Herzogenaurach
Handball

Wie so oft: Nah dran, aber sieglos

Die TSH kratzt im letzten Saisonspiel noch einmal an der Überraschung. Der Fokus liegt jetzt auf der Relegation, der Traum vom Klassenerhalt lebt weiter.
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Die Herzogenauracherinnen um Kristin Lang (rotes Trikot) führten zwischenzeitlich mit vier Toren Vorsprung, verpassten es jedoch, den Sack zuzumachen und wurden vom Vizemeister noch abgefangen. Foto: Picturedreams
Die Herzogenauracherinnen um Kristin Lang (rotes Trikot) führten zwischenzeitlich mit vier Toren Vorsprung, verpassten es jedoch, den Sack zuzumachen und wurden vom Vizemeister noch abgefangen. Foto: Picturedreams
Trotz frühsommerlichen Temperaturen kamen 120 Zuschauer am frühen Sonntagabend für das letzte Saisonspiel der TSH-Handballerinnen in die Herzogenauracher Gymnasiumhalle - und wurden nicht enttäuscht. Wie so oft bot der Aufsteiger eine ansprechende Leistung, stand am Ende jedoch mit leeren Händen da. Nach langer Führung mussten sich die Herzogenauracherinnen dem Vizemeister der 3. Liga Süd, der SG BBM Bietigheitm II, geschlagen geben. Meister wurde das Team aus Metzingen, Haunstetten rutschte noch auf Rang 3 ab.


TS Herzogenaurach - SG BBM Bietigheim II 24:27

Vor allem für Torfrau Martina Eberberger war die Partie eine besondere: Da sie während der für Herzogenaurach anstehenden Relegationspiele wegen anderer sportlicher Verpflichtungen in Zagreb weilt und kommende Saison (nach 20 Jahren Leistungssport) kürzer treten will, schlüpfte sie vorerst zum letzten Mal in TSH-Trikot. Zunächst beobachtete sie jedoch von der Bank aus, was die Mannschaft machte.

Die hatte sich einiges vorgenommen und versprühte von Beginn an Siegeswillen. Die TSH startete mit viel Tempo und Motivation, ging mit 3:0 in Führung (3.). Ausschlaggebend dafür war die bewegliche Abwehr mit einer gut aufgelegten Juliane Gerling im Tor. Angriffe wurden druckvoll und geduldig vorgetragen.Während die Bietigheimer Defensive frühzeitig die Kreise von Laura Wedrich einengte, nutzten ihre Mitspielerinnen die entstehenden Räume. Allen voran überzeugte Steffi Mittasch, ehe sie mit einer Knieverletzung ausschied (24.). Aber auch Wedrich setzte sich trotz Sonderbewachung in Szene, Nina Bestle strahlte in der Mitte Torgefahr aus.

Der Gegner aus Bietigheim ließ immer wieder seine individuelle Klasse aufblitzen: Lena Vogt brachte ihre Teamkolleginnen in aussichtsreiche Wurfpositionen, die Linksaußen Sanja Vlahovic, Lena Kingler und Larissa Bürkle für den Anschluss nutzten (6:5). Gerling, bis dahin ein stabiler Rückhalt, bekam nun keine Hand mehr an den Ball. Zwei Minuten vor der Halbzeit reagierte das Herzogenauracher Trainerduo: Ebersberger stellte sich zwischen die Pfosten und sorgte mit ihren Paraden dafür, dass die TSH zur Pause wieder mit zwei Treffern von lag (15:13).

Die zweite Halbzeit war wieder einmal symptomatisch für den Saisonverlauf bei der TSH: Zuerst schoss der Aufsteiger eine Vier-Tore-Führung heraus, dann ließ er einige Chancen liegen und kassierte einfache Gegentreffer - vor allem über Kreisanspiele. Bietigheim brachte nun seine Klasse und Routine auf die Platte und holte sich am Ende die zwei Punkte.

"Mit der ganzen Mannschaft haben wir gezeigt, dass wir es können. Aber es fehlt an Kleinigkeiten, die in der 3. Liga sofort bestraft werden. Leider geht es nun in die Relegation, aber ich bin sehr optimistisch, dass wir erfolgreich sind. Das Potenzial ist da, aber wir müssen in jedem Spiel über volle 60 Minuten unsere Leistung zeigen", erklärte der sportliches Leiter der TSH, Udo Hermannstädter. Bietigheims Coach attestierte den Herzogenauracherinnen, sich vor keinem Gegner fürchten zu müssen, und auch TSH-Trainer Mirko Scholten lobte sein Team für eine überragende Abwehrleistung: "Die Mannschaft hat es aber leider verpasst, den Sack zuzumachen."

Das Heimspiel gegen die Bietigheimer Bundesligareserve war vorerst das Ende des Abenteuers 3.Liga. Mit einem Erfolg in der Relegation gegen den HV Chemnitz will die TS Herzogenaurach den Traum aber weiterleben lassen. Das Hinspiel findet am kommenden Samstag, 28. April, ab 19.30 Uhr in der Gymnasiumhalle statt.
TSH: Gerling, Ebersberger - Stephan (3), Wedrich (8/4), Bestle (3), Mittasch (3), Probst, Schneidereit, Lang (3), Erdmann, Theobald (1), Küffner (1), Neumann (2)


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