Auch auswärts läuft es diese Saison bei den Bezirksoberliga-Handballern der Turnerschaft Herzogenaurach rund. Beim heimstarken ESV Regensburg gelang den Schuhstädtern ein deutlicher Sieg, obwohl es zu Beginn noch so ausgesehen hatte, als könnte der Herbstmeistertitel ins Wanken geraten. Schwer tat sich die HSG Erlangen/Nierderlindach gegen den Tabellenvorletzten aus Hemau, verabschiedete sich dank eines fulminanten Schlussspurts letztendlich aber ebenfalls mit einem Sieg in die Weihnachtspause. Dagegen lief beim OG Erlangen erneut nicht viel zusammen. Das Team der Altmeister bleibt im Tabellenkeller stecken.


ESV Regensburg - TS Herzogenaurach 25:34

Intensiv hatten sich die Herzogenauracher mit den Domstädtern befasst, bei denen sie in den vergangenen Jahren nur selten Land gesehen hatten. In den Anfangsminuten sah es jedoch danach aus, als hätte das nichts genutzt. Über eine 3:0-Blitzführung erwischten die Gastgeber einen super Start und unterstrichen von Beginn an ihre Ambitionen, den Tabellenführer zu ärgern. Es entwickelte sich eine äußerst harte Partie, in der beide Abwehrreihen oftmals die Grenze der Legalität überschritten. Insgesamt acht Zeitstrafen hagelte es in der ersten halben Stunde für beide Seiten.

Einen Vorteil zog daraus aber nur eine Mannschaft: Regensburg kombinierte in Überzahlsituationen mustergültig und bestrafte die Fehler der TSH eiskalt. Die Gäste hingegen scheiterten im ersten Durchgang zu oft am gegnerischen Keeper oder ließen sich laut Spielertrainer Ingo Kundmüller zu "teilweise unüberlegten Tacklings" hinreißen. Einzig Keeper Kammerer zeigte in den ersten 20 Minuten eine solide Leistung und hielt mit drei parierten Strafwürfen seine Farben im Rennen. Trotzdem musste Kundmüller beim Stand von 14:10 die Timeout-Karte zücken. Durch zwei schnelle Treffer vor dem Seitenwechsel kam seine Mannschaft nach der kurzen Besprechung wieder heran.

"Wir sind beim Stand von 14:12 in die Kabine und wussten, dass wir an einigen Stellschrauben drehen müssen, wenn wir hier etwas holen wollten", erzählte der TSH-Coach hinterher. Der Grundstein dafür wurde durch einige taktische Umstellungen gelegt. So rückte Bernhard Auer in den Rückraum, während Hettchen und Janson für frischen Wind auf der linken Seite sorgen sollten. Diese Maßnahmen trugen im zweiten Durchgang schnell Früchte.

Einerseits zwang eine agilere Deckung den gegnerischen Rückraum zu Fehlern. Andererseits erhöhten die Gäste durch die ersten und zweiten Angriffswellen zunehmend Tempo und Druck. Der ESV sah sich fortwährend damit konfrontiert, über ein schnelleres Rückzugsverhalten mit den impulsiven Gegenangriffen Schritt zu halten. "Wie die Jungs in der zweiten Halbzeit gelaufen sind, war der Wahnsinn. Wir haben innerhalb weniger Minuten das 12:14 in ein 18:15 verwandelt", lobte Kundmüller den Einsatzwillen seiner Sieben. Diese drückte weiter aufs Gaspedal und ließ sich weder von eigenen personellen Wechseln, noch von einer offensiveren ESV-Deckung beirren. Zwar tasteten sich die Eisenbahner noch auf 21:21 heran, doch spätestens dann brachen bei den Gastgebern alle Dämme: Nach einem 5:0-Lauf der Herzogenauracher bahnte sich eine einseitige Schlussphase an, in der letztlich die TSH einen mehr als deutlichen Auswärtserfolg verbuchen konnte.

Mit 17:3 Punkten gehen die Herzogenauracher als Herbstmeister in den verdienten Weihnachtsurlaub. Von Erholung kann hier allerdings kaum die Rede sein. "Die Jungs haben insgesamt eine tolle Hinrunde gespielt, auch wenn noch das Spiel gegen Forchheim fehlt. Auf dieses wollen wir uns optimal vorbereiten. Deshalb werden wir bis zum 21. Dezember normal weitertrainieren und möglichst früh nach den Feiertagen wieder einsteigen. Für den Moment können wir die Herbstmeisterschaft aber in vollen Zügen genießen", sagte Kundmüller.


HSG Erlangen/Niederlindach - HG Hemau/Beratzhausen 34:26

Mit Rückenwind aus dem Unentschieden gegen Spitzenreiter TS Herzogenaurach ging es für die HSG gegen den Tabellenvorletzten, der bis dato erst vier Pluspunkte hatte verbuchen können. Dafür stand Trainer Walter Anheuer eine volle Bank zur Verfügung, lediglich Kevin Gumbert fiel aufgrund anhaltender Knieprobleme aus. Doch den tabellarischen Vorteil konnte die Mannschaft um Max Willert, Lukas Stübinger und Co. zunächst nicht auf das Parkett bringen. Die Gäste kamen über den Kreis zu guten Gelegenheiten und gingen mit 6:4 in Führung. Dank einiger schöner Aktionen von Daniel Bauer über rechts außen hielt Niederlindach das Geschehen offen, gestatte dem "HG-Express" aber immer wieder leichte Treffer, sodass die Gastgeber zur Pause nur knapp mit 15:14 in Führung lagen.
Nach dem Seitenwechsel agierte die HSG dann konzentrierter und machte von Beginn an Druck. Schnell gelang eine 19:15-Führung, doch aufgrund einiger Pfostentreffer und nachlassender Abwehrleistung kamen die Gäste wieder bis auf zwei Treffer heran. Max Willert und Max Erhardt war es zu verdanken, dass Niederlindach dennoch auf der Siegertraße blieb und ab der 52. Minute den Vorsprung sukzessive ausbaute. Während den Gästen die Puste ausging, bekam die HSG die zweite Luft und zog bis auf 34:26 davon.
Nach den Turbulenzen der letzten Wochen mit dem Rücktritt des langjährigen Trainers Detlev Hauer schaffte die HSG nach dem Remis gegen die TSH nun ein weiteres wichtiges Erfolgserlebnis vor der Weihnachtspause. Nun gilt es, im neuen Jahr wieder voll anzugreifen und sich in der Tabelle weiter nach oben zu arbeiten.


OG Erlangen - TV Erlangen-Bruck II 20:33

Nur in den ersten zehn Minuten konnten die Gastgeber die Partie offen halten. Dann folgte für den ohnehin nicht in Bestbesetzung angetretenen OGE mit dem Ausfall von Spielmacher Eldridge Herzberger ein erster herber Rückschlag. Statt sich nun auf ein konzeptionelles Angriffsspiel zu konzentrieren, suchten die Hausherren ihr Glück in überhasteten Einzelaktionen. Das führte zu vielen Ballverlusten, die die Brucker über den Gegenstoß eiskalt ausnutzten und bis zur Pause vorentscheidend auf 19:12 davonzogen.
Im zweiten Durchgang gelang es den OGE-Recken nicht mehr, den Rückstand zu verringern. Im Gegenteil, die Gäste bauten in einer spannungsarmen Begegnung ihre Führung kontinuierlich aus. Dazu schwanden den Olympioniken (Altersdurchschnitt 41 Jahre) zusehends die Kräfte, was es dem jungen Aufsteigerteam noch leichter machte, sich durchzusetzen.