Herzogenaurach
Reaktion

Stellenabbau: Betriebsräte wollen mit bundesweiter Aktion reagieren

Mit einer bundesweiten Aktion reagieren die Betriebsräte auf den angekündigten Stellenabbau bei Schaeffler.
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Der angekündigte Stellenabbau beschäftigt die Betriebsräte an den 22 Schaeffler-Standorten in Deutschland.  Foto: Jann Weckel
Der angekündigte Stellenabbau beschäftigt die Betriebsräte an den 22 Schaeffler-Standorten in Deutschland. Foto: Jann Weckel
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In der kommenden Woche sollen an allen 22 deutschen Produktions-Standorten Flyer verteilt werden. Darin wird der Betriebsrat Stellung beziehen.

Wie im FT ausführlich berichtet, sollen an den Standorten in Deutschland weitere 1300 Stellen gestrichen werden. Das erfolgt in einem Freiwilligen-Modell, die betroffenen Mitarbeiter müssen also einverstanden sein.

Noch nichts Konkretes

Wie Hanna Köhler, die Betriebsratsvorsitzende am Standort Herzogenaurach, auf Anfrage des FT mitteilt, will man mehrere Forderungen formulieren. Man will Information, an welchen Standorten und in welchen Funktionen die Stellen gestrichen werden sollen. Man will eine Antwort auf die Frage, ob und wie das mit der Zukunftsvereinbarung vereinbar ist. Da heißt es: keine Kündigungen und Standortschließungen.

Konkretere Angaben über betroffene Abteilungen am Standort Herzogenaurach und Zahlen konnte die 31-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geben: "Wir wissen selbst noch nichts." Auch Norbert Lenhard, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, hatte schon Ähnliches festgestellt: "Mehr als die Zahl 1300 kennen auch wir im Moment noch nicht". Man wolle das an den Standorten mit den Werkleitern diskutieren. Lenhard rechnet damit, dass überwiegend die drei großen Standorte Herzogenaurach (Hauptsitz), Schweinfurt (Industrie) und Bühl in Baden-Württemberg (Automotive-Hauptquartier) betroffen sein werden.

Hanna Köhler hat in ihrer Stellungnahme festgestellt, dass es ganz wichtig sei, "dass der Arbeitgeber transparent und fair arbeitet. Denn schließlich soll hier ein Personalabbau stattfinden!" Darauf werde man besonders schauen, auch wenn die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses durch das Freiwilligenprogramm beiderseitige Freiwilligkeit von Arbeitnehmer und Arbeitgeber beinhaltet, sagte Köhler.

Weiter fordert sie, dass die Kolleginnen und Kollegen sowie die örtlichen Betriebsräte bei solchen Programmen rechtzeitig ins Boot geholt werden müssen. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist es ihrer Meinung nach unabdingbar, "dass wir in der Zukunftsvereinbarung verabredet haben, Standortschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden."

Und weiter sagt die junge Herzogenauracherin: "Wir erwarten vom Arbeitgeber Antworten und eine klare Strategie, wie genau die einzelnen Schaeffler-Standorte in Deutschland betroffen sind." Schließlich sei der Abbau von 1300 Mitarbeitern kein Pappenstiel.

Überraschende Pläne

Die IG Metall nimmt auf ihrer Homepage zu den Plänen bereits kurz Stellung. Darin heißt es: "Die Abbaupläne betreffen überraschenderweise auch die Sparte Industrie des Wälzlagerspezialisten, die als stabil gilt, und nicht nur die in Umsatz und Ertrag eingebrochene Automobilsparte." Von 2016 bis 2018 seien bereits durch Effizienzprogramme sowie durch die Integration des vorher eigenständigen Bereichs BCT in der Sparte Industrie eine dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen gestrichen worden. Der Bericht bezieht sich dabei auf Informationen aus der Wirtschaftswoche.

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