Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Jugend forscht im HEC-Tor

Die Höchstadt Alligators setzen in der kommenden Oberliga-Saison auf ein junges Torwart-Duo. Nico Henseleit (21) und Neuzugang Patrick Golombek (22) besetzen die Position zwischen den Pfosten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nico Henseleit stand in der vergangenen Saison vereinzelt für den HEC im Tor...Picturedreams
Nico Henseleit stand in der vergangenen Saison vereinzelt für den HEC im Tor...Picturedreams
+1 Bild

"Das letzte Mal, dass ich als Stammtorwart agiert habe, war in der Jugend in Bietigheim", erinnert sich Patrick Golombek. Also sei die neue Aufgabe in Höchstadt schon eine Herausforderung. Golombek, der die vergangenen beiden Spielzeiten als Back-up bei den Hannover Indians verbracht hat, ist bei den Alligators als neue Nummer 1 eingeplant. Doch vor der Bewährungsprobe ist ihm nicht bange. "Ich verspüre deswegen nur positiven Druck und freue mich darauf. Ob als Starter oder auf der Bank. Letztendlich ist es immer noch der gleiche Sport. Für die Chance bin ich sehr dankbar und ich spüre hier auch den Rückhalt des Vereins." Dies sei für ihn sehr wichtig, denn als junger Torwart werde er sicher auch noch Fehler machen.

Den Rückhalt jedenfalls hat Golombek bei den Indians nicht mehr so gespürt. Es gab zwar gute Gespräche, "aber gefühlsmäßig hat das irgendwie nicht so gepasst". Einerseits sei das schade, weil Hannover ein toller Verein ist, aber andererseits fiebert er bereits jetzt dem ersten Spiel in Höchstadt entgegen. "Sicher ist das Umfeld etwas kleiner hier, aber ich habe auch gehört, dass es eine recht aktive Fanszene geben soll", sagt Golombek. Der 22-Jährige scheint sich ganz auf seine neue Aufgabe im Aischgrund zu fokussieren.

Zumindest geht er diese mit viel Akribie an. Als ausgebildeter Personal Trainer weiß er, wie er sich im Sommer am besten fit hält. Schnell- und Sprungkraft, aber auch Ausdauer sind beim Training abseits des Eises wichtig. Dabei setzt Golombek auf die Erfahrung seines persönlichen Trainers Sebastian Authenrieth und auf EMS, einer Trainingsmethode, die mit elektrischer Muskelstimulation arbeitet.

Trainingslager im August

In Köln ging Golombek bereits für einige Einheiten mit dem italienischen Torwart-Trainer Daniel Goller aufs Eis. Derzeit bereitet er sich in Cortina d'Ampezzo im Trainingscamp von Jim Corsi, Torwart-Trainer der Columbus Blue Jackets, intensiv auf die neue Spielzeit vor. Später soll es auch noch in Bietigheim Eiszeit geben, bevor es Ende August mit den neuen Mannschaftskameraden ins Trainingslager nach Cheb geht.

Spätestens danach wird der neue Höchstadter Trainer Martin Sekera auch beurteilen können, ob Golombek tatsächlich als Nummer 1 in die Saison geht. Denn die Position ist nach dem Abgang der Etablierten Philipp Schnierstein und Carsten Metz völlig offen. Nur Nico Henseleit, mit 21 Jahren noch ein Jahr jünger als Golombek, ist in Höchstadt geblieben. Der Verein hofft, dass sich die beiden jungen Torhüter gegenseitig anspornen. Auch Henseleit schlägt in diese Kerbe. "Patrick ist ein guter, junger und ehrgeiziger Torwart, den ich aus der DNL kenne und dem der Verein das Vertrauen gibt, sich zu beweisen. Dass er zunächst als Nummer 1 geplant ist, sehe ich eher als Herausforderung, uns gegenseitig in Spiel und Training zu pushen." Der erste Eindruck voneinander sei positiv gewesen. "Wir scheinen zumindest den gleichen Kleidungs-Geschmack zu haben", sagt Henseleit etwas scherzhaft. Das trifft auch auf die Trainingsplanung zu, denn genau wie Golombek legt er den Schwerpunkt auf Ausdauer und Schnelligkeit.

Auf den ersten Blick scheint es also zu passen mit dem jungen Goalie-Duo in Höchstadt. Alligators-Coach Sekera ist von der Lösung überzeugt: "Die Torhüter sind zwar noch jung, aber beide konnten in ihrer Position als Backup die Oberliga schon kennenlernen und Einsätze bekommen. Sie sind bei ihren vorherigen Stationen durch eine gute Eishockeyschule gegangen, wollen sich jetzt beweisen und erhalten dazu die Chance." Das sei die beste Motivation, ist sich Sekera sicher. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich sicher erst im Laufe der Saison zeigen. Insbesondere die höhere Spielbelastung - beide haben im vergangenen Jahr nur 13 beziehungsweise elf Einsätze gehabt - könnte problematisch werden. Ehrgeizig geben sowohl Golombek als auch Henseleit das Erreichen der Play-offs als Saisonziel aus. Sollte es soweit kommen, wären wohl alle bei den Alligators zufrieden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren