Eishockey

Jubel beim HEC: Das Viertelfinale kann kommen

Mit Spielwitz, Mut und Variantenreichtum zwingen die Höchstadt Alligators den EV Lindau in die Knie und präsentieren sich auf den Punkt in Play-off-Form.
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Zweimal findet der Puck den Weg durch die Lindauer Abwehr zu Lukas Lenk (vorn), der eiskalt zuschlägt. Fotos: Picturedreams
Zweimal findet der Puck den Weg durch die Lindauer Abwehr zu Lukas Lenk (vorn), der eiskalt zuschlägt. Fotos: Picturedreams
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Die Höchstadt Alligators haben es geschafft. Am Freitagabend rangen sie in der Verzahnungsrunde zwischen Eishockey-Oberliga und Bayernliga den EV Lindau vor 982 Zuschauern mit 5:2 nieder und zementierten Platz 1 in Gruppe A, der ihnen die bestmögliche Ausgangsposition für das Play-off-Viertelfinale verschafft.
Dort droht allerdings mit dem EHC Waldkraiburg, der nachträglich drei Punkte abgezogen bekommen hat, weil er am vergangene Wochenende einen nicht spielberechtigten Akteur einsetzte, ein Oberligist, mit dem es schon in der Vergangenheit immer wieder nervenaufreibende Duelle gegeben hat. Die Höchstadter werden also die Daumen drücken, dass die Löwen am Sonntag den ECDC Memmingen schlagen, der Rang 1 in Gruppe B ebenfalls sicher hat, und dass entweder der TSV Erding oder der HC Landsberg, die direkt aufeinandertreffen, als vermeintlich leichterer Gegner noch auf Rang 4 abfällt.


Höchstadter EC - EV Lindau 5:2

Was war das denn? Fünf Minuten lang sah es so aus, als müssten sich die Alligators ganz warm anziehen. Bezeichnend das erste Powerplay des HEC, bei dem es nicht den Anschein hatte, als hätte Lindau einen Mann weniger auf dem Eis. Doch kurz vor Ablauf der Überzahl gelang dann doch eine Aktion. Mit etwas Glück lag die Scheibe vor dem Lindauer Tor frei, und Markus Babinsky traf zum 1:0 (5.). Das zeigte Wirkung beim Oberligisten, der in der Folge keinen Zugriff mehr hatte. Die Hausherren kombinierten sich plötzlich munter durch die gegnerischen Reihen, zeigten Spielzüge wies selten zuvor in dieser Saison und belohnten sich durch einen Doppelschlag: Michal Petrak brachte die Scheibe links neben das Tor, wo Vitalij Aab im Fallen die Übersicht behielt und aus spitzem Winkel wuchtig rechts oben traf (12.). Keine Minute später legte sich André Lenk nach Pass von Thilo Graueinen Lindauer Verteidiger zurecht und setzte mit einem Tunnel seinen Bruder Lukas in Szene, der das 3:0 markierte (13.). Die Gäste versuchten sich zu befreien, bekamen aber nur einige Sekunden zum Durchschnaufen, ehe Petrak, Aab und Babinsky Lindaus Goalie Zabolotny wieder unter Beschuss nahmen. Ein weiteres Tor wollte nicht mehr fallen, stattdessen bekam Lindau noch eine Chance, als der Puck zwischen Goalie Carsten Metz und Kapitän Martin Vojcak durchrutschte, und Sascha Paul ihn nur noch ins leere Tor abtropfen lassen musste (20.).

Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken startete Lindau mit Schwung ins zweite Drittel, kaum 40 Sekunden hatte die Uhr heruntergezählt, da erzielte Smith nach Pass von Mlynek den Anschlusstreffer (21.). In der Folge behielten die Islanders das Heft in der Hand, wild entschlossen, sich nicht noch einmal so foppen zu lassen wie im ersten Abschnitt. Phasenweise kam der HEC nicht aus dem eigenen Drittel und hatte zwei-, dreimal richtig Dusel, dass der Ausgleich nicht fiel. In den seltenen Momenten der Entlastung blitzten Spielwitz und Variantenreichtum wieder durch: Die frechen Lenk-Brüder und der hier und da wie entfesselt agierende Petrak sorgten für Betrieb, Oleg Seibel konnte bei einem Unterzahl-Konter nur regelwidrig gestoppt werden. Die Finte, die er sich für den anschließenden Penalty zurechtgelegt hatte, gelang jedoch nicht, Zabolotny riss die Schlägerhand rechtzeitig nach oben (37.).

Das Schlussdrittel begann erneut mit einer Drangphase der Gäste, die im Powerplay allerdings ideenlos wirkten. Ganz anders der HEC, zwei Minuten später: In Überzahl versuchten es die Hausherren zweimal aus der Distanz, ehe Grau wieder so eine - fast einstudiert anmutende - Aktion wie beim 3:0 initiierte und den Puck mithilfe gegnerischer Schienbeine zu Lukas Lenk durchsteckte, der auf 4:2 erhöhte (45.). Die Lindauer suchten nach einer Antwort und kamen erneut in eine Überzahl-Situation, hatten für wenige Sekunden sogar zwei Mann mehr auf dem Eis. Doch die Alligators hielten sich schadlos, auch weil Metz zwar nicht immer souverän, aber reaktionsschnell einige Schüsse entschärfte. Dass der EVL seine Möglichkeiten nicht nutzte, rächte sich prompt, als Babinsky die Scheibe mit Wucht ins Zentrum brachte, wo Aab zwar an Zabolotny scheiterte, der Abpraller aber direkt vor Tomas Urbans Schläger landete, der den Oberligisten mit dem Treffer zum 5:2 vollends schockte (51.). Damit war die Partie eigentlich gelaufen. Höchstadt war bemüht, Zeit von der Uhr zu nehmen, Lindau machte nicht den Eindruck, noch einmal zur Aufholjagd zu blasen. Stattdessen wurden noch ein paar Schlägereien vom Zaun gebrochen, die die bis dato sehr faire Partie etwas trübten, letztendlich aber keine Auswirkung hatten.


Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - EV Lindau 5:2 (3:1, 0:1, 2:0)

Höchstadter EC:Tor: Metz, Henseleit; Verteidigung: Roth/Babinsky, Cejka/Vojcak, Wiedl/Ribarik; Angriff: Aab/Petrak/Urban, A. Lenk/Grau/L. Lenk, Tratz/Seibel/Mikesz, Revaj

EV Lindau: Tor: Zabolotny, Velm; Verteidigung: Haug, Koberger, Wenter, Fuchs, Gejerhos, Quaile; Angriff: Laux, Paul, Miller, Cech, Jenka, Farny, Smith, Mlynek, Lüsch

SR: Martin Grech, Philipp Bösl, Petr Fiala
Zuschauer: 982

Tore: 1:0 Markus Babinsky (5.), 2:0 Vitalij Aab (12.), 3:0 Lukas Lenk (13.), 3:1 Sascha Paul (20.), 3:2 Jeffrey Smith (21.), 4:2 Lukas Lenk (45.), 5:2 Tomas Urban (51.)
Strafminuten: 16 +10 (Petrak) / 14 + 10 (Lüsch)
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