Geiselwind
Autobahnmeisterei

Straßendienst auf der A 3 wird privatisiert

Im Zuge der Privatisierung der A 3 wird die Autobahnmeisterei Geiselwind aufgelöst. Ab 2019 sollen dann nicht mehr die "Arbeiter in Orange" für Winterdienst und Schlaglöcher zuständig sein, sondern eine Privatfirma.
Artikel drucken Artikel einbetten
+1 Bild
Der kommende Winter wird für sie wohl der letzte auf ihrem Streckenabschnitt der A 3 sein. Die "Arbeiter in Orange" von der Autobahnmeisterei sitzen dann dort das letzte Mal im Schneepflug und sorgen für eine freie Fahrt. Denn 2019 hat für ihre Dienststelle das letzte Stündlein geschlagen.
Die Autobahnmeisterei Geiselwind, die für den Streckenabschnitt von Kitzingen/Schwarzach bis Höchstadt-Ost zuständig ist, wird aufgelöst. Das bestätigt Edith Kolarik, Pressesprecherin der Autobahndirektion Nordbayern, auf Anfrage.
Der Grund für das Aus: Für Ausbau und Betrieb der A 3 wird ein privater Betreiber zuständig sein (ÖPP-Modell). Momentan prüfe man Angebote möglicher Unternehmen. Ab März 2019 soll das Konsortium dann feststehen, das in den nächsten 30 Jahren für die A 3 zuständig sein wird. Wenn alles klappt wie geplant, soll voraussichtlich ab Juni 2019, also kurz nach Beginn des sechsspurigen Ausbaus, die Autobahnmeisterei Geiselwind geschlossen werden.


Auch Sub-Unternehmen denkbar

Oder besser gesagt übergeben. Was der künftig private Betreiber mit dem Gelände macht, das entscheide allein dieser, so Kolarik. Auch, ob in Zukunft der Betreiber selbst die Pflege der Autobahn übernimmt, sei dessen eigene Entscheidung. Auch eine Vergabe einzelner Dienstleistungen an Sub-Firmen sei möglich.
Zu den Hauptaufgaben einer Autobahndirektion gehört nicht nur der Winterdienst, sondern auch Instandhaltung der Fahrbahn, der Bauwerke und der Entwässerung, im Sommer die Grünpflege entlang der Strecke, in den Parkplätzen und Rastanlagen.


20 Beschäftigte betroffen

Der Winterdienst selbst beschränkt sich nicht nur auf den reinen Streu- und Räumdienst. Die Arbeiter müssen dafür auch viel vorbereiten. So müssen zum Beispiel Schneestäbe ausgebracht, die Fahrzeuge umgerüstet, sowie die Salzkisten auf den Parkplätzen neu bestückt werden. Betroffen von der Schließung in Geiselwind sind nach Angaben der Autobahndirektion 20 Beschäftigte. Es handelt sich um Jobs im öffentlichen Dienst.
Und wo werden diese dann arbeiten? "In Abstimmung mit den betroffenen Beschäftigten wurden neue Dienstorte gefunden, sowohl bei Autobahnmeistereien, als auch bei Straßenmeistereien", sagt Kolarik. So etwa bei den Straßenmeistereien in Knetzgau, Kitzingen oder Höchstadt.
Die Autobahndirektion habe für alle Kollegen eine neue und auch passende Arbeitsstelle gefunden, sagt Kolarik. Die Stimmung unter den Kollegen sei nicht schlecht, sagt Pascal Dorsch, Leiter der Autobahnmeisterei Geiselwind. "Es geht ja für jeden weiter." Dass dem so ist, bestätigen auch andere Beschäftigte. Doch fragt man nach, bekommt man auch hier und dort Bedenken zu hören.
Man hört Skepsis heraus, was den neuen Betreiber der Autobahn angeht. Natürlich kratze es an der Ehre, wenn man Jahre, gar Jahrzehnte die Autobahn in Schuss gehalten hat und nun ein Wirtschaftsunternehmen plötzlich alles besser, billiger, schneller machen soll.


Kommerzielle Interessen

Die Arbeiter kennen den Streckenabschnitt wie ihre Warnwestentasche. Jeden Gulli, jedes Entwässerungsrohr und natürlich auch jedes Schlagloch. Offen wolle er es nicht sagen, aber ob der künftige Betreiber genauso sorgfältig arbeiten wird, müsse man erst sehen, sagt ein Angestellter einer Autobahnmeisterei. Schließlich steckten dann kommerzielle Interessen dahinter. Jede Baustelle, jedes Mähen des Seitenstreifens blockiert den Verkehr, kostet dadurch Geld und reduziert somit den Gewinn.
Der Leiter der Geiselwinder Meisterei, sieht diese Gefahr nicht. Das ÖPP-Modell sei ja nichts Neues. So gebe es auf der A 8 bereits ein öffentlich-privates Konzept. "Die Struktur des dortigen Betreibers ist ähnlich wie die einer Autobahnmeisterei", sagt Dorsch. Das dortige Unternehmen habe sogar einen etwas höheren Personalstand für den Streckenabschnitt.


Betreiber auf die Finger schauen

Dass auf der A 3 bei Höchstadt bald die Schlaglöcher nicht mehr ordentlich geflickt oder im Winter nicht ausreichend Salz ausgebracht wird, das denkt Dorsch nicht. Ein Grund, so der 33-Jährige: "Eine meiner neuen Aufgaben wird es sein, dem privaten Betreiber auf die Finger zu schauen."
Die Autobahndirektion Nordbayern werde die Qualität der erbrachten Leistungen ständig prüfen, sagt auch Pressesprecherin Kolarik. "Abstriche am Leistungs- und Anforderungsniveau wird es nicht geben. Auch künftig soll die Autobahn A3 sicher und ordnungsgemäß genutzt werden können."


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren