Hannberg
Musik

Sternstunde mit dem Heßdorfer Singkreis

Der Heßdorfer Singkreis sorgt mit Mozarts Requiem für ein überwältigendes Konzerterlebnis in Hannberg
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Chor, Orchester und Solisten zeigten eine beeindruckende Leistung. Richard Sänger
Chor, Orchester und Solisten zeigten eine beeindruckende Leistung. Richard Sänger
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Nach dem großartigen Erfolg von Giacomo Puccinis Messe "Messa di Gloria", dem Abschiedskonzert des langjährigen Chorleiters Manfred Meier, präsentierte der Heßdorfer Singkreis dieses Jahr das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Aufführung großer chorsinfonischer Werke ist ein Markenzeichen des Heßdorfer Singkreises.
Unter dem neuen Chorleiter Julian Bobe führten der Heßdorfer Singkreis und das Kammerorchester Herz Jesu Erlangen das Mozart-Requiem in der Seebachgrundhalle und in der Kirche St. Heinrich in Erlangen auf. Das Kammerorchester erweiterte sich durch Bläser und Pauken zu einem sinfonischen Orchester. Emilie Meier, Vorsitzende des Singkreises konnte mit Christian Huber (Bass), Franziska Bobe (Sopran) und Maria van Eldik (Alt) sowie dem Tenor Johannes Strauß auch hervorragende Vokalsolisten verpflichten. Außerdem wurde der Chor neben dem Kammerorchester noch von Ursula Strobel (Violine), Hubert Kreppel (Violoncello) und Gerhard Rudert (Kontrabass) sowie von Konrad Klek an der Orgel unterstützt.


Mozarts letztes Werk

Der Abend in Hannberg war schlichtweg überwältigend. Orchester, Chor und Solisten brillierten und sorgten für eine weitere Sternstunde des Heßdorfer Chores. Die Seebachgrundhalle wurde zur Kathedrale, zum Tempel geistlicher Musik. Zu hören war Mozarts letztes Werk: eine Totenmesse wie gleißendes Licht.
Das Orchester und der Chor unter der Leitung von Julian Bobe präsentierten sich von Anfang an als grandiose Klangformation, die wie ein einziger Körper akkurat und exakt zusammenwirkt. Der neue und charismatische Chorleiter, der sich mit Konzert erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, fügte mit seinem transparenten Dirigat noch eine optische Ausdrucksseite hinzu. Von Beginn an konnten die Musiker ihr hohes musikalisches Niveau zeigen: ein fein vernetzter Chorklang, der bei aller Transparenz auch enorme dynamische Wucht entfalten kann. Dem Chor gelang es ausgezeichnet, die emotionalen und die werk-immanenten Spannungen in mitunter offensive, aber stets ausgefeilte Dynamik umzusetzen. Und selbstredend erfreute er die Zuhörerschaft auch wieder mit exzellenter Textverständlichkeit und jenem ausgewogenen Klangbild, das man seit Jahren von ihm kennt.
Chor, Orchester und Solisten hatten mit dieser in allen Punkten gelungenen Interpretation eine beeindruckende und lang nachhallende Aufführung bestritten, die vom Publikum mit anhaltendem Applaus belohnt wurde.
Die Solisten waren allererste Sahne, so auch die Sopranistin Franziska Bobe. Sie studierte an der Würzburger Hochschule für Musik und nahm dann ein Gesangsstudium bei Martin Hummel und Monika Bürgner auf. Die Sopranistin überzeugte schon bei zahlreichen Opernproduktionen und sang in Hannberg anschmiegsam, tröstlich, zart, mit einer engelsgleichen Klarheit.


Deutschlandweite Auftritte

Maria van Eldik, Altistin, ist seit langem Mitglied des renommierten SWR-Vokalensembles. Sie wirkt außerdem bei Kammermusikprojekten mit und ist als freie Konzertsängerin tätig. Ihr breit gefächertes Repertoire reicht von den großen Altpartien in den Chorwerken Bachs, bis zu Solowerken aus allen Stilepochen, mit denen sie in ganz Deutschland auftritt.


Als Gesangsdozent in Würzburg

Der Tenor Johannes Strauß erhielt seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik Würzburg. Dort schloss er ein Schulmusikstudium ab, bevor er Chorleitung bei Jörg Straube, Musiktheorie bei Christoph Wünsch und schließlich Gesang bei Martin Hummel studierte. Seit 2010 konzertiert er regelmäßig mit den großen Tenorpartien der bekannten Oratorien von Bach, Händel und Mendelssohn-Bartholdy in ganz Deutschland. Am Staatstheater Nürnberg sang er Graf Almaviva in der Kinderoper "Der kleine Barbier" und an der Alten Oper Frankfurt Don Ottavio in Mozarts "Don Giovanni für Kinder". Seit 2013 ist Strauß Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes und unterrichtet seit 2014 an der Hochschule für Musik Würzburg Gesang.
Christian Huber ist Mitglied des Solistenensembles "Sebalder Vocalisten" der Kantorei St. Sebald in Nürnberg. Neben Konzerten geistlicher Vokalmusik ist er regelmäßig in Fernseh- und Rundfunkgottesdiensten der ARD, des ZDF und des BR zu hören. Seit der Spielzeit 2017 ist er am Landestheater Coburg im festen Engagement.


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