Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Unnötige Niederlage: Alligators verlieren Duell gegen Landshut

Ihre Überzahl-Situationen nutzen die Höchstadt Alligators gegen Landshut nicht. Am Ende verlieren sie zu Hause mit 2:3.
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Jari Neugebauer (links) und Richard Stütz im Kampf um den Puck. Foto: Picturedreams
Jari Neugebauer (links) und Richard Stütz im Kampf um den Puck. Foto: Picturedreams

Das letzte Heimspiel der Oberliga-Hauptrunde bringt auch einen Abschied mit sich: Felix Ribarik verlässt den Höchstadter EC und verstärkt zu Beginn der Verzahnungsrunde die Haßfurt Hawks. Der gebürtige Nürnberger kam zu Beginn der Bayernligasaison 2017/2018 nach Höchstadt und wurde dort schnell zu einem der Publikumslieblinge. In 56 Spielen stand er für den Höchstadter EC auf dem Eis und konnte mit den Alligators die Bayerische Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga feiern.

Mit diesen Worten verabschiedete sich Ribarik von den Höchstadter Fans: "Nur eineinhalb Jahre lang hatte ich die Ehre, dieses Trikot zu tragen und mit Stolz Teil dieser Mannschaft, dieses Vereins und dieser Familie zu sein. Dennoch bin ich wie jeder andere Spieler nur ein Typ, der Eishockey spielen will. Und diese Chance sehe ich im Moment in Haßfurt mehr als in Höchstadt." Im Kader für das Spiel gegen Landshut stand er schon nicht mehr.

Oberliga Süd

Höchstadt Alligators - EV Landshut 2:3 (0:1, 1:1, 1:1)

Die Alligators starteten mit zwei Offensivaktionen, doch im Gegenzug konterte Landshut den HEC aus. Philipp Schnierstein im Tor hielt den Puck fest (4.). Michal Petrak kam nach fünf Minuten unverhofft an den Puck - wohl zu unverhofft, denn der Abschluss geriet zu überhastet. Patrick Berger im Tor der Gäste hatte kein Problem. Wie aus dem Nichts erzielte Marc Schmidpeter das 1:0 für die Landshuter, Goalie Berger hatte einen langen Puck auf Sebastian Alt gespielt und Schmidpeter musste nur noch einschieben (9.). Trotzdem schien der gegnerische Trainer Axel Kammerer nicht zufrieden zu sein, was vermutlich an der Defensivarbeit seiner Mannschaft lag. Immer wieder kam der Höchstadter EC gefährlich nah ans Tor. Die Abschlüsse waren aber meist zu harmlos. Nach 16 Minuten versuchte, Mario Zimmermann für die Landshuter zu erhöhen, an Schnierstein kam er aber nicht vorbei. Auf der anderen Seite ging Markus Babinskys Schuss aus der Entfernung nicht durch die Gäste-Abwehr hindurch (18.). Oleg Seibel und Petrak versuchten es kurz hintereinander ebenfalls, jedoch ohne Erfolg (19.).

Schmidpeter hatte die erste Chance des zweiten Drittels, als das Tor von Höchstadt praktisch leer stand (21.). Im Gegenzug fuhren die Höchstadter einen Angriff, der zum 1:1 führte: Auf Zuspiel von Jiri Mikesz und Robert Hechtl erzielte Florian Szwajda den Ausgleich (22.). In Überzahl - Christian Ettwein hatte eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten - zeigten die Höchstadter volle Offensivpower. Sobald Ettwein zurück auf dem Eis war, geriet Schnierstein wieder in den Mittelpunkt. Die Landshuter Angriffswelle überstanden die Höchstadter schadlos (26.). Seibel musste wegen Beinstellens auf die Strafbank (29.). Auch die Gäste waren wenige Sekunden später nur noch zu viert, Marco Baßler behinderte einen Höchstadter regelwidrig und musste auf die Bank. Luis Schinko hatte die beste Chance, sein Team erneut in Führung zu bringen, der Puck segelte knapp an Schniersteins Tor vorbei (32.). Auf der Gegenseite brachte Martin Vojcak seinen Schuss nicht präzise genug auf den Landshuter Goalie (33.). Danach wurden die Gäste wieder aktiver, bester Spieler war Torschütze Schmidpeter. Immer wieder setzte er sich vor Schniersteins Tor durch. Michael Cejka musste wegen Stockschlags auf die Strafbank (36.). In Unterzahl taten sich die Alligators schwer gegen die Offensiver der Gäste, Schnierstein hielt sein Team im Spiel. Dann wurde es sogar eine doppelte Unterzahl, als Lukas Lenk wegen Behinderung vom Eis musste (37.). Die Abwehr und Schnierstein taten alles, doch drei Minuten und zwei Sekunden vor der Pause klapperte es trotzdem - Schinkos Schuss war drin. Und auch Jari Neugebauer musste vom Eis (38.) - erneut doppelte Unterzahl für die Höchstadter. Schnierstein warf sich auf den Puck. Die Unterzahl überstanden die Alligators - trotzdem ging es mit 1:2 in die Pause.

Bewegende Worte kamen in der Drittelpause von Felix Ribarik: Er sprach noch einmal zu den 816 Fans und stellenweise fehlten ihm die Worte. "So etwas wie hier findet man ganz, ganz selten. Das ist kein Lebewohl, das ist ein ,Bis bald!'" Sprechchöre feierten den 20-Jährigen.

In den ersten Minuten des letzten Abschnitts ging es hin und her zwischen beiden Teams. In der 48. Minute herrschte im gegnerischen Lager kurz Verwirrung, weil die Wechselspieler nicht reagierten und die Landshuter für einige Sekunden nur zu viert auf dem Eis waren. Daraus zogen die Alligators allerdings keinen Vorteil. Hechtl gelang der Ausgleich für die Höchstadter, nachdem Mikesz' Schuss vom Goalie abgeprallt war (52.). Anschließend verpasste es Lenk, eine seiner zwei Chancen zu verwandeln (53.). Die Gäste nahmen daraufhin eine Auszeit. Die Landshuter wurden nervös, Baßler bekam eine Zwei-Minuten-Strafe (54.). Danach wurde es hitzig, Elia Ostwald erhielt zwei Strafminuten wegen Hakens (56.). Für zehn Sekunden standen also fünf Höchstadter gegen drei Landshuter auf dem Eis. Dann erwischte es Petrak, er lag nach einem Check von Luca Zitterbart kurz auf dem Eis. Zitterbart musste auf die Strafbank (57.). Wieder waren die Landshuter nur zu dritt. Aus diesen Überzahl-Situationen konnte der HEC jedoch kein Kapital schlagen. Seibel bekam einen Schläger ab und wurde von Sanitätern vom Eis geführt (58.). Einen unbedachten Moment nutzten die Landshuter einen Konter, auf Zuspiel von Christoph Fischhaber erzielte Miloslav Horava das 3:2 (59.). Die Überzahl war gerade vorbei gewesen. Maximilian Otte musste die letzten 28 Sekunden von der Strafbank aus zusehen. Zu einem Einsatz auf dem Eis kam er nicht mehr, denn die Gäste entschieden das Spiel für sich.

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