Herzogenaurach
Handball

Rödel zieht der TSH den Zahn

Die Talfahrt der Bezirksoberliga-Handballer der Turnerschaft Herzogenaurach hält weiter an. Vor heimischer Kulisse schafften es die Mannen um Interimscoach Florian Heimpel nicht, dem Aufsteiger aus Niederlindach Punkte abzuringen, mussten sich stattdessen recht deutlich geschlagen geben.
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TSH-Kreisläufer Thomas Neumann nahm es in dieser Szene mit zwei Niederlindachern auf und kam zum Abschluss.
TSH-Kreisläufer Thomas Neumann nahm es in dieser Szene mit zwei Niederlindachern auf und kam zum Abschluss.
Dabei erwies sich der 39-jährige Niederlindacher Torhüter für die Herzogenauracher als unüberwindbares Hindernis. Die HSG geht ohne Sorgen in die Weihnachtspause, während die Schuhstädter den Blick nach unten richten müssen.

TS Herzogenaurach - HSG Erlangen/Niederlindach 23:33

Auf den ersten Blick schien der Kader der TSH schlagfertig zu sein. Die Ersatzbank war gut besetzt und hätte unter normalen Umständen genügend Alternativen parat gehabt. Außer Ahmed Labassi und Max Kaltenhäuser standen Heimpel sämtliche Akteure zur Verfügung. Doch die Personalsituation war alles andere als entspannt: Mit Martin Maydt, Markus Hentschke, Florian Heimpel und Marius ten Brink gingen vier Spieler schwer angeschlagen in die Begegnung.


Trotzdem wollten die Gastgeber unbedingt dem quirligen Tempohandball der HSG Paroli bieten und gingen höchstmotiviert in das Derby. Dieses war allerdings nur bis zum 3:3 ausgeglichen, dann gerieten die Hausherren nach mehreren vergebenen Chancen in Rückstand. Während die Gäste nach Belieben trafen, tat sich die TSH schwer, den Ball im gegnerischen Gehäuse unterzubringen.

Allen voran entpuppte sich besonders ein der Niederlindacher Torwart-Routinier Robert Rödel als nahezu unüberwindbare Barriere, an der die TS-Schützen reihenweise scheiterten. Ausgehend von einer fahrlässigen Defensive, die oft zu passiv agierte, gerieten die TSH'ler in ein unnötiges Leistungstief, das von den Gästen bis zum Zwischenstand von 8:15 eiskalt ausgenutzt wurde. Dann jedoch fanden die Hausherren wieder zurück und erkämpften sich den 13:16-Halbzeitstand.

Taktische Umstellung bringt nichts

Mit neuem Elan kehrte das Team von der Aurach zurück aufs Spielfeld. So hatten sich Auer, Wonner und Co. noch in der Kabine fest vorgenommen, sich von Beginn an hellwach zu präsentieren. Dies misslang den Herzogenaurachern jedoch wie schon zuletzt. Niederlindach knüpfte an die Leistung aus dem ersten Durchgang nahtlos an und führte sein munteres Schützenfest fort. Mehrere taktische Umstellungen seitens der TSH brachten die überlegenen Aufsteiger nicht aus ihrem Konzept, so dass die Partie schon früh entschieden war. Die einzig gute Nachricht aus dem Lager der Turnerschaft war der erste Treffer von A-Junior Marco Loncar, der ein gutes Debüt in der Herrenmannschaft ablieferte.

Die Partie endete mit lautem Jubel auf der einen und resignierten Gesichtsausdrücken auf der anderen Seite. Während die gut aufgestellte Mannschaft von Detlev Hauer sorgenfrei in die Winterpause geht, blicken die Herzogenauracher noch einer letzten bevorstehenden Aufgabe entgegen. Das Auswärtsspiel gegen den direkten Kontrahenten HG Hemau/Beratzhausen am kommenden Samstag ist ein so genanntes Vier-Punkte-Spiel, das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die TSH kommt. Doch unabhängig davon ist eines klar: Die Mannschaft muss ein paar Gänge hoch schalten und sich geschlossen auf die schwierige Rückrunde vorbereiten, um die Abstiegssorgen bald ad acta legen zu können.
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