soll.
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Bei einer Begehung der Rathgeberstraße hatten die Anwohner schon vor Monaten Protest gegen die Stub geäußert. Vier Mitglieder des Planungsausschusses haben sich jetzt auf ihre Seite gestellt.   Foto: Archiv
Bei einer Begehung der Rathgeberstraße hatten die Anwohner schon vor Monaten Protest gegen die Stub geäußert. Vier Mitglieder des Planungsausschusses haben sich jetzt auf ihre Seite gestellt. Foto: Archiv

Geht es nach der Mehrheit der Mitglieder des Herzogenauracher Planungs- und Umweltausschusses, soll der Stadtrat in seiner Sitzung am 26. Mai dem Zweckverband Stadt-Umland-Bahn (Stub) die Rathgeberstraße als Vorzugstrasse in Herzogenaurach nennen. Die CSU-Stadträte Bernhard Schwab, Konrad Körner und Walter Drebinger sowie Christian Schaufler (FW) stimmten allerdings gegen diesen Beschlussvorschlag.

Vom Zweckverband Stub präsentierten Geschäftsführer Daniel Große-Verspohl und der Technische Leiter Florian Gräf noch mal im Schnelldurchgang den Stand der Planung. Bürgermeister German Hacker (SPD) und die beiden Vertreter des Zweckverbandes erklärten auf Nachfrage von Bernhard Wilfer (SPD), ob die Trasse jetzt "festgezurrt" sei und bei Haundorf näher an die Wohnbebauung rücken könnte, dass die Trasse durch jeweiligen Stadtratsgremien noch leicht abgeändert werden kann.

Die CSU-Fraktion hätte lieber die Flughafenstraße als Vorzugstrasse gesehen und war schon im vergangenen Juni im Stadtrat mit dem Antrag gescheitert, wegen der Trassenführung der Stub die Bürger zu befragen. Auch in der jetzigen Sitzung des Planungsausschusses verwies Konrad Körner darauf, dass zwei Straßen als mögliche Trassen funktionieren, wie es auch die Machbarkeitsstudie aussagte.

Bürgermeister Hacker und die beiden Vertreter des Zweckverbandes erinnerten daran, dass die Rathgeberstraße in einer Variantenbewertung als vorteilhaft ausgewiesen worden sei. Diese Bewertung wurde nun für das endgültige Bewertungsschema des Zweckverbands durch die Ingenieurgemeinschaft Stadt-Umland-Bahn (IG) erneut vorgenommen. "Die Variante Rathgeberstraße schneidet auch in dieser erneuten Bewertung weiterhin als eindeutig vorteilhaft gegenüber der Trasse über die Flughafenstraße ab", erklärte der Bürgermeister.

Östlich der Rathgeberstraße orientiert sich die Vorzugstrasse an der Linie der Zuschuss­Rahmenanmeldung, welche mit der Trasse im Flächennutzungsplan weitgehend übereinstimmt. Die Überarbeitung dieser Planung hat eine leichte Anpassung im Bereich der Querung der A 3 ergeben. Zudem wird für die Haltstelle "Herzo Base" nun eine um rund 400 Meter Richtung Nordosten verlegte Lage angenommen, um die Eingangssituation zur Konzernzentrale von Adidas zu optimieren. Auch die in der Zuschuss-Rahmenanmeldung als "Rathgeberstraße" bezeichnete Haltestelle in der Straße Zum Flughafen wurde ein Stück nach Nordosten verlegt, um als Haltestelle "Puma Way" sowohl das Gebiet des Bebauungsplans Reihenzach mit zukünftiger Stadthalle und P+R­Parkplatz/Busverknüpfungspunkt, andererseits auch die Konzernzentrale von Puma besser zu erschließen.

Zwischen den Mitgliedern des Verbandsausschusses ist verabredet, dass die Stadträte aus Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg Empfehlungen über die Berücksichtigung von Varianten jeweils für ihr Gebiet aussprechen sollen. Aus den einzelnen Empfehlungen wird sich die Trasse zusammensetzen, die der Regierung von Mittelfranken in den Unterlagen des Raumordnungsverfahrens als beabsichtigte Vorzugstrasse benannt wird. Bedingung ist, dass die endgültige Vorzugstrasse vom Zweckverband als förderwürdig eingeschätzt wird. Der Verbandsausschuss wird erst im Nachgang der geplanten Stadtratssitzungen am 7. Juni über die Gesamttrasse entscheiden.

Die beiden Referenten des Zweckverbandes wiesen darauf hin, dass die Trasse nicht in allen Bereichen festgezurrt sei, sondern es schon noch kleinere Verschiebungen geben könnte, allerdings darf die Strecke nicht länger werden und im Bimbachtal bei Haundorf müssen auch die Steigungen berücksichtigt werden. "Es freut mich, dass es endlich soweit ist, aber den Bürgern geht es viel zu langsam", erklärte Retta Müller-Schimmel (Grüne) und berichtete von entsprechenden Gesprächen.

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