Herzogenaurach
Basketball

Serbische Schule bei der TS Herzogenaurach

Der neue Trainer der Longhorns setzt bei den Regionalliga-Herren auf eine aggressive Verteidigung und schnelles Umschalten.
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Neuer Trainer und neuer Abteilungsleiter der Herzogenauracher Basketballer: Nikola Jocic (li.) und Peter Simon. Fotos: Daniel Ruppert
Neuer Trainer und neuer Abteilungsleiter der Herzogenauracher Basketballer: Nikola Jocic (li.) und Peter Simon. Fotos: Daniel Ruppert
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Verteidigung ist ein Begriff, mit dem sich Nikola Jocic (gesprochen: Jozitsch) zur Zeit intensiv auseinandersetzt. Nachdem er seine Doktorarbeit an der Uni Bamberg abgegeben hat, bereitet er sich darauf vor, diese zu verteidigen, was einer mündlichen Nachprüfung entspricht. Doch auch sportlich gesehen steht beim 33-Jährigen die Verteidigung im Vordergrund. Als neuer Trainer der Regionalliga-Basketballer der Turnerschaft Herzogenaurach will er die serbische Schule einführen: "Wie wollen knackig verteidigen. Keiner soll gegen uns einfach scoren können."


Schnell umschalten und punkten

Im selben Atemzug gibt er den Fans der Longhorns aber das Versprechen, sie könnten sich in der am 22. September beginnenden Saison auf attraktiven Basketball freuen. "Aus der Defensive heraus wollen wir schnell punkten. Die Zuschauer werden Spaß haben." Seine Schützlinge, die weitgehend als Team zusammenbleiben, kenne er zwar noch nicht so gut, doch er wisse, dass er Jungs zur Verfügung habe, die "gut passen, organisieren und Lösungen finden können".

Jocic stammt aus Belgrad, wo er nach eigener Aussage ein passabler Jugend-Basketballer war, sich mit dem Ende des Schullebens aber zwischen Sport und Beruf entscheiden musste. Anstelle für eine Basketballkarriere zehn Mal pro Woche zu trainieren, verfolgte er die vernünftigere Variante und studierte Geografie. Über seinen Betreuer für die Doktorarbeit lernte er Bamberg kennen - und lieben: "Es war eine Umstellung von der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt Belgrad nach Franken", sagt er schmunzelnd. "Aber hier ist es perfekt", ergänzt der 33-Jährige, der bei seiner Ankunft vor dreieinhalb Jahren kein Deutsch sprach.


Wieder anderer Trainertyp

Inzwischen kann er sich bestens verständigen. Davor, dass Jocic' Ansprache an die Mannschaft nicht funktioniert, hat der neue TSH-Abteilungsleiter Peter Simon jedenfalls keine Angst. "Nach mir kam Schleifer Mario Dugandzic. Benedikt Aumeier war ähnlich wie ich eher der sanftere Typ. Jetzt tut eine Veränderung sicher wieder gut", erklärt Simon und deutet damit eine härtere Gangart des Serben an.

Jocic war zweieinhalb Jahre als Coach sämtlicher Bereiche beim TSV Breitengüßbach tätig. Dessen Regionalliga-Team ist ausgerechnet der Herzogenauracher Auftaktgegner. Im Sommer wechselte er zum Nürnberger Basketballclub, dem Kooperationspartner der Longhorns, wo er das Team aus der Nachwuchsbundesliga trainieren und die Vereinsjugend koordinieren soll. Das Ziel für seine Aufgabe in Herzogenaurach laute Kontinuität. "Wir wollen mit jungen Leuten eine Mannschaft aufbauen, die sich in der Regionalliga etabliert und nicht ständig einen neuen Trainer bekommt", erklärt der Abteilungsleiter. Gleichwohl gehe es ab September zunächst wieder nur um den Klassenerhalt, den die TSH in der vergangenen Saison am vorletzten Spieltag sicherte.

Der Kader um die von Kreuzbandrissen genesenen Eismann und Bauer solle noch verstärkt werden. Dafür bieten die Longhorns kommende Woche am Dienstag (14.8.) und Donnerstag (16.8, jeweils ab 20.15 Uhr) in der Gymnasiumhalle offene Trials an, zu denen talentierte Basketballer vorbeikommen können.


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