Höchstadt a. d. Aisch
Kirche

Strukturreform im Erzbistum Bamberg: Was sich für Höchstadt ändert

Ab dem 1. September wird der neue Seelsorgebereich Höchstadt dem Dekanat Forchheim zugeordnet. Das Dekanat Höchstadt gibt es dann nicht mehr. Dekan Kilian Kemmer spricht über die Folgen.
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Dekan Kilian Kemmer blickt den Veränderungen im Seelsorgebereich Höchstadt positiv entgegen.  Foto: Franziska Rieger
Dekan Kilian Kemmer blickt den Veränderungen im Seelsorgebereich Höchstadt positiv entgegen. Foto: Franziska Rieger

Wird es künftig keine Firmvorbereitung mehr in Höchstadt geben? Müssen Höchstadter Gläubige für einen Gottesdienst bis an die Landkreis-Grenzen fahren?

Das sind zumindest die Befürchtungen, wenn ab dem 1. September der Seelsorgebereich Höchstadt neu strukturiert und dem neuen Dekanat Forchheim zugeordnet wird. Höchstadts Dekan Kilian Kemmer beruhigt: All das werde nicht passieren.

Weil im Erzbistum Bamberg eine neue Struktur aufgebaut wird, werden viele Pfarreien ab 1. September zu neuen Seelsorgebereichen zusammengeschlossen. Aus den bisher 96 Seelsorgebereichen werden 35, 21 Dekanate werden zu zehn Dekanaten zusammengefasst. Das Erzbistum reagiere damit auf den demografischen Wandel, auf die Zahl der Kirchenaustritte und die eigene Personalsituation (Priestermangel). Eine Zusammenlegung von Gemeinden zu "XXL-Pfarreien" werde es nicht geben, betont Generalvikar Georg Kestel.

Pfarrer bleiben gleich

Für die Gläubigen in Höchstadt werde sich durch die Umstrukturierung, Dekan Kemmer spricht lieber von der "Bildung eines neuen Seelsorgebereiches",vorerst aber nicht viel ändern.

Der Personalschlüssel bleibe der gleiche. Die Zahl der Pfarrer werde sich im neuen Seelsorgebereich Höchstadt ebenfalls nicht ändern: Thomas Ringer (Adelsdorf), Stefan Pröckl (Etzelskirchen) und Kilian Kemmer als leitender Pfarrer bleiben erhalten. Ohnehin sollen die Dekanate in Zukunft keine so große Rolle mehr spielen, sagt Kemmer. Denn: "Strukturen sind das eine. Die wichtigste Frage ist aber: Wie bringen wir den Glauben an die Menschen heran?"

Kemmer kein Dekan mehr

Im Oktober wird dann für jedes Dekanat ein neuer Dekan gewählt. Das heißt, ab September ist Kemmer kein Dekan mehr. Für die Übergangszeit zwischen September und Oktober wird der Forchheimer Regionaldekan Martin Emge (Seelsorgebereich Forchheim) diese Aufgabe übernehmen.

Kemmer selbst ist nicht bestrebt, Dekan für das neue Dekanat Forchheim zu werden. "Das ist ein wahnsinniger Kraft- und Zeitaufwand", sagt er. Er glaubt, dass es nicht leicht sein werde, jemanden für diese Position zu finden. Ab Herbst soll es in jedem Seelsorgebereich einen eigenen Verwaltungsleiter geben, der sich um die wirtschaftlichen, baulichen und organisatorischen Aufgaben der Pfarreien kümmert. Die Verwaltungen in Höchstadt und Adelsdorf sollen zusammengeführt werden, Personal könne so besser gebündelt, Synergieeffekte genutzt werden.

Die Filialkirchenstiftung Uehlfeld wird den Seelsorgebereich Höchstadt verlassen und sich dem Seelsorgebereich Neustadt/Aisch anschließen. Ebenso wechselt Zeckern nach Röttenbach.

Die fünf neuen Seelsorgebereiche im neuen Dekanat Forchheim

Höchstadt mit den Pfarreien Sterpersdorf, Gremsdorf, Etzelskirchen, Zentbechhofen, Adelsdorf, Aisch und dem Verwaltungssitz Höchstadt

Jura-Aisch mit den Pfarreien Buttenheim, Gunzendorf, Tiefenpölz, Heiligenstadt-Burggrub, Eggolsheim, Drügendorf, Drosendorf, Pautzfeld, Hallerndorf, Schnaid, Willersdorf und dem Verwaltungssitz in Eggolsheim

Neubau mit den Pfarreien Poxdorf, Langensendelbach, Effeltrich, Neunkirchen am Brand, Hetzles, Dormitz, Weißenohe, Stöckach-Forth, Eckenhaid und dem Verwaltungssitz Neunkirchen Fränkische Schweiz mit Unterleinleiter, Ebermannstadt, Niedermirsberg, Kirchehrenbach, Weilersbach, Pretzfeld, Gößweinstein, Moggast, Wichsenstein, Leutenbach, Weingarts-Regensberg, Obertrubach, Pinzberg, Wiesenthau und dem Verwaltungssitz Ebermannstadt

Forchheim mit den Pfarreien Heroldsbach, Hausen, Buckenhofen, Burk, Reuth, Don Bosco, Verklärung Christi, St. Martin Kersbach und dem Verwaltungssitz Forchheim St. Martin

Filialen In dieser Aufzählung sind alle Filialkirchen und jene Orte nicht enthalten, die keine Pfarreien sind. Insgesamt wird das neue Dekanat Forchheim aus 87 412 Katholiken bestehen, die in 54 Pfarreien beziehungsweise Kuratien beheimatet sind.red

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