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Höchstadt a. d. Aisch
Fußball

TSV Höchstadt stellt alles auf Anfang

Mit einem neuen Trainer und einem neuen System versucht der TSV Höchstadt nach einer bitteren Vorsaison mit desaströser Hinrunde in der A-Klasse den Neustart.
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Mit Gefühl: Für den SV Memmelsdorf war Alexander Jeromin nur als Spieler am Ball. Beim TSV Höchstadt übernimmt er nun zudem die Funktion des Spielertrainers. Foto: Sportpress
Mit Gefühl: Für den SV Memmelsdorf war Alexander Jeromin nur als Spieler am Ball. Beim TSV Höchstadt übernimmt er nun zudem die Funktion des Spielertrainers. Foto: Sportpress
Seine besten Zeiten hat das Sportheim an der Ziegelhütte hinter sich. Der alte Holzbau, der dem TSV Höchstadt als Heimstätte dient, bröckelt langsam vor sich hin.

Böse Zungen hätten in der vergangenen Saison behaupten können, dass dies durchaus auch für die sportliche Leistung gelten könne. Ohne ein einziges Erfolgserlebnis und mit schweren 15 Niederlagen auf dem Rücken ging der TSV in die Winterpause. Eine niederschmetternde Bilanz, mit der der Abstieg aus der Fußball-Kreisklasse 1 Erlangen-Pegnitzgrund bereits besiegelt war.

Warten auf Zuschüsse

Klar, dass überlegt wurde, sich eine Rückrunde überhaupt anzutun. "Die Mannschaft wollte weitermachen und zeigen, dass sie es besser kann. Davor habe ich großen Respekt. Sie hat sich motiviert und voll reingehangen.
Nach dem ersten Sieg hat sie dann wieder an sich geglaubt, sich wieder hochgezogen", erinnert sich TSV-Präsident Werner Sossna.

Weil alleine aus den letzten sechs Spielen fünf Siege geholt wurde, schob sich der TSV noch auf Rang 14, mit dem er erhobenen Hauptes in die A-Klasse gehen konnte. Die sportliche Zukunft sieht Sossna nun eng verknüpft mit dem Zustand des Sportheims. "Im Moment haben wir keine vernünftigen Verhältnisse. Erst wenn der Neubau kommt, wird es wieder aufwärts gehen", sagt Sossna.

Ob es aber zum Bau einer attraktiven Heimstätte mit neuen Umkleiden, Duschen und einem Gemeinschaftsraum kommt, hängt am Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV). Rund 100 000 Euro soll dieser in Form von Zuschüssen und eines Darlehens beitragen. "Momentan will er aber keine Zuschüsse zahlen", sagt Sossna und sieht die kommende Spielzeit als eine Art Überbrückungssaison, die es zu überstehen gilt, ehe es mit einem neuen Sportheim wieder aufwärts gehen kann.

Was allerdings nicht bedeutet, dass der Klub ohne Ambitionen in die neue Spielzeit startet: "Auch wenn es für einen Absteiger immer etwas schwierig ist, wollen wir vorne mitspielen." Ähnlich sieht das der neue Spielertrainer Alexander Jeromin, der bereits im Januar vom SV Memmelsdorf aus der Bayernliga kam und nun den bisherigen Trainer Robert Hofmann ablöst. Mit drei Toren sowie acht Vorlagen hatte er in der erfolgreichen Rückrunde bereits seinen Anteil daran, dass sich auch seine Mitspieler wieder eine Zukunft beim TSV Höchstadt vorstellen konnten.

Neues Spielsystem

"Ich habe im Verein die Köpfe hängen sehen und wollte einfach helfen", sagt der 26-Jährige. Da es zudem schwierig wurde, seinen Beruf als Physiotherapeut in Forchheim mit dem Trainingspensum in der Bayernliga in Einklang zu bringen, wagte er den Schritt um vier Ligen nach unten. Seine Erfahrung aus der Bayernliga möchte er nun aber auch in der A-Klasse in die Trainingseinheiten einbringen. "Ich möchte modern trainieren und sehr viel im taktischen Bereich arbeiten. Das genaue System muss ich mit den Spielern noch absprechen. Ich gebe nichts vor und werde vieles ausprobieren, aber würde gerne schnell und offensiv nach vorne spielen lassen", sagt Jeromin.

Auf einen großen Kader kann er dabei aber nicht zurückgreifen. Da sieben Abgängen vier Neuzugänge gegenüberstehen und manche Spieler nur auf Abruf zur Verfügung stehen, muss Jeromin mit 17 bis 18 Spielern auskommen. "Die Mannschaft ist nicht schlecht. Es darf sich aber keiner verletzen. Wenn alle mitziehen, mache ich mir wenig Sorgen", sagt Sossna. Fest gesetzt sind beim Spielertrainer die hinzugekommenen Akteure. Neben Patrick Steinhäuser (ASV Höchstadt), Renee Maier (TSV Röttenbach) sollen auch Jens Rakotz und Kilian Schmidt (beide SpVgg Mühlhausen) beim Neustart mithelfen. "Alle vier Spieler haben ihre Stärken und sie sind essenziell für unser Spiel", findet Jeromin. Das Sportheim soll in naher Zukunft in neuem Glanz erstrahlen. Die Mannschaft womöglich sogar ein bisschen früher.

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