Herzogenaurach
Handball

TSH holt einen jungen Coach mit Ambitionen

Ob die TSH-Damen nächste Saison 3. Liga oder Bayernliga spielen, klärt sich wohl erst Mitte Juni endgültig. Unabhängig davon wurde René Friedrich als Trainer gewonnen.
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René Friedrich wird neuer Trainer der Handballerinnen der TS Herzogenaurach. Foto: Sportfoto Zink
René Friedrich wird neuer Trainer der Handballerinnen der TS Herzogenaurach. Foto: Sportfoto Zink
Zwei Wochen sollten alle Beteiligten eigentlich noch die Füße stillhalten, doch am Rande eines Relegationsspiels um den Aufstieg in die Bayernliga wurde das Geheimnis - wenn auch auf Umwegen - gelüftet. Trainer René Friedrich hatte mit den Handballerinnen des MTV Stadeln gegen den TSV Vaterstetten gerade das Ticket für die höchste Spielklasse des Freistaates gelöst, als ein paar Tränchen kullerten.

Friedrich erklärte - von Emotionen überwältigt - seinen Abschied und bekam vom Team eine Bildercollage mit dem Titel "Eine Ära geht zu Ende" überreicht. Als er gegenüber Pressevertretern erwähnte, dass sich seine Wege mit denen des TSV schon in der kommenden Saison wieder kreuzen könnten, zählten diese 2 und 2 zusammen.


Eine neue Herausforderung

Dass Friedrich neuer Trainer bei den Frauen der TS Herzogenaurach wird, bestätigte nun auch Abteilungsleiterin Christine Odemer, die es lieber gesehen hätte, wenn die Katze noch ein wenig im Sack geblieben wäre. "René ist aktuell im Urlaub. Nach seiner Rückkehr wollen wir ihn der Mannschaft vorstellen." Sie bezeichnet den jungen Trainer als Glücksgriff, denn es sei aktuell schwer, einen geeigneten Coach zu finden.

"Er hat bewiesen, dass er eine Mannschaft erfolgreich führen kann. Er hat das in Stadeln lange gemacht, der Aufstieg in die Bayernliga war das i-Tüpfelchen. Ich glaube, er hat jetzt eine neue Herausforderung gesucht", erklärt Odemer den Wechsel. Dieser war nötig geworden, weil die TSH den noch für die kommende Saison abgeschlossenen Kontrakt mit Klaus Watzinger vorzeitig beendete.

Die Spielerinnen, aus deren Reihen der Wunsch nach einem Trainerwechsel an die Abteilungsleitung herangetragen worden war, haben größtenteils signalisiert, bei der TSH zu bleiben. Bei einigen hängt eine Zusage noch von etwaigen Entwicklungen in Beruf und Studium ab. Die einzige, die Friedrich bereits kennt, ist Saskia Probst, die unter ihrem künftigen Coach schon in der Jugend-Bundesliga für Stadeln auflief.


Die Nummer 1 der Region

Udo Hermannstädter, sportlicher Leiter bei der TSH, gibt zu, dass man Friedrich schon vor einem Jahr auf dem Zettel gehabt habe. Aber eher für die zweite Mannschaft, da man glaubte, Friedrich hätte noch nicht die Reife für die 3. Liga. "Aktuell, würde ich sagen, ist er aber die Nummer 1 unter den Trainern der Region", erklärt Herrmannstädter, der froh ist, dass die Entscheidung des 29-Jährigen pro TSH ausfiel.

Ein schwere Entscheidung, immerhin war Friedrich seit 2006 beim MTV und hatte Spielerinnen seines aktuellen Aufsteigerteams schon in der D-Jugend unter seinen Fittichen. "Aber es gab Abnutzungserscheinungen, die beide Seiten gespürt haben. Deshalb wollte René, dass frischer Wind ins Team kommt. Und auch für ihn ist der Tapetenwechsel die richtige Entscheidung", sagt Christine Büttner, Handball-Abteilungsleiterin in Stadeln. Friedrich habe sich frühzeitig an sie gewandt, deshalb sei der Wechsel nicht überraschend gekommen. "Die Mannschaft hat es recht spät erfahren, sie sollte sich erst auf das Sportliche konzentrieren. Aber das Team ist so gefestigt, dass diese Nachricht es nicht umgehauen hat."

Wer beim MTV übernimmt, ist noch nicht geklärt, Friedrich bekommt bei der TSH Stefanie Mittasch zur Seite gestellt, die er bei den Lehrgängen zur B-Trainerlizenz kennenlernte. "Aber nur Steffi hat bestanden, René muss die Prüfung nachholen", verrät Hermannstädter, der nun noch einen Coach für die zweite Frauenmannschaft finden muss.


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