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Fußball

Landesliga: Farbenfrohes Kampfspiel in Baiersdorf

Während Herzogenaurach im Derby siegt, stürzt Erlangen-Bruck den SC Feucht.
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Michael Thomann (blaues Trikot) will kein Foul gegen den ballführenden Sven Wächter begehen. Am Ende hatten die Pumas im Nachbarschaftsduell die Nase vorn.  Foto: Sebastian Baumann, anpfiff.info
Michael Thomann (blaues Trikot) will kein Foul gegen den ballführenden Sven Wächter begehen. Am Ende hatten die Pumas im Nachbarschaftsduell die Nase vorn. Foto: Sebastian Baumann, anpfiff.info

Einen Schönheitspreis gab es in Baiersdorf nicht zu gewinnen. Dafür aber drei Punkte, die der Gast aus Herzogenaurach mitnahm. Der FSV-Erlangen Bruck hat seinen Negativlauf ausgerechnet gegen den SC Feucht beendet.

Landesliga Nordost

Baiersdorfer SV - FC Herzogenaurach 1:3

Schön war es nicht, was die Zuschauer im Nachbarschaftsduell zwischen den Krenkickern und den Pumas aus Herzogenaurach zu sehen bekamen. Mit einem Doppelschlag in der ersten Halbzeit schien der FC Herzogenaurach früh die Weichen auf Sieg zu stellen. Doch der BSV machte es noch einmal spannend und verkraftete auch eine Unterzahl erstaunlich gut.

In der ersten halben Stunde wirkte Baiersdorf etwas besser, sorgte mit nur drei Schüssen aber für wenig Gefahr vor dem Tor der Pumas. Die Gäste wachten erst nach 30 Minuten auf und schlugen gleich doppelt zu: Erst verwandelte Nico Haas einen umstrittenen Freistoß - ein Baiersdorfer soll den Ball mit der Hand berührt haben - abgefälscht über die BSV-Mauer (33.). Dann legte Kevin Rockwell nach Martin Nahrs Flanke von der linken Seite per Kopf nach (37.). Doch die Krenkicker steckten nie auf und hatten zunächst Pech, als Lazar Bajic nach einem Solo mit einem satten Schuss an Gästekeeper Benedikt Lösch scheiterte. Mit dem Halbzeitpfiff köpfte Sven Wächter eine Ecke zum Baiersdorfer Anschlusstreffer ein (45.+1).

Drei Minuten nach Beginn des zweiten Durchgangs war der FCE-Keeper erneut gefordert und behielt gegen Marco Joachim die Oberhand. Auch einen starken Dropkick von Bajic entschärfte Lösch (63.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Krenkicker bereits in Unterzahl, Kapitän Christoph Lehmann sah nach einem Foulspiel zum Entsetzen der Baiersdorfer Fans die Ampelkarte (57.).

Mit einem Sonntagsschuss in den rechten Winkel schien Marco Amling dann letzte Zweifel am Auswärtssieg beseitigt zu haben, doch Herzogenaurach zitterte weiter (75.). Nach einem langen Ball auf Adrian Grinjuks war allerdings wieder Lösch zur Stelle und entschärfte den Kopfball des Offensivmannes. Für Grinjuks war nach der Chance ebenso verführt Schluss. Wieder reichte dem Referee eine leichte Berührung, um den Ersatzkapitän der Hausherren mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen. "Die Art und Weise ist egal, Hauptsache drei Punkte. Meinen Ball habe ich gut getroffen, ansonsten war es ein reines Kampfspiel", freute sich Herzogenaurachs Kapitän Marco Amling.

BSV-Coch René Ebert haderte hingegen mit dem Schiedsrichter und den vergebenen Chancen: "Die Herzogenauracher wissen wahrscheinlich selbst nicht, warum sie das Spiel gewonnen haben. Das 3:1 war ihre einzige richtige Torchance. Ich sage normalerweise nichts über den Schiedsrichter, aber heute war das bodenlos. Klar haben wir unsere Chancen nicht genutzt, aber was der Schiedsrichter heute gegen uns entschieden hat, war einfach schlecht. Die Gelb-Rote Karte war auch nichts, da fehlt einfach das Fingerspitzengefühl. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir haben alles reingehauen. Das ist bitter.”

BSV: Fieber - Lehmann, Kammermeyer, Grinjuks, Schmitt, Reinhardt (78. Dayan), Hofmann, Bajic (81. Paliyski), Heller, Joachim (69. Geier), Wächter.

FCH: Lösch - Rahe, Karches, Göller (79. Spielmann), Zenger (61. Scheuerer), Rockwell, Thomann, Amling, Haas (46. Staniszewski), Ronneburg, Nahr.

FSV Erlangen-Bruck - SC Feucht 2:1

Mit dem Rucksack von drei Niederlagen in Folge gingen die Brucker ins Duell mit dem souveränen Spitzenreiter, schlugen sich aber hervorragend. Dabei schien das Schicksal der Gastgeber früh seinen Lauf zu nehmen: Feucht nutzte eine Lücke im Brucker Abwehrverbund, einen Querpass vor dem Tor musste Stephan König nur noch über die Linie drücken (6.). "Wir sind schlecht gestartet, das hat die Aufgabe nicht leichter gemacht. Beim 0:1 haben wir uns aus der Formation locken lassen", sagt FSV-Trainer Normann Wagner.

Mit der Reaktion seiner Mannschaft konnte der Übungsleiter aber zufrieden sein. Der Bayernliga-Absteiger nahm die Herausforderung an, legte schnell den Respekt ab und ließ den Gästen kaum Platz für Kombinationen. Immer wieder suchten die Hausherren den Weg in die Spitze und kamen zu Tormöglichkeiten. Kurz vor der Halbzeitpause hätte sich der FSV belohnen müssen, brachte eine Dreifach-Chance aber nicht im Feuchter Gehäuse unter.

"Wir wollten im zweiten Durchgang geduldig weiterspielen und kein zweites Tor kassieren. Das haben die Jungs gut umgesetzt", blickt Wagner auf den zweiten Durchgang zurück. Dabei besaßen die Gäste im Verlauf der zweiten Hälfte die eine oder andere Konterchance, Lucas Albracht im Erlanger Tor war jedoch nicht mehr zu überwinden. Der Treffer fiel stattdessen auf der Gegenseite: Über die rechte Seite machte Bruck das Spiel schnell, der eingewechselte Dominik Hofmann schoss zum 1:1 ein (76.). Der FSV hatte nun Lunte gerochen und legte nach, Feucht schien in Lethargie zu verfallen. Erneut zog Erlangen über die rechte Seite einen Spielzug auf, an dessen Ende Moritz Fischer vollstreckte (79.). Den Feuchtern fehlten in der Schlussphase die Körner, ein Comeback gab es nicht. Und so beendet Erlangen-Bruck die acht Spiele andauernde Siegesserie des Tabellenführers verdientermaßen.

"Wir konnten in der Schlussphase zulegen, das war wichtig. Feucht war vielleicht etwas überrascht, sie hatten nicht ihren besten Tag. Das haben wir genutzt und verdient gewonnen", sagte Trainer Wagner. kow

FSV: Albracht - Wildeis, Lala, Scharrer (69. Kemenni), Özdemir, Cagli, Wilke, Marco Kaiser (75. Hofmann), Marcel Kaiser, Selmani (87. Bauernschmitt), Fischer

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