Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Verbissener Kampf wird nicht belohnt

Die Alligators bieten den Starbulls aus Rosenheim trotz personell klarer Unterlegenheit über weite Strecken die Stirn, schlagen daraus aber kein Kapital.
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Die HEC-Defensive um Goalie Philipp Schnierstein machte gegen Rosenheim einen guten Job, leistet sich nur wenige Fehler. Doch diese wurden eiskalt bestraft. Foto: Picturedreams/Archiv
Die HEC-Defensive um Goalie Philipp Schnierstein machte gegen Rosenheim einen guten Job, leistet sich nur wenige Fehler. Doch diese wurden eiskalt bestraft. Foto: Picturedreams/Archiv

Vor der Partie in Höchstadt war bei den Starbulls Rosenheim mächtig Feuer unterm Dach: Die 2:10-Packung gegen den Oberliga-Tabellenführer aus Regensburg haben die in der Anhängerschaft schwelende Unzufriedenheit der über das bisherige sportliche Abschneiden in lautstarken Unmut verwandelt. Nachdem der bereits in der vergangenen Saison angestrebte Aufstieg in die DEL2 auch in dieser Spielzeit aktuell in weiter Ferne zu liegen scheint und die Vertragsverlängerung mit Trainer Manuel Kofler verbreitet auf Unverständnis gestoßen war, musste nach dem 2:10 sogar eine lange Aussprache zwischen Vereinsverantwortlichen, Team und Fans anberaumt werden, um die Wogen zu glätten. Nach alldem stand die Mannschaft beim Gastspiel im Aischgrund in der Pflicht und wollte mit vier vollständigen Reihen die nötige Reaktion zeigen. Der Höchstadter EC hingegen hatte nur 15 fitte Feldspieler aufzubieten und hoffte, den gewaltig unter Druck stehenden Rosenheimern mit einer Zermürbungstaktik und schmerzhaften Nadelstichen den Zahn zu ziehen.

Oberliga Süd: Höchstadter EC - Starbulls Rosenheim 1:4 (0:0, 0:1, 1:3)

Die Gäste hatten zu Beginn - wie zu erwarten - mehr Puckbesitz, taten sich aber im Spielaufbau schwer und blieben oft in der neutralen Zone hängen. Einige schwache Abschlüsse und ein zahnloses Powerplay blieben die einzige Ausbeute. Der HEC sah sich das Ganze acht Minuten lang an und ergriff dann selbst die Initiative: Ales Kreuzers Schuss wurde gefährlich abgefälscht, strich aber knapp am Gehäuse vorbei, Max Cejka lief bei einem Konter allein auf Rosenheims Goalie Endres zu, der aber lange wartete und schließlich mit dem Schoner parierte (11.). Danach verbuchten die Oberbayern eine Chance von Daxlberger (12.), doch Alligators-Torhüter Philipp Schnierstein war auf dem Posten, rettete dann mit tollem Reflex gegen Pauker (15.) und machte gegen Höller (16.) rechtzeitig das kurze Eck zu.

Die Hausherren starteten in Überzahl ins Mitteldrittel, mehr als ein Blueliner von Maximilian Otte, der sein Zeil verfehlte, sprang jedoch nicht heraus (22.). In den nächsten Minuten plätscherte die Partie vor sich hin, ehe der HEC seine Bemühungen wieder forcierte: Michal Petrak scheiterte aus spitzem Winkel (27.), der junge Robert Hechtl verfehlte nach einer abgefälschten Hereingabe den Puck am offenen langen Eck des Gästetors um Haaresbreite (29.). Eine Strafzeit beendete den Vorwärtsdrang des Aufsteigers, der in Unterzahl aber erneut stark verteidigte. Erst bei einem Schuss von Bilek musste Schnierstein wieder eingreifen (33.). Auch das nächste Powerplay der Gäste brachte nichts ein, doch die personell geschröpften Aischgründer ließen dabei Kraft und brauchten Zeit zum Durchschnaufen. Zeit, die der Favorit eiskalt ausnutzte: Baindl scheiterte zunächst am Pfosten (37.) setzte wenig später aber Höller ein, der aus dem rechten Bullykreis unbedrängt abzog und die Scheibe an Schnierstein vorbei ins lange Eck zimmerte. Die Alligators waren um eine schnelle Antwort bemüht, doch Hechtl fand aus kurzer Distanz in Endres seinen Meister (38.).

Die Höchstadter Hoffnung auf eine Wende bekam gleich zu Beginn der letzten 20 Minuten einen Dämpfer. Die erste Sturmreihe der Gäste ließ ihr Können aufblitzen: Baindl gewann das Bully und legte ab auf Bergmann, der mit einem langen Pass das noch unsortierte HEC-Team überspielte und den startenden Höller fand, der nur noch zum 0:2 einschieben musste (41.). Kurz danach drängten die Hausherren im Powerplay auf den Anschluss, doch Meier warf sich gerade noch in einen Schuss von Jari Neugebauer (43.). In der Folge taten sich die Hausherren schwer - bis zur 50. Minute, als Neugebauer auf Zuspiel von Hechtl Torwart Endres nicht gut aussehen ließ und bei vier gegen vier zum1:2 ins kurze Eck traf. Höchstadt kratzte alle Reserven zusammen und drängte auf den Ausgleich. Doch belohnt wurde der Aufsteiger nicht, fing sich bei einem der nun seltenen Gegenzüge den dritten Gegentreffer ein - und wieder hatte Höller den Puck als Letzter berührt (57.). HEC-Coach Martin Ekrt nahm eine Auszeit und Philipp Schnierstein vom Eis, um mit sechs Feldspielern das Unmögliche noch möglich zu machen. Doch diese Maßnahme wurde nicht zum Rettungsanker: Schon nach 40 Sekunden gaben die Gastgeber die Scheibe wieder her, und Morales traf zum 1:4-Endstand ins verwaiste Tor (59.).

Aus HEC-Sicht eine bittere, vor allem zu deutliche Niederlage: "Taktisch und kämpferisch haben die Jungs eine sehr gute Leistung abgeliefert. Und wenn wir im zweiten Drittel zwei Tore Vorsprung herausschießen, darf sich niemand beschweren. Auf der anderen Seite sind wir für individuelle Fehler eiskalt bestraft worden. Betrachtet man das ganze Spiel, hätten wir nicht als Verlierer vom Eis gehen dürfen. Aber genauso müssen wir im nächsten Spiel auftreten und uns dann belohnen" sagte Höchstadts Trainer Ekrt, der damit der Aussage seines Gegenübers, Manuel Kofler widersprach. Der wollte einen starken Auftritt seiner Mannschaft gesehen haben. Doch spielerisch konnten die Starbulls die 50 mitgereisten Fans nicht vollends überzeugen, sie wirkten phasenweise nervös und wackelig. Vor dem erneuten Duell mit Regensburg am Sonntag - diesmal auf heimischem Eis - wird sich Rosenheim noch etwas einfallen lassen müssen, um die Scharte auszuwetzen.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Henseleit; Abwehr: Otte/Babinsky, Neved/Roth, Stütz/Wiedl; Angriff: Vojcak/Hechtl/Kreuzer, Petrak/Seibel/L. Lenk, Neugebauer/Fröhlich/Cejka Starbulls Rosenheim: Tor: Endres, Steinhauer; Abwehr: Heidenreich/Bergmann, Meier/Neumann, Linden/Krumpe, Nowak/Vollmayer; Angriff: Höller/Baindl/Witala, Daxlberger/Pauker/Echtler, Frosch/Morales/Bucheli, Bilek/Slanina/Zick

Schiedsrichter: Florian Fauerbach, Maik Blankart, Dominic Six

Zuschauer: 646

Tore: 0:1 Alexander Höller (38.), 0:2 Alexander Höller (41.), 1:2 Jari Neugebauer (50.), 0:3 Alexander Höller (57.), 1:4 Enrico Henrique Morales (59.)

Strafminuten: 12 / 8

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