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Herzogenaurach
Handball

TSH-Damen machen zu viele technische Fehler

Mit Zuversicht reisten die Handballerinnen der TS Herzogenaurach in der 3. Liga Süd zum Tabellennachbarn SG OBK , nach dem Spiel herrschte Ernüchterung
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Zum Schreien: Lisa Neumann und Co. konnten bei der SG OBK nicht das umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten. Foto: Picturedreams
Zum Schreien: Lisa Neumann und Co. konnten bei der SG OBK nicht das umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten. Foto: Picturedreams
Natürlich ist es vermessen zu glauben, dass ein Aufsteiger den Ausfall von vier Leistungsträgerinnen auf Dauer kompensieren kann, wenngleich 40 glanzvolle Minuten gegen Möglingen durchaus optimistisch gestimmt hatten. TSH-Trainer Klaus Watzinger wollte erkannt haben, dass ein Team in der ersten Halbzeit zu viel investiert hatte, um hernach als Sieger das Feld zu verlassen. "Wir müssen daher versuchen, eine bessere Balance für 60 Minuten zu finden". Doch diese Taktik ging voll daneben.


SG OBK - TS Herzogenaurach 31:25

Nur die ersten drei blieben die Gäste in der Südpfalz auf Augenhöhe (2:3). Was dann kam , war ein unerklärlicher Einbruch. OBK, bis dato immerhin nur mit drei Pluspunkten auf der Habenseite, zerlegte die TSH mit einem Sturmlauf - vornehmlich über die zweite Angriffswelle und nutzte Herzogenauracher Fehler konsequent aus. Über 10:2 (16.) und 14:4 (23.) lagen die Gastgeberinnen eigentlich schon vor dem Halbzeitpfiff uneinholbar in Front. Eine Vorentscheidung, welche OBK nur wenig Kraft gekostet hatte, für die restliche Spielzeit psychologisch den entscheidenden "Kick" gab.

Es spricht für die Moral und an sich ja auch die Qualität der TSH, dass sie mit einem 6:0-Lauf bis zur Pause noch auf 10:14 herankam und Hoffnung schöpfte. Doch auch das sofortige 11:14 nach Wiederanpfiff täuschte nicht darüber hinweg, dass die Gastgeberinnen in den wesentlichen Belangen besser waren und mit dem Druck viel besser umgehen konnten. Der Erfolg war nie gefährdet, weil die Gäste sich zwar nach Kräften wehrten, aber weiter viele technische Fehler machten.

Als Watzinger kurz vor dem Abpfiff situationsbedingt eine offene Deckung anordnete, sorgten die immer einen Tick schnelleren und sichereren Gastgeberinnen für klare Verhältnisse. Was nachdenklich stimmt: OBK zeigte keine Topleistung, brauchte diese aber auch nicht. Stattdessen war die SG mit dem Rüstzeug unterwegs, auf das sich die Herzogenauracher eingestellt zu haben geglaubt hatte. Doch die Umsetzung war mangelhaft.


Einiges muss hinterfragt werden

Während bei OBK wie erwartet Völker (7 Tore), sowie Kreisläuferin Silaghi (6) treffsicher auftraten, waren bei der TSH Laura Wedrich, die sich letzte Woche einen Nasenbeibruch zugezogen hatte, sowie Saskia Probst, die öfter im Rückraum aushelfen musste, am erfolgreichsten. Wirklich zufrieden war Watzinger mit Alina Erdmann, die das Pech hatte, dass ihr drei Rückraumtreffer verweigert wurden. Auch die Abwehrleistung von Corinna Merz war ansprechend, ansonsten jedoch konnte sich der Coach nur über die gute Moral im Team freuen. "Nun , da die Leichtigkeit weg ist, müssen wir einiges hinterfragen, auch ich mich selbst", sagte der Herzogenauracher Coach.

Niemand im Lager der TSH konnte davon ausgehen, dass man den Topteams auch in der Rückrunde wieder Punkte abknöpfen wird, gerade bei der personellen Situation. Nun jedoch kommt man daran nicht mehr vorbei, wenn man den Klassenerhalt schaffen will.

TSH:
Ebersberger, Kauer - Stephan (4), Wedrich (7/2), Mittasch, Probst (5), Schneidereit, Lang (1), Merz, Erdmann (2), Theobald (2), Küffner (1), Neumann (3)