Erlangen

Stadt prüft neue Siedlungsgebiete im Stadtwesten

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Die Stadt Erlangen leitet eine vorbereitende Untersuchung für die Entwicklung von Neubaugebieten südlich der Bimbach (?Erlangen West III?) ein. Die vorbereitende Untersuchung überprüft, welche der Flächen des rund 196 Hektar großen Areals für eine Siedlungsentwicklung geeignet sind. Auf einem Teil der Flächen könnten hier bis Mitte des Jahrhunderts schrittweise Neubaugebiete für rund 4.500 neue Wohnungen entstehen. Der Stadtrat hat festgelegt, dass maximal die Hälfte der Fläche bebaut werden darf.

?Auf dem Erlanger Wohnungsmarkt lastet ein großer Druck?, sagte Oberbürgermeister Florian Janik. Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2016 ist die Zahl der Wohnungen in Erlangen um durchschnittlich 500 Wohnungen pro Jahr gestiegen. ?Wir rechnen damit, dass die Nachfrage in dieser Größenordnung anhält?, erläuterte Bau- und Planungsreferent Josef Weber. Für den Zeitraum 2017 bis 2040 gebe es somit einen Entwicklungsbedarf von insgesamt etwa 12.000 neuen Wohnungen in Erlangen.

Im Rahmen der laufenden Entwicklungsmaßnahme Erlangen West II könnten noch zwei Neubaugebiete ausgewiesen werden, die Möglichkeiten, in bestehenden Wohngebieten zu bauen, seien weitgehend erschöpft.

?Wir müssen heute schon an morgen denken, wenn sich die Stadt weiter geordnet entwickeln soll?, erklärt deshalb Janik. Sonst sei man eines Tages gezwungen, Baugebiete unter Zeitdruck auszuweisen. ?Eine seriöse Diskussion, wie und wo sich unsere Stadt entwickeln soll, wird dann viel schwieriger. Und auch für die betroffenen Landwirte bedeutet eine ungeordnete Entwicklung viel größere Unsicherheit?, so Janik weiter.

Der Bereich, der nun vertieft untersucht werden soll, liegt im Stadtwesten zwischen Büchenbach und Steudach. Er hat eine Größe von circa 196 Hektar. Bereits im sogenannten Kilpperplan aus dem Jahr 1978 sind hier Siedlungsflächen vorgesehen. Die Vorbereitende Untersuchung wird ergebnisoffen durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchung sind unter anderem Wohnungsbedarf und die Eignung des Siedlungsgebiets nachzuweisen, aber auch der entstehende Bedarf an sozialen Einrichtungen wie auch Sport- und Freizeitflächen zu klären. Zudem sind Belange des Naturschutzes und der Landwirtschaft zu prüfen. ?Der Beschluss des Stadtrats ist die Voraussetzung dafür, einen seriösen Dialog mit Eigentümern, Landwirten und Bürgerschaft zu starten. Die jetzt geäußerten Bedenken nehmen wir für diesen Prozess sehr ernst?, erläutert Janik. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, die Einbindung und Beteiligung der Betroffenen sicherzustellen. In Büchenbach soll zeitnah eine außerordentliche Bürgerversammlung stattfinden.

Neben der Vorbereitenden Untersuchung wurde vom Stadtrat eine Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht der Stadt in dem betreffenden Gebiet erlassen. ?Das Vorkaufsrecht greift nur, wenn ein Eigentümer seinen Grund tatsächlich verkaufen will. Wer keinen Verkauf vorhat, wird durch die Satzung auch nicht zum Verkauf gezwungen?, erläutert Bau- und Planungsreferent Josef Weber.

17.05.2018
Dieser Inhalt wurde erstellt von Stadt Erlangen


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