Höchstadt a. d. Aisch
Leichtathletik

Grau will es wieder wissen

Nicht weniger als den Titel über 3000 Meter Hindernis will der Biengartner am Samstag von der deutschen Meisterschaft in Nürnberg mitbringen.
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Martin Grau bei seinem Triumph 2015 Foto: dpa
Martin Grau bei seinem Triumph 2015 Foto: dpa
Ein klares Ziel hat Martin Grau vor Augen. Deutscher Meister werden. Und wieder die Atmosphäre im Nürnberger Max-Morlock-Stadion atmen, die ihn schon 2015 zum Titel getragen hat. Damals war der Topläufer des LSC Höchstadt auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere, sogar die Qualifikation für die olympischen Spiele in Rio 2016 schien möglich.

Doch der Druck und der eigene Anspruch waren zu hoch, der Körper machte nicht mehr mit. Grau fiel in ein mentales und leistungstechnisches Loch, aus dem er sich mühsam herauskämpfen musste. Der 26-Jährige arbeitete hart, entzog sich im Herbst 2017 der Nestwärme des heimischen LSC und Trainer Markus Mönius, um auf dem Olympia-Stützpunkt in Erfurt neue Impulse zu setzen. Trainingslager in Flagstaff, Südafrika und zuletzt in der Schweiz nutzte der Sportfördersoldat, um wieder an seine Bestmarken heranzukommen.


Zwei starke Herausforderer

Am Samstag will er sich dafür belohnen, bei der Leichtathletik-DM über 3000 Meter Hindernis, wieder in Nürnberg. "Ich will den Titel und werde alle fairen Mittel nutzen, um dieses Ziel zu erreichen", sagt Grau, der selbst für ordentlich Konkurrenz gesorgt hat. "Vor zehn Tagen bin ich ein Rennen als Tempomacher gelaufen, um weitere Deutsche zur EM-Norm von 8:34 zu ziehen." Graus Siegerzeit von 8:31,50 Minuten lässt für Samstag auf Großes hoffen. Und dank der Tatsache, dass Patrick Karl (TV Ochsenfurt) und Johannes Motschmann (LG Nord Berlin) nur wenige Zehntelsekunden Rückstand hatten, bleibt der Höchstadter wachsam.

"Ich weiß, was die beiden leisten können, und bei einem Rennen gibt es Unwägbarkeiten, die man nicht beeinflussen kann. Aber ich fühle mich richtig gut, bin den beiden noch etwas voraus und werde mich ganz auf mich konzentrieren." Vor allem das dreiwöchige Trainingslager in der Schweiz habe ihn beflügelt und dem körperlich schon bestens vorbereiteten Grau die Möglichkeit gegeben, an Technik und Koordination zu feilen und ein Gefühl der Unbeschwertheit zu entwickeln.


Die Taktik ist noch geheim

Und so freut sich Martin Grau auch darüber, dass bei der "Deutschen" nach zehn Jahren wieder einmal drei Hindernisläufer starten, die die EM-Norm geknackt haben. LSC-Vereinskamerad Niklas Buchholz, der ebenfalls in Nürnberg dabei ist, für taktische Zwecke einzuspannen, kommt für Grau nicht in Frage. "Jeder läuft sein eigenes Rennen. Ich hoffe, dass bei Niklas der Knoten platzt und er sein Potenzial ausschöpfen kann. Ich wünsche ihm eine Top-Acht-Platzierung. Ich werde mir eine passende Taktik zurechtlegen, kann aber schon verraten, dass ich das Rennen nicht von der Spitze weg angehen will."

Von dieser taktischen Warte aus ist die DM auch ein guter Test für die Europameisterschaft in Berlin. "Klar, die Konstellation ist anders. In Nürnberg bin ich Gejagter, in Berlin Jäger. Aber der Rennaufbau ist ähnlich, und so kann ich bei der DM schon herausfinden, welche Herangehensweise funktionieren könnte", erklärt der 26-Jährige, der bei der EM die Top Acht, möglichst sogar die Top Fünf anstrebt - am besten als amtierender deutscher Meister.


Die Region ist in Nürnberg stark vertreten

Martin Grau und Niklas Buchholz sind nicht die einzigen Leichtathleten der Umgebung, die bei der deutschen Meisterschaft in Nürnberg am Wochenende vertreten sind. Medaillenchancen hat zum Beispiel der Burghaslacher Patrick Schneider, der für das LAC Quelle Fürth über 400 Meter starten wird. Sein Vereinskollege Konstantin Wedel, der vor ein paar Jahren das Trikot des LSC Höchstadt getragen hat, versucht sich über 5000 Meter.

Die TS Herzogenaurach ist mit Christopher Zahl, Justus Santjer, Youngster Sebastian Oertel, Tobias Reischl und Louis Mennerat für die 4x400-Meter Staffel in der Altersklasse U20 am Start (Samstag, 11.25 Uhr). Das TSH-Quartett hatte sich zu Beginn der Sommersaison das Ziel gesetzt, die Norm von 3:32,20 Minuten zu laufen, um sich auf großer Bühne vor heimischen Publikum dabei zu sein. Nach zwei vergeblichen Anläufen, in denen die jungen Herzogenauracher die Qualifikation nur um wenige Zehntel verpassten, schafften sie es im dritten Anlauf bei den bayerischen Meisterschaften in Erding und qualifizierten sich mit 3:30,32 Minuten.
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