Herzogenaurach
Basketball

Longhorns: bärenstark im Defensivverbund

Lange Anfahrt und kurze Rotation machen den Herzogenaurachern nichts aus. Nach dem siebten Saisonsieg sollte der Abstieg kein Thema mehr sein.
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Erst 18 Jahre alt, aber abgezockt wie ein alter Hase. Robert Merz steuerte 19 Punkte zum Auswärtssieg der Longhorns bei. Foto: Archiv
Erst 18 Jahre alt, aber abgezockt wie ein alter Hase. Robert Merz steuerte 19 Punkte zum Auswärtssieg der Longhorns bei. Foto: Archiv

Es ist aller Ehren wert, was die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach in dieser Saison bislang leisten. Wegen des Ausfalls von sechs Leistungsträgern verblieben nur acht Recken, die aber auch 300 Kilometer Anfahrt wegsteckten und bei abstiegsgefährdeten Rosenheimern triumphieren. Damit haben die Longhorns die Hinrunde mit sieben Siegen aus 13 Spielen positiv abgeschlossen und das Abstiegsgespenst - im Gegensatz zu den Vorjahren - schon mit ziemlicher Sicherheit vertrieben.

1. Regionalliga: SB DJK Rosenheim - TS Herzogenaurach 67:73

Ganz spurlos war die dreistündige Anreise nicht an den Gästen vorbeigegangen, und weil auf Rosenheimer Seite Jguwon Hogges brillierte, lag die TSH schnell mit 4:8 hinten. Doch nach einer Auszeit sprang der Motor des Teams von Trainer Nikola Jocic an. In der Defensive ging es nun heftig zur Sache, vorn wurde der Rückstand wettgemacht - angeführt vom erneut überragenden Patrick Horstmann. Der übernahm das Kommando und legte 24 Punkten sowie zehn Rebounds ein "Double Double" auf, also zweistellige Werte in zwei Kategorien. Dazu nahm er im Abwehrverbund Osvaldas Gaizauskas vollkommen aus dem Spiel. Nach zwei butterweichen Korblegern von Horstmann ging die TSH dann mit einer 21:17-Führung in die Viertelpause.

Jetzt hatten die Herzogenauracher erst so richtig Lust auf Verteidigung. Insbesondere die junge Garde um Matthias Schlindwein, Fritz Eismann und Chris Kwilu machte ihren Job richtig gut und stellte die Rosenheimer immer wieder vor unlösbare Aufgaben. Vorne drehte fortan der erneute starke Robert Merz auf. Mit seinen 18 Jährchen agierte er mit der Abgezocktheit eines alten Hasen und verwandelte Sprungwurf und Sprungwurf. Dazu machte Tobias Übbing diesmal nicht nur defensiv von sich Reden, sondern mischte auch offensiv mit, so dass die TSH zur Halbzeit komfortabel mit 40:27 vorne lag.

Nach der Pause wurden die Beine der Gäste langsam müde, die kurze Rotation machte sich bemerkbar. Die Rosenheimer erhöhte die Intensität und wurde von seinem Publikum nach vorn gepeitscht. Jguwon Hogges nutzte zunächst zwei Dreier, auf der Gegenseite fanden Anthony Bauer und Matthias Schlindwein die richtige Antwort. Nach zehn flotten Minuten, in denen es heiter hin und her ging, hatten sich die Gastgeber etwas herangekämpft, lagen jedoch immer noch mit 48:59 im Hintertreffen.

"Nach dem dritten Viertel war uns klar, dass wir alles auf die Verteidigung setzen mussten. Wir waren physisch relativ erledigt, aber die Aussicht auf den wichtigen Sieg hat uns Flügel verliehen. Diese Mannschaft hat einen überragenden Kampfgeist und Moral, sie ist nicht unterzukriegen", erklärte Longhorns-Coach Nikola Jocic.

Seine Schützlinge taten genau das, was ihr Trainer angesprochen hatte. Sie verteidigten mit Leidenschaft und konnten sich vorn auf Merz und Horstmann verlassen. Dennoch kamen die Oberbayern immer näher heran, weil Roberto Malpede aufdrehte und allein elf seiner 17 Punkte im Schlussabschnitt markierte. Doch auch dieser letzte Kraftakt der Gastgeber sollte nicht ausreichen, mit der Schlusssirene fielen sich die Longhorns komplett erledigt in die Arme.

TSH: Bauer (13), Dorberth, Eismann (3/1), Horstmann (24), Kwilu, Merz (19/2), Schlindwein (7/1), Übbing (7)

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