Herzogenaurach
Handball

Watzinger hinterlässt kein böses Blut in Herzogenaurach

Die Gründe für die Trennung der TSH vom Frauentrainer sind lediglich Team und Abteilungsleitung bekannt. Einen Nachfolger für den 68-Jährigen gibt es schon.
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Klaus Watzinger (Mitte) darf seinen eigentlich bis 2019 laufenden Vertrag als Trainer der TSH-Damen nicht erfüllen. Der Coach, die Mannschaft und die Abteilungsleitung wollen etwaige Meinungsverschiedenheiten aber nicht öffentlich austragen. Foto: Picturedreams
Klaus Watzinger (Mitte) darf seinen eigentlich bis 2019 laufenden Vertrag als Trainer der TSH-Damen nicht erfüllen. Der Coach, die Mannschaft und die Abteilungsleitung wollen etwaige Meinungsverschiedenheiten aber nicht öffentlich austragen. Foto: Picturedreams
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Ob er die Turnerschaft Herzogenaurach als Absteiger oder mit dem Klassenerhalt verlässt, weiß Klaus Watzinger noch nicht, da die Handballerinnen für den Verbleib in der 3. Liga auf den Rückzug oder Verzicht einer anderen Mannschaft angewiesen sind. Mit dem Erfolg nach Hin- und Rückspiel gegen Vechta hat sich der letztjährige Neuling zumindest das Recht des ersten Nachrückers gesichert. Unabhängig davon und egal, wie die Trennung des Vereins vom Trainer erfolgt ist, zieht Watzinger ein positives Fazit seiner nur einjährigen Amtszeit.


Keinen Zugriff mehr gehabt

"Es war eine tolle Herausforderung , die mir viel Spaß gemacht hat - bis mir der Zugriff auf die Mannschaft genommen wurde", sagt der 68-Jährige, der die TSH nach dem Aufstieg zusammen mit Mirko Scholten als Nachfolger von Hans-Jürgen Kästl übernommen hatte. Bereits Mitte April sei Watzinger mitgeteilt worden, dass fünf namentlich nicht genannte Spielerinnen nicht unter ihm weitermachen wollten, weil die Chemie nicht stimme. "Mit dieser Aussage und den Kommunikationsproblemen, die ebenfalls geäußert wurden, konnte ich nichts anfangen", erzählt Watzinger, der gerne das Gespräch gesucht hätte.

Letztlich wurde dem Erlanger, der noch einen bis 2019 gültigen Zwei-Jahres-Vertrag hatte, gekündigt. Den 27:21-Sieg in Vechta an Christi Himmelfahrt, mit dem die Turnerschaft das 24:27 aus dem Hinspiel wettmachte und die Chancen auf den nachträglichen Klassenerhalt erhöhte, werteten weder die Abteilungsleitung, noch Watzinger als Statement pro Coach. "Es ist schwer zu sagen, warum es plötzlich wieder funktionierte", erklärt der Ex-Trainer. Die personelle Entspannung könne es angesichts des Fehlens von Jana Lichtscheidel, Stefanie Mittasch (beide Kreuzbandriss) und Saskia Probst (Bänderriss) nicht allein gewesen sein.

"Ich hatte das Gefühl, dass Vechta mit den Gedanken schon im Urlaub war", berichtet Watzinger. "So war es wenigstens ein erfolgreicher Saisonabschluss." Ob der ehemalige Gymnasiallehrer seine Tätigkeit beim bayerischen Handballverband als Aus- und Fortbildungstrainer auch künftig mit einer Stelle als Vereinscoach ergänzt, stehe kurz nach der Trennung noch in den Sternen.


Nachfolger ist bereits fix

Die Nachfolge für Watzinger und Scholten, der sich zur kommenden Saison auf seine Rolle als Spieler des in die 3. Liga aufgestiegenen TV Erlangen-Bruck beschränken will, ist bereits geklärt. "Wir haben einen Trainer. Er wird der Mannschaft Ende des Monats vorgestellt, dann geben wir es bekannt", sagt Abteilungsleiterin Christine Odemer, die allerdings noch auf der Suche nach einem Coach für die in die Landesliga aufgestiegene Reserve der TSH-Damen ist. Denn Mittasch wird künftig dem Übungsleiter der Ersten assistieren und Udo Hermannstädter wolle sich verstärkt der Schiedsrichterei widmen.

Die Aussagen von Klaus Watzinger bestätigt Odemer im Großen und Ganzen. "Dabei will ich es bewenden lassen." Auch das zunächst von der Abteilungsleitung anberaumte Pressegespräch zur Trennung von Watzinger findet nicht statt. Ins selbe Horn bläst Spielführerin Nina Bestle: "Es ist nicht im Interesse der Mannschaft, das öffentlich auszutragen. Wir werden etwas Zeit vergehen lassen und dann das Gespräch mit Klaus suchen."

Die Entscheidung, den 68-Jährigen nicht weiterzubeschäftigen, hätten letztlich aber nicht die Mannschaft oder einzelne Spielerinnen gefällt, sondern die Vereinsverantwortlichen. Manchmal laufe es zwischen Team und Trainer eben nicht perfekt. "Schade, dass es so gekommen ist", sagt die 27-jährige Rückraumspielerin.
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