Herzogenaurach
Fußball

Pumas müssen erst die Hausaufgaben erledigen

Der FC Herzogenaurach um Spielertrainer Jakob Karches geht in die zweite Landesliga-Saison seit dem Aufstieg 2018. Die vergangene Spielzeit lief ausgesprochen gut, doch davon will sich das Team nicht blenden lassen.
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Foto: Sportfoto Zink
Foto: Sportfoto Zink

Vier Jahre ist es erst her, da waren die Wege für den FC Herzogenaurach noch kurz: In der Kreisliga ging es nach Weisendorf, Heßdorf und nur ein paar Minuten rüber zum ASV Niederndorf. Inzwischen spielen die Pumas in der Landesliga Nordost und treffen dort auf ganz andere Kaliber, eroberten aber in der abgelaufenen Saison als Aufsteiger Platz 5.

Die Rolle des besten Neulings ging zwar an den Meister FC Eintracht Bamberg, der direkt in die Bayernliga durchmarschierte, doch hinter dem dominanten Spitzenquartett aus Bamberg, Feucht, Neudrossenfeld und Schwabach waren die Herzogenauracher "best of the rest". Dieser Erfolg könnte in der kommenden Saison zur Last werden.

"Als Aufsteiger können wir damit auf jeden Fall zufrieden sein", blickt Spielertrainer Jakob Karches zurück. Der 33-Jährige kam zur Saison 2015/16 aus Baiersdorf zu den Pumas und feierte direkt den Aufstieg in die Bezirksliga. Aus seiner Sicht wäre sogar noch etwas mehr drin gewesen: ""Im Mittelfeld der Liga haben wir mit die beste Rolle gespielt. Wenn wir nicht sechs verschiedene Torhüter eingesetzt hätten, hätten wir vielleicht noch mehr rausgeholt."

Chaos im Tor

Verletzungen, Urlaub, Terminkollisionen mit der Arbeit - gefühlt mussten die Pumas auf der Torwartposition jede Woche aufs Neue experimentieren. Von der A-Jugend bis zu den Alten Herren durfte und musste nahezu jeder Keeper des Vereins mal ran. "Jeder, der schon mal Handschuhe anhatte", sagt der sportliche Leiter Ulrich Zeitschel und lacht. "Aber Spaß beiseite, die haben alle gut gehalten." Trotzdem soll die Defensive sich in der kommenden Saison deutlich seltener umgewöhnen müssen. Florian Peter (29), der in der vergangenen Saison nur auf zehn Ligaspiele kam, muss seinen Posten als Nummer 1 gegen Benedikt Lösch (21) verteidigen, der als Neuzugang aus der Reserve des SC Eltersdorf zum Team gestoßen ist und dort schon vereinzelt in der Bayernliga zwischen den Pfosten stand.

Neben Lösch und einigen jungen Spielern aus der U19 stehen nur zwei weitere Namen auf der Liste der Herzogenauracher Zugänge: Der offensive Flügelspieler Nico Haas, der vom ASV Vach kommt, und der defensive Mittelfeldmann Tim Scheuerer aus der zweiten Mannschaft des FSV Erlangen-Bruck. Damit reagiert der Verein auf zwei Abgänge aus dem Winter: Daniel Kratz, der zur SG Höchstadt/Gremsdorf wechselte, und Kim Scheller, den es nach Burgfarrnbach zog.

Sommer-Abgänge sind beim FCH Fehlanzeige: "Woanders gehen oft die Spieler auf den Kaderpositionen 13 bis 28. Bei uns passiert da traditionell wenig", sagt Jakob Karches, der damit auf ein eingespieltes Team zurückgreifen können wird. "Es ist der gute Zusammenhalt", sagt Ulrich Zeitschel über die Gründe für die Treue. "Geld zahlen wir keines und Erfolgsprämien gehen in die Mannschaftskasse." Über zu wenige Spieler kann man sich in Herzogenaurach also nicht beschweren. Statt Spielgemeinschaften gibt es daher zur kommenden Saison eine dritte Mannschaft, die in der B-Klasse an den Start geht.

Schweres Auftaktprogramm

Die erste Mannschaft startet am Freitag (19 Uhr) gegen Aufsteiger FSV Stadeln in die Landesliga-Saison. Karches schätzt die Aufsteiger - neben Stadeln noch der SV Schwaig und die Kickers Selb - als starke Konkurrenz ein. Das macht das Auftaktprogramm der Pumas nicht einfacher: An Spieltag 2 geht es nach Feucht, für Karches der Favorit auf Rang 1, dann folgen Schwaig und Quelle Fürth, Feuchtwangen und Neudrossenfeld. Fürth und Neudrossenfeld zählen für den Herzogenauracher Spielertrainer ebenfalls zu den Topteams.

Und wo sortieren sich die Pumas ein? "Platz 5 ist vielleicht schon realistisch, aber wir sollten uns nicht zu weit aus dem Fenster lehnen." Damit tue man vor allem den jungen Spielern keinen Gefallen. "Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen und Punkte gegen den Abstieg sammeln." Wie in der vergangenen Saison.

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