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Steppach
Gottesdiensttest

St.-Erhard-Kirche in Steppach: Eine lebensnahe Predigt in Steppach

Freundlich, nah am Menschen und nie von oben herab gestaltet sich der Gottesdienst am zweiten Sonntag nach Trinitatis in der St.-Erhard-Kirche in Steppach.
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Die St.-Erhard-Kirche in Steppach Foto: Barbara Herbst/Archiv
Die St.-Erhard-Kirche in Steppach Foto: Barbara Herbst/Archiv

Das Urteil unseres Testers:

Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßt Pfarrerin Angelika Steinbauer die Besucher freundlich und mit einem Lächeln. Ein herzlicher Beginn, der neugierig auf den Rest macht. Die Lesung ist akustisch sehr gut verständlich, Pfarrerin Steinbauer spricht in angenehmer Lautstärke. Der helle Innenraum der Kirche lädt zum Gottesdienst ein, durch die Fenster fällt viel Licht herein, die hellen Farben lassen gute Stimmung aufkommen. Eine helle und freundliche Atmosphäre, in der sich Kirchenbesucher willkommen fühlen. Der Wechsel zwischen Gebet und Liedern ist gut strukturiert, insgesamt werden ungefähr sieben Lieder gesungen. Ein hervorragender Organist begleitet eine textsichere Gemeinde. Höhepunkt des Gottesdienstes ist natürlich die Predigt, die Pfarrerin Steinbauer von der Kanzel aus hält. Die Predigt ist nicht zu kurz und nicht zu lange. Mit lebensnahen Beispielen und verständlicher Sprache nimmt Pfarrerin Steinbauer die Gemeinde mit. Die Predigt ist alltagsnah und gut verständlich. Der Segen ist zwar standardisiert, aber draußen wird noch einmal Kontakt zu den Gläubigen gesucht - sehr schön.

Die Bewertung im Einzelnen:

1.Einstieg

Fröhlich, mit fester Stimme und deutlicher Aussprache begrüßt Pfarrerin Angelika Steinbauer die Kirchenbesucher. Zuvor hat ein sanftes Orgelstück auf den Beginn des Gottesdienstes aufmerksam gemacht. In ihrer Begrüßung hält sich Steinbauer kurz. 2. Musik

Der Organist beherrscht sein Instrument, spielt die Lieder sicher, aber ohne große Ausschmückungen. Die Lautstärke der Orgel ist sehr angenehm. Nicht so laut, dass es den Kirchenraum erschlägt, dafür laut genug, um die Besucher zum Mitsingen zu animieren. Die Gemeinde singt bei den Liedern zurückhaltend mit. Insgesamt sind es über fünf Lieder, die während des Gottesdienstes gesungen werden, davon mindestens immer zwei Strophen.

3. Lesung

Die Pfarrerin selbst trägt den Text mit fester Stimme vor. Die Aussprache ist sehr deutlich und angenehm. Sehr gut verständlich.

4. Predigt

Wie üblich, spricht Pfarrerin Steinbauer von der Kanzel aus die Predigt. So ist sie von allen gut zu sehen und gut zu hören. Sie spricht ihre Predigt deutlich und in angenehmer Lautstärke, redet nicht zu schnell und nicht zu langsam. Gleich mit dem ersten Satz lässt sie die Zuhörer aufhorchen: "Wann hat Ihnen zuletzt die Zunge vor Durst am Gaumen geklebt?" In ihrer Predigt geht es um das Thema Heimat, wie sich Heimat finden lässt. Zum Ende hin wird es etwas abstrakter. Die Predigt dauert ungefähr eine Viertelstunde.

5. Segen

Vor dem Segen verweist Pfarrerin Steinbauer auf die anstehenden Gottesdienste. Außerdem berichtet sie, wieviel Geld bei der Kollekte des vergangenen Gottesdienstes gesammelt wurde und wofür das Geld der heutigen Kollekte eingesetzt werden soll - das vermittelt Transparenz. Positiv fällt auf, dass sich Pfarrerin Steinbauer nach dem Auszug vor der Kirche von jedem Kirchenbesucher verabschiedet und einen schönen Sonntag wünscht. Das schafft ein Gefühl des Zusammenhaltes.

6. Ambiente

Evangelische Kirchen sind meist etwas schlichter ausgestattet als katholische. Trotzdem ist die St.-Erhard-Kirche ein echtes Schmuckstück, in dem man sich als Kirchenbesucher sofort wohlfühlt. Im vergangenen Jahr wurde der Innenraum renoviert. Decke und Wände haben eine hellere Farbe bekommen, Heizung, Elektrik, Lautsprecheranlage und Beleuchtung wurden erneuert. Die Kirchenbänke sind in freundlichem Weiß und Hellgrau gestrichen, die Balken im Kirchenschiff marmoriert. Die Kirche hat zwei übereinander liegende Emporen und bietet über 250 Personen Platz. Die Kanzel thront in der Mitte über dem Altar und ist von einer aufwendigen Malerei umrahmt.

7. Kirchenbänke

Die Bänke sind in freundlichem Grau und Weiß gestrichen. Sie sind bequem, die Rückenlehne aus Holz lässt eine natürliche, angelehnte Haltung zu. Allerdings könnte es für Menschen mit breiterem Körperumfang eng werden. Die Kniebänke sind nicht gepolstert, was in diesem Gottesdienst aber nicht störte, weil sich die Gläubigen nicht knien mussten.

8. Beleuchtung

Durch die Kirchenfenster kommt viel Licht in das Kirchenschiff. Ein typischer Kronleuchter hängt im vorderen Teil des Kirchenschiffes. Flache Lampen an den Wänden bringen genügend Licht in die Kirche. Kerzen braucht es für die Helligkeit nicht, aber einige mehr würden für eine noch feierlichere Atmosphäre sorgen.

9. Sinne

Durch eine geöffnete Kirchentüre schweben leise Töne von draußen herein: Wasser plätschert sanft vor sich hin, ab und zu hört man Hühner gackern. Das lenkt aber nicht von der Andacht ab, sondern gibt ein Gefühl der Vertrautheit, der Unbeschwertheit. Die Autos von der Straße hört man dagegen nicht. In nicht zu überhörender Lautstärke rufen die Glocken zum Gottesdienst, Weihrauch gibt es nicht. Obwohl es draußen sehr heiß ist, ist die Luft in der Kirche gut, nicht stickig. Es ist nicht zu warm und nicht zu kalt. Beim Hereinkommen begrüßen sich die Gottesdienstbesucher gegenseitig.

Warum ein Gottesdiensttest? Die Ergebnisse unserer Gottesdiensttests, das wissen wir, sind rein subjektiv. Warum dann dieser Test? Weil wir glauben, dass es eine Diskussionsbasis braucht, um Kirche und Bürger wieder näher zusammenzubringen. Und weil wir denken, dass Kirche und Glaube nicht weiter auseinanderdriften sollten.

Wir freuen uns deshalb auf den Dialog mit Kirchenvertretern, Gläubigen und allen Menschen, die uns ihre Meinung zu diesem wichtigen Thema mitteilen wollen. Schreiben Sie uns: redaktion@infranken.de

Zum Abschluss der Testserie werden unsere beiden Experten Martin Stuflesser und Martin Nicol am 1. November Bilanz ziehen.

Alle Berichte unserer Serie finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Gottesdiensttest. Dort finden Sie auch ausführliche Infos.

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