Nackendorf
Energiewende

Strom für 2400 Haushalte

Eine große Mehrheit im Höchstadter Stadtrat sagt Ja zum Solarpark bei Nackendorf.
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Auf diesem Gelände zwischen der Autobahn (im Hintergrund) und Nackendorf soll ein Solarpark entstehen.  Foto: Andreas Dorsch
Auf diesem Gelände zwischen der Autobahn (im Hintergrund) und Nackendorf soll ein Solarpark entstehen. Foto: Andreas Dorsch
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Mit massivem Widerstand haben Nackendorfer Bürger im vergangenen Jahr die Ausweisung eines Gewerbegebietes oberhalb ihres Ortsteils an der Autobahn verhindert. Damit war auch die Ansiedlung eines Edeka-Logistikzentrums mit fleischverarbeitendem Betrieb gestorben. Einem Solarpark standen die Bewohner des Höchstadter Ortsteils damals offener gegenüber - und der kommt jetzt auch.

Eine von Wald und der A3 eingerahmte Grünfläche von rund zwölf Hektar wird nun im Flächennutzungsplan als Sondergebiet Photovoltaik ausgewiesen. Gegen zwei Stimmen aus der CSU-Fraktion votierte die große Mehrheit des Stadtrats für den Solarpark.

Errichtet werden soll er von dem Nürnberger Unternehmen Greenovative. Wie Greenovative-Mitarbeiterin Kerstin Schuster den Räten in der Sitzung erklärte, ist auf dem zwölf Hektar großen Gelände ein zehn Hektar großer Park mit Solarmodulen geplant.

Ursprünglich sei man von einer etwas größeren Fläche ausgegangen. Nachdem aber ein benachbarter Geländestreifen als Start- und Landebahn für ein Kleinflugzeug erhalten werden soll, habe man die Pläne etwas reduziert. "Die Planung kann noch verkleinert werden, es ist auch weniger Fläche möglich", sagte Schuster. Der geplante Park sei von Wald umgeben und vom Ort aus nicht sichtbar.

Der verkleinerte Solarpark soll einmal 8400 Megawattstunden Strom pro Jahr produzieren. "Damit könnte man 2400 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen", sagte Schuster. Baubeginn wäre aus ihrer Sicht frühestens in neun Monaten möglich. Die Investitionskosten schätzt die Firma je nach Größe des Parks auf fünf bis sieben Millionen Euro.

"Wir wollen aber auch die Bürger beteiligen", kündigte Greenovative-Geschäftsführer Bernd Fuchs in der Stadtratssitzung an. 500 000 Euro möchte er von Bürgern aus Nackendorf und Höchstadt einsammeln. Auf die Einlagen stellt Fuchs bei zehnjähriger Laufzeit eine Verzinsung von 2 bis 2,5 Prozent in Aussicht.

SPD-Sprecher Andreas Hänjes sah zunächst noch Kritikpunkte. Er vermisste eine langfristige Planung bei der Stadt und wollte sich die Möglichkeit offen halten, auch später noch nein zu sagen. Hänjes meinte, in der jüngsten Bürgerversammlung von Nackendorf auch Kritik an dem Projekt gehört zu haben, musste sich aber von CSU-Sprecher Alexander Schulz sagen lassen, dass die Gegner in der Bürgerversammlung keine Nackendorfer waren. Die Lage des Solarparks gefällt Hänjes aber "sehr gut".

Anfangs keine Gewerbesteuer

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) unterstützt das Vorhaben und erinnerte daran, dass der "Flugplatz" erhalten werden müsse. Auf Anfrage aus dem Rat ließ er wissen, dass weder die Stadt noch er persönlich Grundstücke in dem überplanten Gebiet besitzen.

Die Zustimmung der Jungen Liste für das Projekt signalisierte deren Sprecher Michael Ulbrich. Er plädierte für eine möglichst große Lösung mit Flugplatz.

"Die CSU steht mehrheitlich zum Solarpark", sagte deren Sprecher Alexander Schulz. Zudem habe die Stadt den Bebauungsplan in der Hand.

Für Martin Oberle (JL) handle es sich bei dem überplanten Gebiet um eine "wichtige Zukunftsfläche für Höchstadt", die aber mit einem Solarpark keine Arbeitsplätze bringe. Auf Oberles Frage nach zu erwartender Gewerbesteuer für die Stadt antwortete Geschäftsführer Fuchs: "Anfangs wenig bis nichts, später mehr."

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