Eishockey

Tolle Moral der Höchstadt Alligators wird nicht belohnt

Der HEC sieht in Regensburg lange wie ein Verlierer aus. Nach einem starken Schlussspurt ist der Ausgleich zum Greifen nah, doch der Aufsteiger hat Pech.
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Pechvögel: Die Alligators um Kapitän Martin Vojcak (Nummer 69) und Vitalij Aab (18) lieferten den Regensburger Eisbären einen großen Kampf und waren drauf und dran, dem großen Favoriten wenigstens einen Punkt abzuknöpfen. Foto: Archiv
Pechvögel: Die Alligators um Kapitän Martin Vojcak (Nummer 69) und Vitalij Aab (18) lieferten den Regensburger Eisbären einen großen Kampf und waren drauf und dran, dem großen Favoriten wenigstens einen Punkt abzuknöpfen. Foto: Archiv

Der Höchstadter EC wartet in der Eishockey-Oberliga Süd weiter auf den zweiten Saisonsieg. Der schien bei klar favorisierten Regensburgern am Freitag nach dem zweiten Drittel in weite Ferne gerückt zu sein. Doch der Aufsteiger bewies vor 1715 Zuschauern große Moral, kämpfte sich eindrucksvoll zurück, ließ sich auch von einem erfolgreichen Unterzahlkonter der Eisbären nicht entmutigten und war nah dran, zumindest einen Punkt aus der Donau-Arena zu entführen. Doch der mögliche Ausgleich, der den Alligators die Overtime beschert hätte, wollte nicht mehr fallen. Höchstadt fährt mit erhobenem Kopf heim - und muss ihn auch oben behalten, darf den Glauben an sich nicht verlieren. Vielleicht platzt am Sonntag im Heimspiel gegen Memmingen der Knoten.

Eisbären Regensburg - Höchstadt Alligtors 6:5 (3:1, 1:0, 2:4)

Blitzstart in der Donau-Arena: Noch keine 30 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Puck bereits im Netz von HEC-Goalie Niko Henseleit, Tausch brachte die Eisbären in Führung. Doch die Alligators hatten eine schnelle Antwort parat - Vitalij Aab sorgte mit Anbruch der zweiten Spielminute für den Ausgleich. Es roch nach einem Torfestival, doch in der Folge neutralisierten sich die Kontrahenten. Regensburg mit optischen Vorteilen, doch Höchstadt verteidigte hellwach und versuchte, Nadelstiche zu setzen. Echte Torchancen waren hüben wie drüben Mangelware. Dann zwei Schock-Momente für den HEC: Erst musste Friedrich Kolesnikov behandelt werden und konnte nicht weitermachen (12.), genau wie André Lenk, der nach einem harten Einschlag in die Bande vom Eis geführt werden musste (14.). Im Anschluss kamen die Gäste zum ersten Mal ins Powerplay, konnten damit aber nichts anfangen. Im Gegenteil: Weil Martin Vojcak seinem Gegenspieler ein Bein stellte, sahen sie sich selbst in Unterzahl wieder und gerieten in einen Konter, den Divis aus zentraler Position zum 2:1 nutzte (16.). Eine Minute später ein Ellbogencheck von Markus Babinsky - und wieder Überzahl für die Oberpfälzer. Ein abgewehrter Schuss landete vor dem Schläger von Böhm, dessen etwas unorthodoxer Abschluss Schuss Henseleit überraschte - 3:1.

Höchstadt musste mehr machen, doch im zweiten Drittel gingen beide Teams eher unkoordiniert zu Werke. Echter Spielfluss wollte nur selten aufkommen. Die Eisbären mit einem deutliche Plus an Torschüssen, doch diese brachten nicht den gewünschten Erfolg. Kapitän Flache muss weiter auf seinen 100. Treffer im Regensburger Trikot warten. Der HEC kam ein weiteres Mal ins Powerplay, doch auch dieses Mal fehlte die Durchschlagskraft. Das Spiel plätscherte der zweiten Pause entgegen, doch wie schon im ersten Drittel liefen die letzten Minuten gegen die Alligators, was sie zum Teil selbst verschuldeten. Erst mussten sie eine Unterzahl wegen Spielverzögerung überstehen (34.). Kaum wieder zu fünft, war plötzlich ein Höchstadter zuviel auf dem Eis (36.). Zu allem Überfluss beförderte Babinsky den Puck über die Seitenbande - Spielverzögerung. Die Gäste waren nun nur zu dritt und chancenlos gegen das starke Überzahlspiel der Gastgeber: Gulda täuschte einen Schuss an, passte aber nach Linksaußen auf Divis, der keine Mühe hatte, den Puck zum 4:1 im Tor unterzubringen, weil Henseleit nicht mehr rechtzeitig ins kurze Eck kam (38.).

Die Entscheidung schien gefallen zu sein, zumal Regensburg gleich zu Beginn des Schlussdrittels einen Penalty zugesprochen bekam. Doch Henseleit parierte und sorgte für einen Weckruf bei seinen Vorderleuten, die die Gastgeber in der Folge mächtig ins Schwitzen brachten. Aab setzte den völlig allein gelassenen Oleg Seibel in Szene, der Goalie Fössinger beim 4:2 keine Chance ließ (45.). Kurz darauf versuchte es Lukas Fröhlich aus der Drehung, ehe der HEC im Powerplay die große Chance auf den Anschlusstreffer bekam. Doch die Gäste schenkten den Puck her, die Eisbären konterten in Unterzahl, und nach Pass von Heger traf Schiller zum 5:2 (50.). Doch der HEC hatte Blut geleckt, machte weiter Druck. Richard Stütz vergab im Powerplay eine Riesenchance (51.), ehe Markus Babinskys Hammer von der blauen Linie zum 5:3 einschlug (52.). Sekunden später zeigte Aab sein ganzes Können und stellte den Anschluss her. Die Hausherren versuchten, sich zu befreien und kamen tatsächlich noch einmal in eine Überzahlsituation, die Divis mit einem Drehschuss aus spitzem Winkel zum 6:4 nutzte (55.). War das die Entscheidung? Mitnichten, denn der HEC glaubte fest an die Überraschung, vor allem als Aab auch noch das 6:5 gelang (59.). Höchstadt gewann das Bully, blieb in Besitz der Scheibe, nahm Henseleit zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis und drängte in Überzahl auf den Ausgleich. Zweimal bot sich dem Aufsteiger die Chance auf die Sensation, doch mit Glück und Geschick rettete sich der Favorit ins Ziel.

Regensburg: Tor: Fössinger, Holmgren - Abwehr: Gulda, Schiller, Tippmann, Vogel, Weber, Bühler, Heider, Schütz - Angriff: Sauer, Stöhr, Divis, Franz, Flache, Vinci, Tausch, Ontl, Böhm, Heger, Schwarz, Gajovsky.

Höchstadt: Tor: Henseleit, Schnierstein - Abwehr: Otte/Nedved, Szwajda/Babinsky, Stütz/Wiedl, Ribarik - Angriff: Deske/Petrak/L. Lenk, Cejka/Vojcak/A. Lenk, Aab/Neugebauer/Mikesz, Kolesnikov/Seibel/Fröhlich, Grau

Zuschauer: 1715

Schiedsrichter: Robert Ruhnau, Peter Moosberger, Dominic Six

Tore: 1:0 Leopold Tausch (1.), 1:1 Vitalij Aab (2.), 2:1 Richard Divis (16.), 3:1 Benedikt Böhm (19.), 4:1 Richard Divis (38.), 4:2 Oleg Seibel (45.), 5:2 Lars Schiller (50.); 5:3 Markus Babinsky (52.), 5:4 Vitalij Aab (52.), 6:4 Richard Divis (55.), 6:5 Vitalij Aab (59.) Strafminuten: 8 / 12



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